Fett für Tachoantriebs-Schmierung

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Tapir62
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Fett für Tachoantriebs-Schmierung

Beitrag von Tapir62 » 11.05.2020, 13:05

Hallo Zusammen,
leider ist mir vorgestern mein Tachoantrieb bei meinem A2 erneut kaputtgegangen - nach nur 800 Kilometern oder 2,5 Jahren (bin also kein Vielfahrer). Es ist wieder so, dass die Nippel vom Mitnehmerring abgeschert sind. Das war beim letzten Mal auch so. Ich hatte den Tachoantrieb penibel gereinigt und mit einer frischen Fettfüllung versehen. Trotzdem jetzt wieder das gleiche.
Was für ein Fett nehmt Ihr da? Ist das egal, irgendein Standardfett, oder auf was sollte man achten? Es wäre schön, wenn es diesmal länger halten würde. Es ist - genau wie im Herbst 2017 - nach einer längeren Fahrt passiert und es ist ein bisschen mühsam, den Ring abzuhebeln und den Simmerring rauszupfriemeln (den wechsle ich dann gleich mit).
Danke für Eure Tipps und einen schönen Tag in schwieriger Zeit. Bleibt gesund!
Stefan

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heinkel-bernd
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Re: Fett für Tachoantriebs-Schmierung

Beitrag von heinkel-bernd » 11.05.2020, 17:30

Servus Stefan,

Entweder taugt Dein Fett wirklich nichts und es verharzt extrem schnell
oder es ist die Mitnehmerschnecke im Tachoantrieb schon so verschlissen,
dass sie sich im ungünstigen Fall verklemmt/verhakt, was ich eher glaube,
da der Antrieb ja kaum gelaufen ist :(
(Falsch herum ging sie noch einwandfrei, richtig herum immer wieder verhaken)
Hier würde ich auf jeden Fall mal genauer nachsehen :shock:
Hatte ich auch schon mal, weiß aber nicht mehr, wie ich das behoben habe :?
(gute gebrauchte Schnecke oder anderer Tachoantrieb :x )

"Mein" Mehrzweckfett ist seit vielen Jahren das "Super-Longtime-Fett TOP 2000" von AUTOL :D
Das nehme ich inzwischen für Alles
(Lenkerdrehgriffe, KULU-Schnecke, Schwingenlager, O-Ringe und WEDI-Ringe zum Einbau,
Lenkkopflager, Tachoantrieb, einfach Alles was mit beständigem Fett geschmiert werden soll)
Dieses Fett ist zwar nicht für schnellstlaufende Lager geeignet, aber was läuft am Heinkel
schon "schnell" :lol: :lol:

Frühr wurde mir Graphitfett empfohlen, da es angeblich nicht verharzt.
Aus eigener Erfahrung für mich ein Märchen, damit kannst Du mich jetzt jagen :mrgreen:

Alles wird gut und
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

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Tapir62
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Re: Fett für Tachoantriebs-Schmierung

Beitrag von Tapir62 » 11.05.2020, 18:26

Hallo Bernd,

Vielen Dank schon mal. Das mit dem Long time Fett werde ich mal versuchen. Vielleicht habe ich den Antrieb auch zu selten gefettet. Seit dem letzten Zusammenbau gar nicht mehr. Trockengelaufen ist er allerdings nicht.

Ich probier es jetzt noch einmal aus und wenn es dann nach wenigen 100 km wieder auftritt, dann brauche ich einen neuen Tachoantrieb.

Schönen Gruß aus Bonn

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Re: Fett für Tachoantriebs-Schmierung

Beitrag von heinkel-bernd » 11.05.2020, 22:22

Servus Stefan,

800 km ist doch gar nichts für die Fettfüllung im Tachoantrieb !
bei 8.000 km könnte mal d`ran denken, den Antrieb nachzuschmieren :wink:

Ich bin davon überzeugt, dass die Antriebsschnecke verschlissen ist und sich einmal
einmal kurz verhakt hat :x
Tachoantrieb Mitnehmerschnecke.JPG
Es wäre ja nur eine Kleinigkeit aber..........
Beim Zerlegen und Zusammenbauen aufpassen:
es befinden sich kleine Distanzscheiben rechts und/oder links auf den Wellen !

Aber vielleicht geschieht ja doch ein Wunder :shock: Ich gönne es Dir :D
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

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Re: Fett für Tachoantriebs-Schmierung

Beitrag von Tapir62 » 11.05.2020, 23:07

Hi Bernd,
also die Schnecke habe ich gar nicht draußen gehabt und tatsächlich läuft das alle paar Umdrehungen etwas hakelig. Da könnte also was dran sein. Die Schnecke gibts aber nicht einzeln.
Wie kriegt man die überhaupt raus?
Schönen Gruß
Stefan

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heinkel-bernd
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Re: Fett für Tachoantriebs-Schmierung

Beitrag von heinkel-bernd » 12.05.2020, 00:50

Servus Stefan,

nach 60 Jahren gibt es diese Schnecken als Ersatzteil bestimmt nicht mehr :(
Wenn du Glück hast, kannst Du mal einen kaputten kompletten Tachoantrieb ergattern, dessen
Gehäuse gebrochen ist aber das Innenleben noch gut ist :wink:
Den könntest Du dann ausschlachten und hoffem, dass diese Schnecke noch brauchbar ist.
Er muss aber die gleiche Drehrichtung besitzen !

Ich würde den jetzigen Tacho nochmals komplett zerlegen und die Antriebsschnecke genau untersuchen :wink:
Dazu brauchst Du ein Stück geraden Stahldraht mit idealerweise 2,5 mm Durchm., nicht dicker, der genau
in die Viekantaufnahme für die Tachowelle passt
(3 mm Durchschlag ist zu dick, verkeilt sich und sprengt diese Hülse !)
und ca. 7 cm Länge.
Tachoantr. zerlegen 1.JPG
Der Deckel und die Führungshülse werden mit der Antriebsschnecke ausgetrieben.
Tachoantr. zerlegen 2.JPG
Jetzt achte man vor dem Reinigen auf die kleinen Distanzscheiben, die sich auf den Wellen
und evtl. noch im Gehäuse befinden !

Wenn Du dann so weit bist, würde mich der Zustand der Schnecke interessieren und dann kommen
die Tips zum Zusammenbau.

Wenn Du ohne Antriebsschnecke fahren willst, muss das leere Gehäuse wegen des Abstands zur Gabel
montiert sein ! Es ist kein Problem, da ja das Gehäuse als Distanz dient, auch die Tachowelle kann
wieder darin fixiert werden aber halt alles ohne Funktion :?

Noch ein kleiner Tip:
Da die Stoßpressen (Fett), die für die die alten Schmiernippel gedacht waren, aus der Mode gekommen sind,
hat der Club selbstklemmende Schmiernippel mit passendem Gewinde, auf die die neueren
Fettpressen passen :wink:

Bis bald und
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

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Re: Fett für Tachoantriebs-Schmierung

Beitrag von GvO » 13.05.2020, 07:14

Auf die Tips für den Zusammenbau würde ich mich auch freuen :-)
Mich würde z.B. interessieren wie viel Spiel das kleine Zahnrad axial haben soll (darf), bzw. wie ihr das einstellt?

Vielen Dank, Guido

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Re: Fett für Tachoantriebs-Schmierung

Beitrag von heinkel-bernd » 13.05.2020, 18:50

GvO hat geschrieben:
13.05.2020, 07:14
Mich würde z.B. interessieren wie viel Spiel das kleine Zahnrad axial haben soll (darf), bzw. wie ihr das einstellt?
Die Lage der Schnecke kann mit den Distanzscheiben vor dem Einpressen der Führungshülse
bestimmt werden.
Vielleicht kann man eine Welle der Schnecke noch etwas länger abdrehen, sodass ein Teil der guten Gewindegänge
wieder in den Mitnehmerring eingreifen und auf der anderen Seite entsprechnd mit Distanzscheiben wieder ausgleichen :wink:
Die Tachowelle hat ja relativ viel "Schiebespiel" in ihrer Aufnahme am Tachoantrieb :idea:
Ich habe es aber noch nie gemacht und so wäre die Schnecke ja auch nicht mehr zu gebrauchen :?

Das Axialspiel bleibt dem Gefühl jedes einzelnen überlassen.
Wer sich diese Arbeit zutraut, der sollte auch in der Lage sein, dieses Spiel herauszufinden :wink:
Eine gute Hilfe ist dabei ein Drahtstück, das sich im Vierkant der Schnecke gut verklemmt (ziehen und drücken)
Eingestellt wird das Spiel mit der Klemmhülse, die vorsichtig in den Tachoantrieb keklopft wird.
Läuft die Schnecke zu straff, kann mit dem 2,5 mm Draht wieder dagegen keklopft werden :idea:

Der kleine Deckel wird am etwas überstehenden Rand des Antriebs mithilfe eines dünnen Duchschlags an ein paar
neuen Punkten wieder vorsichtig mit dem Rand "verstemmt".
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

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Re: Fett für Tachoantriebs-Schmierung

Beitrag von GvO » 14.05.2020, 07:26

Mein Gedanke beim Axialspiel war folgender ...
Durch die Schrägverzahnung wird das Zahnrad sowieso in eine Richtung geschoben - ein "flattern" ist unwahrscheinlich.
Ich habe ca. 1mm Spiel gelassen, so kann es durch Temperaturschwankungen nicht klemmen und Fett kann noch dazwischen kommen.
Wahrscheinlich sollten aber auch 2mm kein Problem darstellen.

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Re: Fett für Tachoantriebs-Schmierung

Beitrag von Tapir62 » 17.05.2020, 16:31

Das war mir dann doch zu kompliziert :roll: .Hab den Tachoantrieb richtig sauber gemacht, den neuen Mitnehmerring montiert und mit Autol-Longlife-Fett geschmiert. Tachonadel zittert deutlich weniger.
Danke nochmal und gute Fahrt!
Stefan

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