Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Motor-Vergaser-Antrieb
Lambrettamanni
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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von Lambrettamanni » 21.01.2019, 19:42

Vielen Dank Denny,
dann spricht ja doch viel für Holgers oder meinen Vorschlag, nämlich so wenig wie möglich zu ändern.
Wenn die Eckdaten wie Leistung, Höchstgeschwindigkeit auch Gewicht und Bremsen wohl auch Lichtanlage zur Hauptsache erhalten bleiben, ist doch auch die viel zu teuren anderen Umbauten, neue Schwinge und ähnliches obsolet. Vielleicht gibt es ja jemanden unter uns Heinklern, der sich bei möglichen Motoren auskennt. Bei dem Vespamotor www.crank-e.at hat man es geschafft, eine Halterung zu entwickeln, die in die vorhandene Motorform passt. Sicherlich wird uns auch dort etwas einfallen, hat man erst einmal einen E-Motor in der Hand. Anders als bei der V. ist das Kurbelgehäuse wesentlich "länger". Ein Motor mit langer Achse (etwa so lang wie die Kurbelwelle) und kleinerem Außenmaß (rund mit Aufnahmen) wäre genial.
Noch etwas, bei der E-Heinkel- Debatte möchte ich mich von den Hinweisen auf die Originalität nicht beeindrucken lassen. Alles was dort gesagt wird, ist uns bekannt. Bei dem Forschungsprogramm RWE-Kabine hat man das auch unberücksichtigt gelassen, sonst wäre die heute noch nicht fertig; gleiches gilt auch für den in einer Heinkel-Info vorgestellten 125er-Automatic, der wegen der beidseitigen Karosserieausschnitte und dem fehlenden Kupplungsgriff (hab ich in Bockhorn gesehen!)sofort zu erkennen ist.
Danke nochmals für die interessanten und sicheren Hinweise.
Gruß
Manfred Holsteiner Heinkelfreunde

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heinkel-bernd
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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von heinkel-bernd » 22.01.2019, 02:29

Servus Manfred,

Einwände gehören ja zu einer lebendigen Diskussion :wink:
Lambrettamanni hat geschrieben:
21.01.2019, 18:32
Zum Motor im Hinterrad: das wird ein sehr merkwürdiges Fahrverhalten geben, abgesehen von der noch ungelösten Bremsenfrage.
Ich meinte nicht den E-Motor in`s Hinterrad sondern in den leergeräumten Teil des Schwingarms, wo sich das große
Kettenrad befand.
Hinterachslagerung könnte weiterhin verwendet werden und die Hinterradbremse bliebe unverändert :wink:
In der Lastverteilung sehe ich auch kein Problem; Was wiegt so ein E-Motor, der mittig zum Hinterrad sitzt
und die Akkus im ehem. Motorraum bringen ja durch ihr Gewicht weit vor der Hinterachse den nötigen Ausgleich,
wobei das Kurbelgehäuse auch noch zu berücksichtigen ist .
Wenn man selbst schon mit viel Gewicht auf dem hinteren Gepäckträger gefahren ist, weiß man, dass das der Tourist mit
seinem relativ schweren Vorderbau gut kompensiert. Diesbez. hätte ich überhaupt keine Bedenken :)

Zu klären wäre in nächster Zeit, mit welchen Abmessungen bei einem leistungsähnlichen E-Motor zu rechnen ist und ob
dieser dann ohne Kupplung und Getriebe den Roller überhaupt anständig aus dem Stillstand beschleunigen kann !

Wenn der E-Motor im Kurbelgehäuse platziert wird und ich die Überlegungen von Peter betrachte,
HPD71665 hat geschrieben:
19.01.2019, 09:09
Ein direkter Antrieb ohne Getriebe, würde ein Anfahren wie im vierten Gang bedeuten. Dafür sind die 6KW vom Golden-Motor zu schwach.
Um das Getriebe schalten zu können, bräuchte man eine Leerlaufdrehzahl beim Anfahren, wie beim jetzigen Verbrennungsmotor.
Im Sillstand ist das Einlegen der Gänge schwierig.
würde ich den "geschalteten" E-Motor bei Stillstand des Rollers permanent mit einer gewissen Leerlaufdrehzahl laufen
lassen. Genau wie vorher den Verbrennungsmotor :wink:
Auch dürfte der E-Motor nicht so schnell "abtouren", um auch beim Fahren noch gut schalten zu können :?
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

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Werner
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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von Werner » 22.01.2019, 09:10

Das system mit dem geschalteten E Motor wurde schon in den Siebzigern erfolgreich eingesetzt und zwar von der Firma MIAG in Elektrostaplern. Damals hatte man einen Elektromotor mit Trockenkupplung und dreigang Getriebe verwandt. Außerdem werden heute Fiat Ducato auf Elektroantrieb umgebaut wo der Dieselmotor gegen einen Elektromotor getauscht wird. Das Getriebe und die Kupplung bleiben eingebaut. Man kann also Elektroantriebe durchaus schalten. Kombiniert mit einer Impulssteuerung um den Motor langsam stufenlos anlaufen zu lassen ist es sogar möglich in verschiedenen Gängen anzufahren.

Lambrettamanni
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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von Lambrettamanni » 22.01.2019, 21:00

Moin,
der aufmerksame Leser wird feststellen, dass ich mich auf den Beitrag von Scoot-Bike bezogen habe. Dort stand der Radmotor im Angebot.
Für eine Ideensammlung wäre es sehr hilfreich, erst einmal a l l e ohne Korrektur frei schreiben zu lassen. Am Ende haben wir dann sicher alles durchdiskutiert und werden erfolgreich sein.

Vielleicht überrascht uns ja der Club mit einer Hilfestellung, ist er doch stark und lebendig.

Weiter so Freunde und immer fragen, wenn etwas nicht ganz klar ist; besser als Fehlinterpretation !!

Grüße aus Holstein Manfred

schwobawolfgang
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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von schwobawolfgang » 23.01.2019, 08:59

Guten Morgen,
toll was da abgeht im Forum zum Thema E Mobilität.
Wenn schon alle glauben, alle Fragen gefragt zu haben, dann kommen hier noch ein paar neue:
Welcher Führerschein soll`s denn sein? Können wir da nicht auch Menschen die Keinen Einser haben bedienen.
E - Heinkel mit unterschiedlichen Motoren bestücken (Leistung).
Wie ist das mit der Versicherung? Hubraum / Leistung?
Das war´s mal für heute.
Grüße aus dem Schwobaländle

Lambrettamanni
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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von Lambrettamanni » 01.02.2019, 16:12

Moin,
wir sollten die Führerscheinfrage und alles, was nicht mit dem Umbau zu tun hat, zunächst einmal unberücksichtigt lassen.
Wenn ich Ideen verhindern will , das geht fast mit jeder gesetzlichen (alten) Vorschrift. Natürlich passt die Idee in keine Norm. Dann muß eben eine gezielte Regelung getroffen werden; am besten mit einem fast fertigen Objekt. Die Autoindustrie schafft es doch auch, die ganze Politik auf ihre Seite zu ziehen und danach Normen verfassen zu lassen.. Wer stets auf die vorhanden rechtlichen Normen verweist, der will in Wahrheit keine Veränderung: sprich hier keinen Versuch !!! Unsere Idee sollte also unbeirrt weitergeführt werden. BMW lässt jetzt einen (Tret)roller mit E-Motor bauen, der als Mopedroller zugelassen wird; dafür gab es bis gestern euch keine genau passende Norm. Wie sieht es denn mit der RWE-Kabine aus ? Mir wurde bei TÜV, GTÜ und Dekra immer weitergeholfen, meist sogar von alten Hasen und nicht nur von den vollverschulten Jungingenieuren!
Die Prüfeinrichtungen sind nicht wie von vielen gedacht amtliche Verhinderer, sondern auch durchaus innovativ und interessiert. Das entnehme ich auch dem Beitrag unseres Dekra-Freundes. Für die Vespa in Österreich gab es doch eine Zulassung und die sind nicht weniger normentreu als wir !
Also....... weiterplanen. Ich und andere finden die Idee gut. Sind wir fertig und zeigen dann das Objekt stolz neben unseren Originalen ! Vielleicht sagt unser Club ja auch mal etwas dazu. Die Kabine hat er ja auch begleitet !!
Grüße und .... noch haben wir Winter.
Manfred 06589

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Bernd Hünten
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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von Bernd Hünten » 01.02.2019, 22:11

Hier ein kleiner Beitrag zum Umbau eines Motorrollers von einem Fabrikat, das nicht der "Mercedes" unter den Rollern war! :D :D
https://www.stol.it/Artikel/Panorama-im ... arke-Vespa :roll:
Bernd
P.S. Ich könnten doch neidisch werden! :oops: :evil: Aber fahren möchte ich damit nicht. :mrgreen:
Dieser Heinkel war 1966 mit mir auf dem Mulhacen (Spanien 3481 m)

Lambrettamanni
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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von Lambrettamanni » 02.02.2019, 19:32

Moin,
zum Beitrag vor diesem von Bernd Hünten. Mir erschliesst sich trotz intensiven Nachdenkens kein Zusammenhang zu dem Thema Elektroroller.
Da es sich beim Heinkelroller für uns in erster Linie um ein Hobby handelt, gibt es doch wohl die alte Konkurrenz zur Vespa nicht mehr. Umso erstaunlicher finde ich, dass noch keiner von Euch zur E-Vespa unter www.crank.at - Stellung genommen hat. Ist Euch das zu genial ? Oder sträuben sich bei Euch die Haare bei dem Wort Vespa ? Immerhin haben die bis heute 20 Mio Roller aller Sorten 50 bis 500 Kubik unter ihrem Firmennamen Piaggio gebaut.
Die können nicht nur schlecht sein. Seit einem Jahr gibt es eine neue Vespa mit E-Motor. Wie schon einmal ausgeführt, haben die an einem Umbau einer historischen Vespa kein Interesse, weil sie generell weing Affinität zu ihren alten Fahrzeugen haben (außer im Museum in Pontedera in der Toscana). Es gilt nur der Verkauf von Neufahrzeugen.
Da es die bei uns nicht gibt, müssen wir also einen alten umbauen.
Grüße Manfred von den Holsteinern

FelixZ
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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von FelixZ » 13.02.2019, 22:39

Hallo alle miteinander!

Ich finde das Thema auch sehr spannend und muss gerade jetzt, wo ich mich auf die Prüfung "Auslegung von Elektrofahrzeugen" in meinem Maschinenbaustudium vorbereite, immer wieder darüber nachdenken.

In den bisherigen Beiträgen habe ich noch nichts zu folgender Frage gefunden, die mich ganz grundsätzlich mal interessiert: was wiegt denn der "konventionelle" Antriebsstrang? Hat vielleicht jemand grade einen losen Motor und eine Personenwage rumliegen und könnte das schnell ermitteln? Und was wiegt die Schwinge samt Rad, die ja so erhalten bleiben soll? Mich würde das einfach interessieren, um einen groben Überblick über das Gewicht zu bekommen. Tank, Auspuff, Vergaser und Kühlbleche sollte man dann natürlich auch mitwiegen. Ich denke da kommen bestimmt so 50-60 kg zusammen, die 10 kg Sprit ausgenommen. Allgemein sind natürlich die 210 kg Zuladung (bei meinem 102A1) schon eine solide Basis, auf die man einiges draufpacken kann.

Von einem Radnabenmotor bzw. einer durchgehenden Hinterrad-Motorachse halte ich übrigens wenig, da dabei die ungefederten Massen doch recht hoch wären und die Fahrdynamik darunter leiden würde.

Halten wir auf jeden Fall das Thema lebendig, da ist eine spannende Sache.

Beste Grüße! :D

Lambrettamanni
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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von Lambrettamanni » 18.02.2019, 20:20

Moin,
Ich hatte sachlichere Beiträge erwartet, die irgendwo zielführend sein können. Die Zahl der Beiträge zu diesem Thema, die in Verästelungen verwässern nehmen leider zu . Schade ! Ich denke, dass wir so nicht weiterkommen. Wir sollten unseren Pfad in Richtung eines Versuches nicht verlassen. Wenn der Roller fast fertig ist, können wir über alles andere reden und schreiben; jetzt ist es noch zu früh. Die rechtlichen Vorschriften laufen doch meist den Entwicklungen hinterher. Vergleiche die aktuellen Debatten über Fahrzeuge mit neuer Technik. Die Fage ist doch, wie passt unsere fertige Konstruktion in bestehende Vorschriften. Das wird sicher kaum gehen. Deshalb wäre auch die Beteiligung eines Kfz-Prüfingenieurs zu begrüßen. der bei grundsätzlichen Fragen Hilfe gibt.
Hat denn der Club kein Interesse ?? Bei der RWE-Kabine ging es doch auch.
Grüße von Manfred Holsteiner Heinkler

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