21.07.2019 :: Technik   >  Elektrik

Zündungseinstellung

Autor: Eckhard von Rönn-Haß

 

Alles rund um das Thema der Zündungseinstellung am Heinkel sind in 5 informativen Videos dokumentiert.

 

Zündungseinstellung Teil 1

Zündungseinstellung Teil 2

Zündungseinstellung Teil 3

Zündungseinstellung Teil 4

Zündungseinstellung Teil 5

 

 

Kohlenwechsel bei der Bosch Lichtmaschine

Autor: Eckhard von Rönn-Haß

Revison: überarbeitete Fassung März 2010

 

Alle 10 000 km öffne ich bei meinem 103 A2 die Lichtmaschine und prüfe die Länge der Kohlen. Neue Kohlen haben eine Länge von 16 mm. Wenn die Länge von 12 mm unterschritten ist, wechsele ich die Kohlen.

 

 

 

Im Bild 1 sind nur die Kohlen 2 und 4 ausgewechselt worden. Die beiden Prüfspitzen gehören zu einem Ohmmeter. Wenn die (+) Kohlen 1 und 2 ordnungsgemäß isoliert sind, darf von keinem der 3 Anschlüsse (rote Prüfspitze) Durchgang zur Masse (schwarze Prüfspitze) festgestellt werden (mehrere MΩ). Von der dicksten der 3 Adern (Klemme 30h) zu der mit der geschlossenen Anschlussfahne (Klemme D+/61) muss hingegen Durchgang (~ 0 Ω) und von der mit der offenen Anschlussfahne (Klemme DF) zu D+/61 ein Widerstand von 4 bis 5 Ω (gilt nur für Bosch) gemessen werden. Diese Messungen kann man übrigens auch bei eingebauter Lima durchführen, solange die drei Adern nicht am Regler angeschlossen sind.

 

 


Die Ösen (Ö) der Kohlebürsten 21.1895 müssen entsprechend Bild 2 abgewinkelt werden. Am besten nimmt man zuerst eine der beiden () Kohlen 3 oder 4 aus dem Kohlenhalter heraus und biegt die Ösen (Ö) genau so wie bei der alten Kohle. Dabei unbedingt darauf achten, dass die Abwinkelung genügend weit von der Bohrung entfernt ist, damit die Isolierscheiben (F) vollständig aufliegen können. Die Ösen der übrigen 3 Kohlebürsten sind dann im gleichen Sinn abzuwinkeln.


Beim Auswechseln der beiden () Kohlen 3 und 4 gibt es keine besonderen Probleme. Sie sind fest mit der Masse verbunden. Die Zuleitungen der Kohlen (K) sind bei allen 4 Kohlen grundsätzlich um den Kohlenhalter (J) herumzuführen. Sie sind mit der Schraube zu befestigen, die dem Schlitz des Kohlenhalters (J) gegenüberliegt (siehe Bild 1).


Bei den (+) Kohlen 1 und 2 ist jedoch besonders sorgfältig vorzugehen, um eine einwandfreie Isolierung gegen Masse zu gewährleisten. Falls die alten Isolierscheiben und Isolierbuchsen nicht mehr verwendet werden können, empfiehlt sich die Montage der in Bild 3 abgebildeten Teile.

 

 

 

Besonders wichtig ist die richtige Montage der Isolierbuchsen (E) und der Isolierscheiben (F). Zunächst werden die Kohlenhalter (J) der (+) Kohlen 1 und 2 ausgebaut. Das genaue Vorgehen ist nun anhand der Kohlebürste 2 erläutert.

 

 

 

Es muss besonders darauf geachtet werden, dass das Isolierpapier (G) in Bild 4 nicht beschädigt wird. Es hat die Aufgabe den Kohlenhalter (J) gegenüber der Masse zu isolieren und darf daher auf keinen Fall fehlen. Im Bild wurde es heraus genommen und nach links auf den Spulenträger gestellt. Um es möglichst nicht zu beschädigen, habe ich es nicht besonders gereinigt. Die Isolierhülse (I) habe ich nach rechts gestellt. Am Boden der Bohrung (H) erkennt man gerade noch eine dunkle Isolierscheibe. Sie verhindert zusammen mit der Isolierhülse (I), dass die Feder der Kohlebürste Kontakt mit der Masse bekommt.
Die Bilder 5 und 6 zeigen nun den Zusammenbau. Isolierhülse (I) und Isolierpapier (G) befinden sich wieder an ihrem Platz. Jetzt werden 2 Isolierscheiben (F) aufgelegt (hier noch nicht genau auf die Bohrungen ausgerichtet).

 

 

 

Bild 6 zeigt, wie der Kohlenhalter (J) eingesetzt wird. Bevor nun aber die weiteren Teile montiert werden, ist es zweckmäßig eine Messung mit dem Messschieber durchzuführen. Die neuen 4 Isolierhülsen (E) sind nämlich gleich lang.

 

 

 

Da aber unter jeder der 4 Schrauben (N) verschieden viele oder auch keine Kabelösen liegen, müssen die Isolierhülsen (E) in der Länge angepasst werden. Bei der unteren Schraube der Kohlebürste 2 ist gar keine Kabelöse zu befestigen. Die Isolierhülse (E) muss also deutlich gekürzt werden.

 

 

 

In Bild 7 ist jetzt die Reihenfolge der einzelnen Teile zu sehen. Es folgen also von links nach rechts die erste Isolierscheibe (F), dann die Isolierhülse (E), die genau in die Bohrung des Kohlenhalters (J) passt. Oberhalb des Kohlenhalters folgen dann noch die zweite Isolierscheibe (F), eine Metallscheibe (L), ein Federring (M) und die Schraube (N).

 

 

 

In Bild 8 ist nun dargestellt, wie die Länge der Isolierhülse (E) zu bestimmen ist. (Die Mutter ist nur zum Zusammenhalten der Teile während der Aufnahme verwendet worden. Sie gehört natürlich nicht in die Lichtmaschine.) Das ist deshalb besonders wichtig, weil bei zu langer Isolierhülse durch die Schraube nur die Isolierhülse (E) gequetscht wird, ohne dass genügend Anpressdruck auf die Scheiben kommt. Der Kohlehalter (J) und die Anschlüsse der Kohle bzw. der anderen Zuleitungen sind dann locker und bekommen keinen ausreichenden elektrischen Kontakt. Am besten misst man mit einem Messschieber das bezeichnete Maß. Die Isolierhülse muss jetzt auf eine Länge gekürzt werden, die noch etwas geringer ist als das festgestellte Maß. Wenn die Hülse (E), wie in diesem Fall, erheblich zu lang ist, kann es einfacher sein, eine oder zwei der alten Isolierscheiben zusätzlich zwischen die Isolierscheibe (F) und die Metallscheibe (L) einzulegen. Bei den 3 anderen Schrauben werden jeweils eine oder mehrere Kabelösen zusätzlich verschraubt. Daher muss die Messung für jede Isolierhülse separat durchgeführt werden.

 

 

 

Bild 9 zeigt die obere Verschraubung des Kohlenhalters (J) der Kohlebürste 2. Von der Mutter (nur fürs Foto) aus gesehen folgen von unten nach oben: Isolierscheibe (F), Lasche des Kohlenhalters (J), Anschlussbrücke (C), Zuleitung von der Erregerwicklung (D), Öse (Ö) der Kohlebürste, Isolierscheibe (F), Metallscheibe (L) und Federscheibe (M). Innen befindet sich die Isolierhülse (E), deren Länge maximal dem Abstand vom unteren Rand der unteren Isolierscheibe bis zum oberen Rand der oberen Isolierscheibe entsprechen darf. Bei der Kohlebürste 1 müssen diese Arbeiten sinngemäß ausgeführt werden.
Wenn alle Arbeiten erfolgreich durchgeführt wurden, sollte unbedingt die am Anfang dieses Artikels beschriebene Durchgangsmessung vorgenommen werden. Nur, wenn sich die erforderlichen Werte ergeben, ist eine ordnungsgemäße Funktion der Lichtmaschine zu erwarten.
Für eine gute Funktion der LIMA ist es wichtig, den Anker sorgfältig zu reinigen. Dafür eignet sich normales Benzin nur bedingt, besser ist Reinigungsbenzin. Der Kohlestaub, der sich zwischen den Windungen angesammelt hat, erzeugt Übergangswiderstände und kann neben Leistungsminderung auch zu Überhitzung der Maschine führen.


Bei der Montage der Halter ist besonders darauf zu achten, dass die Kohlen nicht zu viel Spiel haben, aber trotzdem ohne Widerstand in die Führungen hineinzudrücken sind. Also Halter vorsichtig mit Spitzzange ausrichten und Grate entfernen. In Bild 1 kann man gut sehen, dass die Kohle 2 zu viel Spiel hat. Sie wird schief laufen.
Ein interessanter Beitrag von Bernd Bierbaum, Mgdnr. 2476, zur Begrenzung des Federweges der Kohlen findet sich auch in INFO 4/95 S. 37f.


Messungen zur Durchschlagsfestigkeit der Erregerwicklung sollte man einer Fachkraft überlassen. Auf Anfrage kann eine solche Prüfung oder auch die komplette Überholung der LIMA durch die Heinkel Fahrzeugteile GmbH durchgeführt werden.


Zum Ausdrucken dieser Anleitung befindet sich im Download-Bereich für HCD Mitglieder ein PDF.

 

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Kohlenwechsel bei der Siba Lichtmaschine

Autor: Eckhard von Rönn-Haß

 

Alle 10 000 km sollte man die Lichtmaschine öffnen und die Länge der Kohlen messen. Neu sind sie 16 mm lang. Das Maß von 12 mm sollte nicht unterschritten werden.

 

 


In Bild 1 ist sofort zu erkennen, dass die Zuleitungen der Kohlen anders verlegt werden als bei der Bosch-LIMA. Würden sie nach innen verlegt, kämen sie mit dem Anker der LIMA in Berührung. Die beiden Prüf-spitzen gehören zu einem Ohmmeter. Wenn die (+) Kohlen 1 und 2 ord-nungsgemäß isoliert sind, darf von keinem der 3 Anschlüsse (rote Prüfspitze) Durchgang zur Masse festgestellt werden (mehrere MΩ ). Von der dicksten der 3 Adern (Klemme A) zu der mit der geschlossenen Anschlussfahne (Klemme D+/61) muss hingegen Durchgang (~ 0 Ω ) und von der mit der offenen Anschlussfahne (Klemme DF) zu D+/61 ein Widerstand von 3,5 bis 4 Ω (gilt nur für Siba) gemessen werden. Diese Messungen kann man übrigens auch bei eingebauter Lima durchführen, solange die drei Adern nicht am Regler angeschlossen sind. Mit dem Ohmmeter kann jedoch nicht geprüft werden, ob die Wicklungen noch ausreichend durchschlagsfest sind. Hierzu müsste eine Messung mit höherer Spannung unter Belastung durchgeführt werden. Derartige Messungen sollte man allerdings einer Fachkraft überlassen. Auf Anfrage kann eine solche Prüfung oder auch die komplette Überholung der LIMA von unserer Geschäftsstelle vermittelt werden.

 

 

 


Anders als bei der Bosch-LIMA sind die 4 Kohlen nicht gleich, sondern es gibt je 2 linke und 2 rechte Kohlen, was sich durch die unterschiedliche Anbringung der Zuleitungen ergibt (Bild 2).
Beim Auswechseln der beiden (-) Kohlen 3 und 4 gibt es keine besonderen Probleme. Sie sind fest mit der Masse verbunden. Bei den (+) Kohlen 1 und 2 ist jedoch besonders sorgfältig vorzugehen, um eine einwandfreie Isolierung gegen Masse zu gewährleisten.

 

 

 


Falls die alten Isolierscheiben und Isolierbuchsen nicht mehr ver-wendet werden können, empfiehlt sich die Montage der in Bild 3 abgebildeten Teile.
Besonders wichtig ist die richtige Montage der Isolierhülsen (A) und der Isolierscheiben (B).

 

 

 


Zunächst werden die Kohlenhalter (E) der (+) Kohlen 1 und 2 ausgebaut. Das genaue Vorgehen ist nun anhand der Kohlebürsten 1 bzw. 2 erläutert. Es muss besonders darauf geachtet werden, dass das Iso-lierpapier (D) in Bild 4 nicht beschädigt wird. Es hat die Aufgabe, den Kohlenhalter (E) gegenüber der Masse zu isolieren und darf auf keinen Fall fehlen. Im Bild wurde das linke Isolierpapier von Kohle 1 herausgenommen und auf eine der Spulen der Erregerwicklung gestellt.

 

 

 


Ab Bild 5 wird nun der Zusammenbau beschrieben. Bei der abgebildeten LIMA befand sich unter der linken Isolierscheibe (B) keine weitere Scheibe. Damit der Halter (E) aber gerade eingesetzt werden kann, empfiehlt es sich, unter die linke Isolierscheibe (B) noch eine Metallscheibe, oder besser noch, eine von den alten braunen Isolierscheiben zu legen (nicht im Bild dargestellt). Das gilt entsprechend auch für die rechte Isolierscheibe beim Halter für Kohle 2.
Bevor nun aber die weiteren Teile montiert werden, müssen einige Überlegungen bezüglich der Länge der Isolierhülsen angestellt werden. Die neuen 4 Isolierhülsen (A) sind nämlich gleich lang (ca. 4 mm). Sie müssen aber für den richtigen Presssitz erst angepasst werden. Wenn dies nicht gemacht wird, sehen die Hülsen (A) nachher so gequetscht aus, wie die eine alte Pertinax-Hülse (Bild 7), die in der LIMA montiert war.

 

 

 


In Bild 6 ist jetzt die Reihenfolge der einzelnen Teile zu sehen.

 

 

 

 

Es folgen also von links nach rechts die erste Isolierscheibe (B), dann die Isolierhülse (A), die genau in die Bohrung des Kohlenhalters (E) passt. Weiter rechts folgen dann noch die zweite Isolierscheibe (B), eine Metallscheibe (F), ein Federring (G) und die Schraube (H).

 

 

 


In Bild 8 ist gezeigt, wie die Hülsen (A) eingesetzt werden. Dabei ist besonders darauf zu achten, dass sie durch die Bleche von Halter (E), (+) Brücke (C) und die Isolierscheibe (B) bis zum Metall des Spulenträgers (X) hindurch gesteckt werden. Links vom Halter muss noch eine Scheibe (B) aufgelegt werden. Die Hülse (A) darf dann nicht mehr aus der Scheibe (B) herausragen, sonst muss die Hülse gekürzt werden. (Rechts vom Halter wird auch noch eine Scheibe (B) und die Öse (Ö) von der Kohle aufgelegt. Auch hier darf die Hülse (A) nicht herausragen.) Die oben erwähnte zusätzliche alte Pertinax-Scheibe unter der linken Scheibe (B) in Bild 8 bewirkt übrigens auch, dass die linke Hülse (A) nicht so weit gekürzt werden muss. Bei einer Metallscheibe mit engerer Bohrung müsste die Hülse doch weiter gekürzt werden.

 

 

 


Bild 9 zeigt jetzt noch, wo die Öse der Kohle sitzen muss. Die Aufnahme zeigt den Halter vom äußeren Umfang der LIMA her gesehen. Bei (Y) ist noch Platz für die erwähnte zusätzliche Scheibe und bei (Z) muss die (+) Brücke (C) sitzen. Die Muttern sind natürlich in Wirklichkeit nicht vorhanden. Man kann sie sich stellvertretend für den Spulenträger (X) denken. Man sieht, dass die Öse (Ö) etwas hochgebogen wurde. Das ist notwendig, damit sie genügend Abstand von den Spulen der Erregerwicklung bekommt.
Bei der endgültigen Montage zieht man zuerst die beiden Schrauben (H) an der (+) Brücke (C) fest (nicht mit Gewalt!). Hierbei unbedingt prüfen, ob die Halter (E) fest sitzen oder sich noch bewegen lassen. Im letzteren Fall sind die Hülsen (A) noch zu lang. Wenn der Sitz nicht fest ist, gibt es Wackelkontakte oder Übergangswiderstände.
Danach werden die übrigen beiden Schrauben zusammen mit den Ösen der Kohlen angezogen. Auch hier muss man an der Öse den festen Sitz überprüfen.
Da die Isolierschläuche etwas kurz geraten sind, sollte man auch genau überprüfen, dass die Litze, an der Stelle, an der sie aus der Kohle herauskommt, nicht die daneben liegende Schraube (H) berühren kann.
Für eine gute Funktion der LIMA ist es wichtig, den Anker sorgfältig zu reinigen. Dafür eignet sich normales Benzin nur bedingt, besser ist Reinigungsbenzin. Der Kohlestaub, der sich zwischen den Windungen angesammelt hat, erzeugt Übergangswiderstände und kann neben Leistungsminderung auch zu Überhitzung der Maschine führen.
Bei der Montage der Halter ist besonders darauf zu achten, dass die Kohlen nicht zuviel Spiel haben, aber trotzdem ohne Widerstand in die Führungen hineinzudrücken sind. Also Halter vorsichtig mit Spitzzange ausrichten und Grate entfernen. In Bild 1 kann man gut sehen, dass die Kohle 2 zuviel Spiel hat. Sie wird schief laufen.


Ein interessanter Beitrag von Bernd Bierbaum, Mgdnr. 2476, zur Begrenzung des Federweges der Kohlen findet sich auch in INFO 4/95 S. 37f.

 

Messungen zur Durchschlagsfestigkeit der Erregerwicklung sollte man einer Fachkraft überlassen. Auf Anfrage kann eine solche Prüfung oder auch die komplette Überholung der LIMA der Heinkel-Fahrzeugteile GmbH durchgeführt werden.

 

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