Fußbremshebel Spiel

Fahrwerk-Rahmen-Karosserie-Räder-Bremsen
Antworten
GvO
Beiträge: 3
Registriert: 16.01.2020, 07:44

Fußbremshebel Spiel

Beitrag von GvO » 16.01.2020, 08:03

Erst mal Hallo hier ins Forum.
Ich habe einen alten Heinkel Tourist 103 A2 gefunden und angefangen in wieder fahrbereit zu machen.
Er stand 30 Jahre und der Zustand ist bescheiden.

Hier erst mal eine Frage zum Fußbremspedal.
Der Stift ist deutlich eingelaufen - kein Problem kann man tauschen.

Wie viel Spiel hat der Stift normalerweise in der Bohrung?
IMG_20200115_175647.jpg
Danke, Guido

Benutzeravatar
heinkel-bernd
Beiträge: 1928
Registriert: 13.01.2011, 21:07
Wohnort: Nähe Bayreuth

Re: Fußbremshebel Spiel

Beitrag von heinkel-bernd » 16.01.2020, 19:28

Servus Guido,

bist Du Feinmechaniker und rechnest mit 1/1000dstel Millimeter
oder machst Du es so wie ich ?

Ich lasse bei solchen Sachen immer nur so viel Spiel, dass es nur ganz wenig wackelt
aber noch genug Fett dazwischen passt :wink:

Wenn diese Lagerbolzen für das Bremspedal schon älter sind, sind oft die Federbleche vom
Rost schon so dünn und angegriffen, dass kein sicherer Halt am Pedalbock mehr gewährleistet ist !
Bricht das Federblech während der Fahrt entgültig und der kürzlich frisch eingefettete Lagerbolzen
verabschiedet sich langsam zu Seite, kann es brenzlig werden :shock:

Nachtrag
Ich glaube an Deinem Lagerbolzen ist ein Teil schon abgebrochen / abgerostet :?
So soll das Federblech aussehen:
Lagerbolzen.jpg
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

GvO
Beiträge: 3
Registriert: 16.01.2020, 07:44

Re: Fußbremshebel Spiel

Beitrag von GvO » 21.01.2020, 07:22

Danke, ich werde es noch mal beim Einbau begutachten.
So viel Material ist auch nicht vorhanden um eine Buchse einzusetzen.

Das kann sich aber noch ein paar Wochen ziehen, bis ich den Rahmen wieder zusammen bauen kann ...

Danke, Guido

Benutzeravatar
ILO-Dienst
Beiträge: 35
Registriert: 04.04.2018, 07:25

Re: Fußbremshebel Spiel

Beitrag von ILO-Dienst » 21.01.2020, 11:22

Hallo,

ich empfehle Dir ein Spiel von 0,05 mm bis 0,07 mm zwischen Hebel und Bolzen.

Wunder mich aber sehr, dass da ab Werk keine Buchse eingesetzt ist, das war damals eigentlich auch schon Standard und kein Luxus.

Benutzeravatar
heinkel-bernd
Beiträge: 1928
Registriert: 13.01.2011, 21:07
Wohnort: Nähe Bayreuth

Re: Fußbremshebel Spiel

Beitrag von heinkel-bernd » 21.01.2020, 19:33

Servus Guido,

für eine Buchse ist zu wenig "Fleisch" vorhanden und die nachgefertigten
Lagerbolzen haben ja das Originalmaß von 12mm :(

Ich würde die Bohrung am Bremspedal so weit aufreiben, dass sie einigermaßen rund wird
(13 mm dürfte reichen) und einen Bolzen aus etwas festerem, zähem Stahl drehen (lassen).
Wenn das beidseitig mit einer Sicherung versehen (Innengewinde mit größeren Scheiben und Schrauben)
und ordentlich gemacht ist, kann da niemand etwas dagegen sagen.
Wichtig ist aber ein Spiel von 0,05 bis 0,07 einzuhalten :roll:

Noch einen Tip zur Schmierung:
Die Wartung über einen Schmiernippel garantiert den geringsten Verschleiß :wink:
Skizze Bremspedal-Welle 103 A-2.jpg
Skizze Bremspedal-Welle 103 A-0,A-1.jpg
Schmiernippel Bremspedal A-0.jpg
@ ILO-Dienst
Das Bremspedal ist aus Maschinenguss.
Eine Stahlbuchse hätte hier auch nicht viel gebracht, wäre nur schneller festgerostet :(
Eine Abschmierhilfe in Form eines Schmiernippels wäre optimal gewesen
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

Benutzeravatar
ILO-Dienst
Beiträge: 35
Registriert: 04.04.2018, 07:25

Re: Fußbremshebel Spiel

Beitrag von ILO-Dienst » 22.01.2020, 08:51

heinkel-bernd hat geschrieben:
21.01.2020, 19:33
@ ILO-Dienst
Das Bremspedal ist aus Maschinenguss.
Eine Stahlbuchse hätte hier auch nicht viel gebracht, wäre nur schneller festgerostet :(
Eine Abschmierhilfe in Form eines Schmiernippels wäre optimal gewesen
Eine Stahlbuchse wäre da auch nicht meine Wahl, sondern eine Bronzebuchse. Die ist weicher als der umgebende Stahl und verschleißt damit schneller, was ja so gewollt ist. Welle und Hebel werden dadurch maximal geschont.

Daß Heinkel da nicht mal einen Schmiernippel angebracht hat, ist aber schon sehr gewagt!

GvO
Beiträge: 3
Registriert: 16.01.2020, 07:44

Re: Fußbremshebel Spiel

Beitrag von GvO » 22.01.2020, 13:17

Ich habe mal nachgemessen: 12.8mm
Etwas viel Spiel :-)

Ich glaube ich probier mal solche Buchsen einzusetzen: Buchse EP22 Bohrung 12mm Außendurchmesser 14mm Länge 12mm Farbe weiss
https://www.maedler.de/Article/62721212
Ist eine Standard Abmessung, dann kann ich viele Materialen probieren.

Die 5 Zehntel weniger Material stören auch nicht mehr :-)

Benutzeravatar
heinkel-bernd
Beiträge: 1928
Registriert: 13.01.2011, 21:07
Wohnort: Nähe Bayreuth

Re: Fußbremshebel Spiel

Beitrag von heinkel-bernd » 22.01.2020, 21:06

Servus Guido,

Wenn schon Buchsen, dann auf die ganze Länge der Bohrung, um auch
die seitlichen Kräfte (Kippen und Verkanten) des Pedals aufznehmen :wink:

Da aber eine galvanische Verzinkung (neuer Lagerbolzen) keinen optimalen
Korossionsschutz bietet und sich der Kunststoff evtl. nicht mit Fett auf
Mineralölbasis verträgt, hätte ich Bedenken mit der dauerhaften Leichtgängigkeit
des Bremspedals :?

Eine Stahlbuchse * auf die ganze Länge der Bohrung eingeschrumpft, nachgerieben
auf das Maß des neuen Lagerbolzens und diesen satt mit gutem Mehrzweckfett
eingesetzt :D
Die Möglichkeit zur besseren Wartung dieser Schmierstelle einen Schmiernippel
einzusetzen besteht dann auch weiterhin und wäre das Optimum :wink:

@ ILO-Dienst
ILO-Dienst hat geschrieben:
22.01.2020, 08:51
Die ist weicher als der umgebende Stahl und verschleißt damit schneller, was ja so gewollt ist. Welle und Hebel werden dadurch maximal geschont.
* Ist Dir hier ein Denkfehler unterlaufen ?
Was ist leichter auszutauschen ?
Eine eingeschrumpfte Lagerbuchse D14 x L30 oder der "handelsübliche" Lagerbolzen (€ 9,80) :x
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

Antworten