Motor Überholung

Motor-Vergaser-Antrieb
phenomeno
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Re: Motor Überholung

Beitrag von phenomeno » 21.03.2020, 19:07

Hallo ihr Lieben,

ich hoffe es geht allen gut......
@Heinkelbernd. Danke wegen dem Tipp!

Ich habe gestern meine Teile vom Club bekommen. Jetzt warte ich auf meinen Heinkelfreund damit wir die Pleuelbuchse einpressen und ausreiben können.

Ich bin mir immer noch total unsicher, wegen der Nockenwelle.
Es sieht so aus, also ob da eine Schicht weggeplatzt ist. (Siehe Fotos, der linke Nocken bzw. der zum Zahnrad hin).

MAN SPÜRT DIESE FEHLSTELLEN NICHT MIT DEM FINGER. Meine Frau spürt diese Stellen nur minimal wenn sie mit dem spitzen Fingernagel drüber fährt.

Würdet ihr die Nockenwelle wieder einbauen? Sie ist ansonsten absolut neuwertig und besitzt keinerlei EInlaufspuren. Der eingebaute Schlepphebel zeigte auf diesem Nocken auch keine Fehlstellen. Klar wäre ein Motorenbauer hier hilfreich, aber ich kenne leider keinen.....Es ist auch nicht so dass ich nicht noch eine hätte, aber dieser hier ist ansonsten absolut neuwertig.
Bernd1.jpg
IMG_20200321_184720.jpg

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heinkel-bernd
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Re: Motor Überholung

Beitrag von heinkel-bernd » 21.03.2020, 20:32

Servus Denny,

sehr seltsam, die Flecken an Deiner Nockenwelle :?
Nockenwelle 1 Denny.jpg
Wenn Du mit dem Fingernagel nichts spürst, dann wird es auch kein
"Pitting" sein (Abplatzen der Härteschicht).
Ich vermute, dass es sich um eine zufällige Verfärbung der Obefläche
(ähnlich wie Brünierung oder Phosphatierung) handelt :wink:
Ich habe mal 13 alte (Z.T. noch brauchbare) Nockenwellen aus meinem Bestand
angesehen und keine davon weist am Anfang dieser "Anlauframpe" derartige
Flecken auf :?

Jetzt ist mir aber im Verlauf meiner Überlegungen folgende Idee gekommen:
Es gab mal eine ganz "scharfe" Nocke von Glaser.
Hier wurden an einer werksmäßigen Nockenwelle per Laserschweißung die Nocken
höher aufgetragen und danach ein höheres Profil geschliffen.
Diese ganze Aktion ist dann im Sand verlaufen, ein paar "Glaserwellen" sind jedoch
in Umlauf gekommen.
Um zu prüfen, ob es sich bei Deiner Nocke um ein solches "scharfes Teil" handelt, solltest
Du diese mal genau vermessen:
Anhand meiner Zeichnung vom 08.03. kannst Du feststellen, wie Deine Nocke
einzuordnen ist :wink:
Hier noch die Daten der Glaserwelle: Gesamt-Nockenhöhe 23,95 - Grundkreis 18,75 = Nockenhub 5,20
Sollte Deine Nocke tatsächlich die o.g. Maße aufweisen, würde ich von einem Einbau in einen "Serienmotor" abraten !!!
Entspricht sie aber den anderen 2 Ausführungen (Sport- und asymm.Original), wäre sie mir auch zu schade
für`s Alteisen :wink:
Da Du Dich ja schon zu 99 % DAFÜR entschieden hast, kann ich das 1 % PRO von mir auch verantworten :lol:

Übrigens: Gute Fotos von Dir !! Lassen sich sehr gut bearbeiten :D

Bleib gesund und
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

phenomeno
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Re: Motor Überholung

Beitrag von phenomeno » 21.03.2020, 21:28

Guten Abend,

danke Bernd für die Infos. Gerade das mit der Nockenwelle von Glaser...erstaunlich!
Nach deiner Info mit dem "Pitting" habe ich eine Lupe genommen und muss leider feststellen, dass es wahrscheinlich wirklich Pitting ist. Eine minimale Vertiefung ist zu erkennen. Kam mir gar nicht mehr in den Sinn, dabei habe ich im Studium so einiges über Pitting gelernt. Danke Bernd.....trotzdem bin ich traurig.

Gemessen habe ich:

Grundkreis
1.jpg
Nockenhöhe

2.jpg

Mein Heinkelfreund und meine Frau spüren das die Stellen ein wenig rauer sind als die restl. Lauffläche. Das ist dann wahrscheinlich Pitting.
Da die Nockenwelle sehr neuwertig aussieht, gehe ich nicht davon aus das dass Pitting nicht durch Materialermüdung entstanden ist. Wahrscheinlich durch Ölmangel, Materialfehler oder auch durch falsches ÖL. Der Motor stand mehr als 25 Jahre. Vielleicht war es auch Korrosion....

Neiiinnnnnnnn, ich bin soooo traurig. Das war es dann wahrscheinlich für die Welle! Wie weit geht die Härtschicht?

Sind wir mal optimistisch und gehen davon aus das es bei der Bearbeitung einen Fertigungsfehler gegeben hat. Wenn die Welle doch auch an den Fehlstellen noch hart genug ist, dann würde ich die Welle weiter nutzen. Der Ölfilm würde in jedem Fall diese Vertiefungen "überbrücken" und den Schlepphebel schützen. Was auch erklärt das dieser Schlepphebel gar keine Beschädigung aufweißt. (Weiß nur nicht wie viel Km die Welle und der Schlepphebel runter hat)

Sind die Nocken eigentlich verchromt und kann es sich um einen Chromfehler handeln?

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heinkel-bernd
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Re: Motor Überholung

Beitrag von heinkel-bernd » 21.03.2020, 23:08

Ganz schnell noch zu Deinen Fragen:

diese "Unregelmäßigkeiten" (ich nenne das mal so) befinden sich noch am Grundkreis bzw.
am Beginn der Anlauffläche für das Öffnen des Auslass-Ventils.
In diesem Bereich wird die Oberfläche ja noch nicht so stark belastet wie am Nocken direkt :wink:

Von einer Verchromung der Nockenbahnen habe ich noch nichts gehört.

Welchen Nockenhub weist denn diese Nockenwelle auf ? (Bin jetzt zu faul zum Rechnen)

Die Dicke der Härteschicht ist mir nicht bekannt :(
Wenn Du bei Deiner Frau aber nur ganz wenig spürst, würde ich sie trotzdem verwenden :lol:

Und jetzt, wo Du es schriebst, könnten es auch Flecken durch leichten Rost (Flugrost) sein.

Wenn Dir Deine Frau einen kleinen Spülschwamm aus der Küche überlässt, kannst Du mit der rauhen
Seite des Schwamms (feines Schleifvlies) und etwas dünnem Öl diese Stellen mal in Drehrichtung
der Welle "behandeln". Vielleicht lassen sie sich ja weg "polieren" :wink:

Baue sie ein und denke nicht mehr daran :D
NO RISK, NO FUN !!
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

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Re: Motor Überholung

Beitrag von phenomeno » 21.03.2020, 23:14

Danke Bernd für die Antworten. Jaaaaaa ich werde Sie einbauen und wenn es schief geht.....Na dann wieder auf:)

Nockenhub liegt bei ca. 4,8mm


Bald geht es dann weiter mit der Reperatur der Pleuelbuchse

phenomeno
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Re: Motor Überholung

Beitrag von phenomeno » 31.03.2020, 17:07

Sooooo..... diese Woche habe ich Urlaub und ich musste ja auf das Aufreiben meiner Pleuelbuchse warten. Ein guter Heinkelfreund hat mir dabei geholfen bzw hat es wegen den aktuellen Ereignissen für mich erledigt. Dafür hat uns wieder ein anderer Heinkelfreund ein ähnliche Vorrichtung, wie die des Hunger Original-Werkzeuges, ausgeliehen. Da aber die beiliegende Reibahle defekt ist, mussten wir erstmal eine neue bestellen..........

Währenddessen hat meine Frau Dichtmittel auf die Dichtfläche der Motorhälften geschmiert.(Loctite 5920....habe ich mir von Bernd abgeschaut. Normalerweise schwöre ich aber auf Dirko HT)
Pia.jpg

So heute kam dann die Reibahle an und mein Heinkelfreund hat sich an die Arbeit gemacht. DANKE dafür!
Buchse 1.jpg
Buchse 2.jpg


Jetzt kann es dann weitergehen!

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Re: Motor Überholung

Beitrag von phenomeno » 31.03.2020, 21:55

Frage: Ich habe hier ein fast neues Kettenrad auf dem Kupplungskorb. Der Korb ist jedoch stark beschädigt. Gibt es jemanden der mir das umnieten kann? Ich habe genug andere Körbe....wäre nur schade um das neuwertige Zahnrad....

gan.jpg
def.jpg

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Re: Motor Überholung

Beitrag von heinkel-bernd » 01.04.2020, 00:38

Servus Denny,

ein kleines Problem ist die Beschaffung der paar Nieten :(
Alles andere ist für einen alten Metallbauer kein Problem :wink:
Ein Tip noch:
Bei der GmbH gab es mal neue Kettenräder zum selbst Aufnieten inklusive der passenden Nieten :)
Vielleicht hat Wolfgang noch einen Restbestand an diesen Nieten
Es handelt sich um Senkkopfstahlnieten 5,5 x 22 mm
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

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Re: Motor Überholung

Beitrag von phenomeno » 05.04.2020, 08:51

Hallo,

@Bernd danke für den Tipp, ich habe bei Wolfgang Kurz bereits angefragt und er schaut nach....

Gestern ging es dann weiter mit der Überholung. Mir ist wichtig zu erklären, dass es meine erste Überholung ist und man kann bei sowas nicht nur nach der Montageanleitung gehen. Ich lerne durch Heinkelfreunde soviel Wichtiges! Immer wieder passieren mir kleine Missgeschicke, wo ich dann einen Heinkelfreund kontaktieren muss um nach Rat zu fragen. Dafür erstmal DANKE! Gestern kam es wieder zu einem Missgeschick.....

Abschnitt: Kolben mit Ringen einbauen, Fussdichtung, Zylinder, Zylinderkopfdichtung und Zylinderkopf montieren. Nachdem ich erstmal den Kolbenbolzen in der neuen Kolbenbuchse verkantet hab und mein Heinkelfreund es wieder richten musste, hat er mir einen Tipp gegeben den ich nie wieder vergessen werde! Kolbenbolzen soweit ins Kolbenauge drücken bis er etwas übersteht. Das "Überstehende dann in das Pleuelauge einfädeln und dann den Bolzen durchdrücken.

Nun also Fussdichtung eingelegt, war ich stolz das ich die verdrehten(jeweils 120°) Kolbenringe samt Kolben dank eines super Werkzeug von Heinkelbernd in den Zylinder bekommen habe. Meine tolle Kupferdichtung eingelegt und den Kopf drauf. Das Einlassventil vom Kopf(überholter Kopf, gebraucht gekauft) musste ich nochmal nachschleifen, da es minimal undicht war.
Ventil.jpg
Vom Club hatte ich die originalen Unterlegscheiben und Zylinderkopfmuttern bestellt. Dichtfläche von den Muttern und die Zuganker mit Dirko HT eingeschmiert, Unterlegscheibe drauf und nochmal Dirko HT drauf. Schraubensicherung oben auf den Kopf von Zugankern etwas auf das Gewinde auf die Zuganker laufen lassen. Nun kam ich an das kreuzweise anziehen. Ich habe einen billigen Drehmomentschlüssel und einen teueren. Der teuere fängt aber erst bei 5 mkp an. Also mit dem billigen angefangen....bei drei Muttern hat der Drehmomentschlüssel auch sauber ausgelöst, bei der vierten leider nicht. Nach einer weiteren Umdrehung ist die Mutter durchgedreht...Gewinde defekt...zum Glück bei der Mutter. Ich glaube das sind spezielle Sicherheitsmuttern (schwarz). :(

Alle Muttern runter und alte plangedrehte Muttern von einem anderen Motor genommen. Alles über Kreuz mit 3 mkp angezogen. Meinen teueren Drehmomentschlüssel auf 5 mkp gestellt (kleinste Stufe) und dann 2 mkp runtergedreht. @Heinkelbernd. Du schreibst oft das du nach ordentlicher Überprüfung der Zuganker bei einer reinen Kupferdichtung auf 35 Nm gehst. Leider geht bei meinem Schlüssel nur 3mkp (29,4 NM) und 4 mkp (39,3 NM) . Ich hoffe die 3 mkp reichen...an die 4 mkp traue ich mich nicht ran......

Alles super...denke ich.......
Motor.jpg


Dann gehe ich zu Bett und denke über alles nach. Zufrieden denke ich....bei einer reinen Kupferdichtung musst du die Kopfschrauben auch nicht nachziehen und erzähle es meiner Frau. Die fragt desinteresssiert: Warum? Ja Schatz da sich eine Vollmetalldichtung nicht setzt...habe ich auch im Forum gelernt......SCHEI****************************EEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEE

Ich Idiot habe unüberlegt die nicht metallische Fussdichtung aus dem Club genommen und dann die Volmetalldichtung von meinem Heinkelfreund :shock: :shock: :shock: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

Bedeutet ich werde nach 500 km die Schrauben um 1/4 Umdrehung lockern und dann mit 3 mkp nachziehen müssen... Ich Trottel!

Frage:
1.Empfiehlt ihr, nachdem der Kolben im Zylinder noch nicht gelaufen ist...alles nochmal abzubauen und die Papier-Fussdichtung nur durch Dirko HT (Silikondichtmittel) zu ersetzen und alles zusammenzusetzen?

2. Ich hatte ja einmal die Mutter wahrscheinlich zu fest angezogen durch den defekt Drehmomentschlüssel.....Kann es sein das ich hier die Kupferdichtung und Papierdichtung zerstört bzw. schon zu platt gedrückt habe?

Rollerchris
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Motor Überholung

Beitrag von Rollerchris » 05.04.2020, 11:19

Hallo phenomeno
Ich mache das immer so, das ich die Kopfmuttern, nachdem ich den Kopf angezogen, habe das ganze Werk 1 Tag stehen lasse. Dann die Kopfmuttern noch einmal nachziehen. Bis dahin ist die Dichtpaste noch elastisch genug, damit das ganze auch dicht bleibt. Anschließend die Kopfmuttern oben noch abdichten. Ich verwende immer noch die gute alte Papierfußdichtung.

Mit bestem Rollergruß
Rollerchris

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