24.03.2019 :: Technik   >  Fahrwerk

Fahrgestellnummern

Autor: Eckkhard Grohs

 

Typ: 101 A-0 (Tourist)
Baujahre 07.1953 bis 08.1954
Fahrgestellnummer ab 111 101

Typ: 102 A-1 (Tourist)
Baujahre 07.1954 bis 08.1955
Fahrgestellnummer ab 120 001

Typ: 103 A-0 (Tourist)
Baujahre 08.1955 bis 09.1957
Fahrgestellnummer ab 140 001

Typ: 103 A-1 (Tourist)
Baujahre 09.1957 bis 07.1960
Fahrgestellnummer ab 170 001

Typ: 103 A-2 (Tourist)
Baujahre 08.1960 bis 31.12.1965
Fahrgestellnummer ab 0225 001

Typ: 110 A-2 (Perle)
Baujahre 03.1955 bis 12.1957
Fahrgestellnummer ab 201 001

 

Vorderradgabel

Bei der Vorderradgabel ist ein "Problem" zu finden.  Am oberen Ende der Standrohre befinden sich die Befestigungs- und Öleinfüllschrauben.  Diese Schrauben sind quer mit kleinen Bohrungen versehen, die in die hohl gebohrten Schrauben münden.  Sie haben den Zweck, die beim Einfedern komprimierte Luft herauszulassen.  Nachteil hierbei ist, daß sie beim Ausfedern auch wieder Luft mit hereinsaugen - logo.  Da sich diese Schrauben über dem Vorderrad, unter der Frontverkleidung befinden, ist dort jede Menge Dreck, Staub und Sand in der Luft.  Dieser ganze Dreck wird mit in die Gabel gesaugt und bildet mit dem darin befindlichen Öl eine prima Schmirgelpaste.  Um daß zu unterbinden, werden M10 x 25 Schrauben der Festigkeitsklasse 8.8 genommen und durchgehende 5,5 mm- Bohrungen eingebracht.  Am Sechskantkopf wird nun, z. B. durch auflöten auf jeder Schraube ein Schlauchnippel montiert.  An diese Schlauchnippeln kann nun z. B. über einen Y-Verteiler ein Entlüftungsfilter von K&N die Type 62-1090 oder ähnliches angebracht werden, der verhindert daß Schmutz mit eingesaugt wird.  Es sollte auch kontrolliert werden, ob die Faltenbälge noch einwandfrei dicht sind!  Die Vorderradgabel hat keine Dichtringe um zu den Standrohren abzudichten, falls die Faltenbälge nicht dicht sind, kann der ganze Dreck in´s Innere!

 

Schwingarm-Deckel-Ausführungen (103 A0, A1, A2, Kabine 150 und 153)

von Eckhard von Rönn-Haß

korrigierte Version des im der Info 4/12 veröffentlichten Artikels.

 

Der beste Schwingarm-Deckel von Heinkel war definitiv der Deckel aus Aluguss mit Öleinfüll-und Kontrollschraube (1), wie er im A0 und A1 verwendet wurde. Das Pendant zu (1), die Ölablassschraube (2) befindet sich im Schwingarm, siehe Bild aus dem Handbuch 103 A1. (Siehe auch www.heinkel-club.de => Download für Mitglieder => Handbücher / Betriebsanleitungen.)

 

 

 

 

Dann musste Heinkel vermutlich sparen und es wurde für den A2 folgender Schwingarm-Deckel entsprechend Abbildung im Handbuch A2 entwickelt.

 

 

 

Und damit fing der Ärger an. Der Deckel ist gefertigt aus alufarbig lackiertem Kunststoff. Da der Laien-Mechaniker die Deckelmuttern natürlich ordentlich festzog, damit auch alles „schön dicht“ ist, wurden die Muttern generell zu fest angezogen, sodass die Bohrungen für die M6-Stiftschrauben aufbrachen. Außerdem hatte sich Heinkel ausgedacht mit einem Verschlussstopfen aus Kunststoff das Öl am Herausdrängen aus dem Schwingarm zu hindern, was nie wirklich funktioniert hat.

Deshalb wurde irgendwann im Laufe der A2-Prduktion die dritte Variante des Schwingarmdeckels „erfunden“. Siehe „Owners manual Heinkel Tourist 103 A2“ auf der englischen Variante unserer Homepage (englische Fahne oben rechts anklicken) im Bereich Download.

 

 

Das war nun eine „glänzende“ Ingenieurleistung. Die Muttern des Blechdeckels, der jetzt mit einer dickeren Dichtung aufgesetzt wurde, wurden natürlich von gut meinenden Besitzern auch so fest angezogen wie möglich. Dadurch verbog sich das dünne Blech natürlich im Bereich der M6-Stiftschrauben, sodass auch hier die Dichtigkeit bald nicht mehr gewährleistet war.

Der Gipfel ist aber, dass es im Deckel keine Einfüllschraube und im Schwingarm keine Ablassschraube mehr gab. Wie kommt nun beim Ölwechsel das alte Öl raus und das neue  rein?

Darüber gibt die englische Beschreibung Auskunft. Hier sinngemäß übersetzt:

 

Ölwechsel im Schwingarm und Ölstandskontrolle
Roller vom Ständer nehmen und auf die linke Seite bis zur Bodenplatte neigen. Schwingarm-Deckel abschrauben. Öl absaugen.
Kettenglieder überprüfen.
Markenöl SAE 40 einfüllen. Die Ölfüllung beträgt 150 bis 200 ccm. Der Ölstand ist korrekt, wenn das Öl die untere Kante der Öffnung erreicht, sobald der Roller beim Aufrichten wieder fast senkrecht steht. Deckel wieder am Schwingarm anbringen und verschrauben.

Da steht doch tatsächlich, mal soll das Öl absaugen! Wie das die Werkstatt bzw. der Besitzer anstellen soll, ist seiner Phantasie überlassen.

Dazu gibt es auch zwei Kundendienstmitteilungen vom Werk, die hier leicht gekürzt wiedergegeben werden:

 

Stuttgart-Zuffenhausen, den 21.8.1961          2/61 Schwingarmdeckel
Der Schwingarmdeckel für die Motortypen … wurde vereinheitlicht. (Blechausführung).
Bei Anbau dieses Deckels ist die Dichtung 21.1460 (1,5 mm stark, graphitiert) zu verwenden. Die Stiftschrauben M 6x18 DIN 835 am Schwingarm sind durch Stiftschrauben M 6x10 DIN 835 zu ersetzen und der Deckel unter Verwendung von Scheiben 7 DIN 126 mit Sechskantmuttern M 6 DIN 934 zu befestigen.

 

Stuttgart-Zuffenhausen, den 15.12.1961    4/61 Schwingarmölwechsel
Im Nachgang zur Kundendienst-Mitteilung 2/61 vom 21.8.1961, Schwingarmdeckel in Blechausführung, wollen wir Sie darauf hinweisen, daß am Schwingarm und Schwingarmdeckel kein Öleinfüllstopfen und keine Ölablaßschraube mehr vorgesehen sind. Zum Ölwechsel ist also der Schwingarmdeckel zu demontieren und das Öl durch Neigen des Fahrzeugs oder durch Absaugen zu entfernen. Bei dieser Gelegenheit ist gleichzeitig eine Zustandskontrolle der hinteren Kette durchzuführen. Die Ölfüllung beträgt 200 ccm Motorenöl (SAE 40).
Da durch diese Anordnung des Schwingarmdeckels im Fahrbetrieb praktisch kein Ölverlust mehr auftreten kann, wird der Ölwechsel im Schwingarm, bei Fahrzeugen mit dieser Schwingarmausführung, künftig nur noch alle 8000 km durchgeführt. Wir bitten Sie, dies bei den Kundendienst-Inspektionen zu berücksichtigen.

Da wird’s noch schöner. Zum Ölablassen soll man das Fahrzeug tatsächlich neigen! Wie weit eigentlich? Das müssten ja mehr als 90° sein!

 

 

Lösungsmöglichkeiten mit verfügbaren Ersatzteilen

 

Da es bei der Heinkel Fahrzeugteile GmbH aber den originalen Deckel der Ausführung A0 bis A1 nicht mehr gibt, wurde bereits vor Jahren eine sehr schöne Nachfertigung (Alu poliert)  als Ersatz ins Lieferprogramm aufgenommen. Der Deckel wird unter der Bestellnummer 21.1446 zusammen mit der 1,5 mm starken Dichtung 21.1460 ausgeliefert. Der Deckel passt auch problemlos auf alle Schwingarme mit Ölablassschraube, weil diese Schwingarme genügend lange Stiftschrauben M 6 x 18 besitzen (vergl. Kundendienst-Mitteilung vom 21.8.1961).

Der Schwingarm ohne Ölablass-Schraube besitzt allerdings Stiftschrauben M 6 x 10, die für die Montage des Deckels etwas zu kurz sind.

In diesem Falle kann ein Versuch mit der dünnen Dichtung 21.1162 gemacht werden. Aber die Muttern greifen z. T. wirklich nur ganz knapp.

Daher besteht als Alternative noch, die 6 vorhandenen Stiftschrauben M 6 x 10 zu ersetzen durch 6 Stifschrauben M 6 x 18, Bestellnummer 4.00835.006.

Zum Entfernen der zu kurzen Stiftschrauben werden zwei M 6-Muttern aufgeschraubt und gegeneinander gekontert.