Pleulbuchse/Kurbelwelle

Motor-Vergaser-Antrieb
Curdin
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Pleulbuchse/Kurbelwelle

Beitrag von Curdin » 16.10.2019, 17:43

Hallo zusammen,
habe hier eine Kurbelwelle vor mir, bei welcher die Pleuelbuchse verdreht ist. D.h. die Schmierbohrungen stimmen nicht mit dem Pleuelauge überein.
Die Buchse selber ist fest und lässt sich nicht drehen. Nun meine Frage: Würdet ihr die Schmierbohrungen noch einmal bohren? (dann wären in der Broncebuchse eben 4 Löcher), so lassen (eher nicht) oder eine neue Buchse verbauen?
DSC_0540.JPG
besten Dank
Curdin

Stephan
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Re: Pleulbuchse/Kurbelwelle

Beitrag von Stephan » 16.10.2019, 21:15

Herausziehen und neu einziehen wäre ein Alternativvorschlag.Die Kernfrage ist aber, warum die Buchse sich verdreht hat. Wenn der Kolbenbolzen zu stramm ging, wäre das eine Erklärung. Wenn der Kolbenbolzen leichtgängig war, würde ich die Passung der Buchse kontrollieren..
Viel Erfolg
Stephan

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ILO-Dienst
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Re: Pleulbuchse/Kurbelwelle

Beitrag von ILO-Dienst » 17.10.2019, 09:05

Stephan hat geschrieben:
16.10.2019, 21:15
Die Kernfrage ist aber, warum die Buchse sich verdreht hat.
Richtig. Oder jemand hat die Buchse schon falsch eingebaut.

Wie auch immer, das werden wir vermutlich nicht mehr herausfinden. Deshalb würde ich auf Nummer sicher gehen und eine neue Buchse einbauen.

Diese muss danach auf Maß gerieben werden. Dafür braucht man das richtige Werkzeug und Erfahrung.

Im Idealfall macht man das bei ausgebautem Pleuel auf einer Pleuelbohrmaschine, aber das dürfte in Deinem Fall wahrscheinlich ausscheiden.

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Hans
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Re: Pleulbuchse/Kurbelwelle

Beitrag von Hans » 17.10.2019, 09:27

Hi,
wichtig ist auch, dass die Buchse genau parallel zur Kurbelwellenachse eingebaut bzw. aufgerieben wird, damit der Kolbenbolzen parallel zur Kurbelwelle positioniert ist und der Kolben dann korrekt im Zylinder läuft. Man sagt: "Der Kolben muss gewinkelt sein"! Beide Lagewinkel zur Kurbelwelle müssen idealerweise zu Null gearbeitet werden.

Es gibt dafür Vorrichtngen, die die Reibahle führen, wenn man freihand arbeitet. Oder man nutzt speziell eingerichtete "Pleuelbohr- bzw. Reibmaschinen".

Gruß
Hans

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Re: Pleulbuchse/Kurbelwelle

Beitrag von Hans » 17.10.2019, 09:56

Zuletzt geändert von Hans am 13.11.2019, 10:01, insgesamt 1-mal geändert.

Curdin
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Re: Pleulbuchse/Kurbelwelle

Beitrag von Curdin » 17.10.2019, 10:45

Danke euch für die Antworten.
Der Kolbenbolzen passt saugend - würde ich so verbauen, wenn da nicht das Problem mit den Schmierbohrungen wäre.
Ich lege meinem Motorinstandsteller die Welle mal auf den Tisch und sehe, was er dazu meint.

Reibahle habe ich mir eine ergattern können. Leider nur die Ahle ohne das dazu gehörige Aufspannwerkzeug.

werde berichten, was die Lösung war.

Gruess curdin

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Bernd Hünten
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Re: Pleulbuchse/Kurbelwelle

Beitrag von Bernd Hünten » 19.10.2019, 19:33

Mir kommt die Bohrung, die man im Bild sieht, komisch vor! Ich kenne nur eine Bohrung von unten an der Kettenseite und habe noch nie eine andere gesehen. Das habe ich gerade noch einmal bei zwei Wellen überprüft.
Bernd
Dieser Heinkel war 1966 mit mir auf dem Mulhacen (Spanien 3481 m)

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Re: Pleulbuchse/Kurbelwelle

Beitrag von heinkel-bernd » 19.10.2019, 23:31

Bernd, das beweist mal wieder, dass man immer noch dazu lernt :D

Ich habe auch ein paar alte Kurbelwellen liegen, an denen zwei Ölbohrungen
von schräg oben eingebracht sind :wink:
Ölbohrungen KW.JPG
In dem fotografierten Pleuelauge fiel mir auf, dass auch die Lagerbuchse
verdreht ist :shock:
Auf 100%igen Sitz im Pleuelauge ist deshalb beim Einziehen / Einschrumpfen der
Buchse unbedingt zu achten !
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

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Bernd Hünten
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Re: Pleulbuchse/Kurbelwelle

Beitrag von Bernd Hünten » 20.10.2019, 16:04

Hallo Bernd,
da bin ich doch überrascht! :shock: :idea:
Seit 1963 repariere ich meine Motoren und damals die meiner Freunde/Klassenkameraden, aber so eine Welle ist mir noch nicht untergekommen. Allerdings hatte ich immer nur Motoren aus dem 103 A1 und A2 in den Fingern.
Auch der Tauschmotor, den ich 1964 von Heinkel bezog, hatte nicht so eine Welle. (An den Motor kann ich mich heute noch genau erinnern.)

Ich hoffe nur, dass die Erweiterung meines Wissens durch dich umsonst ist! :roll: :lol:
Herzliche Grüße und vielen Dank in die Oberpfalz!
Bernd
Dieser Heinkel war 1966 mit mir auf dem Mulhacen (Spanien 3481 m)

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Re: Pleulbuchse/Kurbelwelle

Beitrag von heinkel-bernd » 20.10.2019, 20:09

Lieber Bernd !
Bernd Hünten hat geschrieben:
20.10.2019, 16:04
Herzliche Grüße und vielen Dank in die Oberpfalz!
Wie kommst Du auf die Oberpfalz ?
Du bewegst Dich vei damit auf sehr dünnem Eis :?

Nichts für ungut aber Bayreuth ist die Regierungshauptstadt von Oberfranken

Muss man als "Nordlicht" aber auch nicht wissen, deshalb sei Dir noch einmal verziehen :lol: :lol: :lol:
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

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