Wo fahrt Ihr denn so ?

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Gleiter2
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Wo fahrt Ihr denn so ?

Beitrag von Gleiter2 »

Ich meine jetzt: wo auf Eurem Fahrstreifen ?

Hallo zusammen !

Seit ich den Roller fahre fällt mir auf, wie "eilig" es die Mitmenschen (in den Blechkisten) haben, meine: wie rücksichtslos sie sind.

Am schlimmsten finde ich folgende Situation: Landstraße, Begrenzung 70 km/h, ich fahre "Tacho 80" - ich glaube, das sind ziemlich genau "echte 75", aber vielleicht nur 70.
Ein Auto kommt von hinten, ich fahre in der Mitte meines Fahrstreifens. Der Wagen kommt auf ungefähr zwei Meter auf mich aufgefahren. Schiebt ein bißchen.
Ich drehe mich manchmal um, signalisiere, dass etwas Abstand toll wäre. Manche signalisieren dann, dass ich nach rechts ziehen und die Bahn frei machen soll. Tue ich oder meistens auch nicht, jedenfalls überholen die meisten so dass ich denke, dass ich einen neuen Spiegel bestellen muss.

In Ortschaften - oft auf der Suche nach "dem Zweiten" - drängeln viele sich auf Schraffuren und in Verengungen an mir vorbei.

Auf der Autobahn - auch mit "Tacho 80" - weiche ich manchmal für LKW auf den Standstreifen aus. Hier kann ich die "Not" sogar noch verstehen... .

Aber: liegt das an mir ? Wie geht es Euch ? Kann ich etwas tun ? Soll ich rechts fahren ?

Grüße

stefan
HEINKEL TOURIST 103 A-2
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64krokodil
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Beitrag von 64krokodil »

Hallo Stefan,ich fahre grundsätzlich in der mitte des Fahrstreifens.Wenn man Rechts fährt,denkt jeder, Er / Sie kann dich noch auf dem selben Fahrstreifen überholen.Das ist kein Unfall wert.Ich habe auch anstatt einer normalen Hupe eine stärkere Fanfare ( diese Schneckenhausförmige von Bosch ),da mußte ich auch mal so ne' eilige Tussi von mir verdrängen :evil: .Wenn Du in der mitte fährst,müssen die hinter dir schön warten,bis Sie auch gefahrlos überholen können.Viele unterschätzen auch die Situation ( Sie überschätzen sich selbst :oops: ).Auf die Autobahn fahre ich eigentlich nie,außer es läßt sich nicht vermeiden,dann würde ich wegen der LKW's wohl auch auf den Standstreifen ausweichen ( Achtung Sog und Luftverwirbelungen ! ).Sonst schwimme ich ganz gut im Verkehr mit.Viele halten auch extra Abstand,um sich unser schönes Hella-Rücklicht ( und natürlich den ganzen Roller ) anzuschauen. 8) .Gruß,Jürgen.
P.S. wenn alles nicht's hilft :

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HAL2000
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Beitrag von HAL2000 »

ich quäl mich mit meinem A2 täglich durch den Münchener Berufsverkehr und kann dich beruhigen: es liegt nicht an dir!
Ich hab manchmal das Gefühl, dass der Roller nicht mehr wirklich zeitgemäß ist, mit seinen 10 PS und - was weiß ich - wieviel Tonnen Gewicht ist er in unseren hektischen Zeiten einfach nicht mehr wettbewerbsfähig und da wird der Unternehmensberater mit seinem 4-Rad-Antrieb schnell nervös, zumal er sowieso nicht weiß, wohin mit seinen ganzen PS. Ich hab mich schon fast geprügelt auf der Straße, weil Leute am Steuer sitzen, die mich auch mal schneiden, um dann eine gekonnte Vollbremsung hinzulegen. Klar, mit ihrem ABS kein Problem, aber ich - gerade mal schwerfällig auf Touren gekommen - hab einen bisschen längeren Bremsweg.
Aber mein Tip: scher dich einen feuchten Dreck und bleib auf der Mitte der Spur, egal wer hupt, blinkt, oder sonstwas macht.
"Der ist aber schnuckelig!" (Fahrer einer englischen Rickman Rennmaschine zu meinem Roller an der roten Ampel)
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Bernd Hoose
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Beitrag von Bernd Hoose »

Was interessiert mich der Typ hinter mir?
Ich halte die zwar im Auge damit wenn Er oder Sie austickt, rechtzeitig reagieren zu können.
Ansonsten kannst du nur nach der Devise fahren, alle anderen sind Bekloppte Selbstmörder!
Natürlich die Oldiefahrer ausgenommen!!!

Ich fahre auch grundsätzlich in der Mitte oder nach links versetzt auf der Straße um Überholmanöver in vernünftige Bahnen zu lenken.
Gibst du dem nachfolgenden den kleinsten Raum um eine dritte Spur aufzumachen wird das auch gemacht, und das liegt nicht an unseren Rollern! Das wird auch im normalen Verkehr immer wieder vorgeführt.

Leider muss ich gestehen, das ich bevor ich zum Heinkel kam, und dadurch die Langsamkeit des Seins erkennen konnte, teilweise auch so eine Pistensau war :oops:
Aber Heinkel fahren bildet den Charakter !!!

Bernd
Habt ihr Bilder von Treffen? Dann bitte her damit. Uploadzugang per Mail. Zu sehen gibts die dann unter http://home.hoose.de/dalbum
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Gleiter2
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Beitrag von Gleiter2 »

DANKE !!

Ich teile JEDE dieser Ansichten!

Ich bin beruhigt, zuversichtlich und weiß jetzt, welche Maßnahmen ich ergreifen kann und werde.

Außerdem ist es natürlich schön zu hören, dass nicht meine Defizite für diese Erlebnisse verantwortlich sind... .

stefan
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Calvin
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Beitrag von Calvin »

Hallo Heinkelgemeinde !!

Ein interessantes Thema habt Ihr hier angeschnitten. Auch ich habe mir schon oft die Frage gestellt ob der Heinkel Roller mit seinen 10 PS, seiner hakeligen Schaltung und seinen zwei Trommelbremsen noch zeitgemäß ist.

Also ich fahre prinzipiell in der Mitte meiner Fahrspur. BASTA !!
Wer der Meinung ist daß ich nicht schnell genug fahre oder schnell genug an der Ampel wegkomme der hat eben gelitten und muß sehen daß er/sie mich überholt. Das es hierbei durchaus zu haarsträubenden Situationen kommt kann wohl jeder bestätigen der mit dem Roller fährt und ihn nicht nur zum Putzen in der Garage stehen hat.
Dabei mache ich es so wie "Bernd" und versuche den nachfolgenden Verkehr sehr genau im Auge zu behalten um auf bestimmte Situationen rechtzeitig reagieren zu können bevor diese brenzlig werden. Klappt aber nicht immer, weil man manchmal nicht so blöde denken kann wie andere Autofahren!

Ich habe vor ca. 8 Jahren eine Situation mit meiner 200er Alltagsvespa erleben müssen bei der ich mich verletzt habe. Mein Hintermann war der Meinung daß ich nicht schnell genug an der Ampel wegkomme, hat mich überholt und dann sauber ausgebremst. Nun ist die 200er 2-Takt Vespa mit ihren 10 PS nun nicht gerade langsam. Beim Versuch die Kiste nicht auf den Asphalt fallen zu lassen habe ich mir sauber das Hüftgelenk verdreht. Den Fahrer habe ich dann zwar an der nächsten Ampel stellen können, aber außer "nix versteh´n" war aus dem nichts herauszukriegen. Also ab ins Krankenhaus, Röntgen und mit dem Attest zum Polizeirevier und das Ganze angezeigt. Dort hatte man aber keine besondere Lust sich mit dem Vorgang zu befassen, es war ja schließlich Samstagabend und immerhin 23.30 Uhr. Man riet mir dort sogar den Vorgang nicht weiter zu verfolgen da ich keine Zeugen nennen konnte. Erst mit dem Nachdruck einer Dienstaufsichtsbeschwerde nahmen die "Herren" dort den Vorgang zu Protokoll.
Nach etwa einem halben Jahr kam es dann zur Gerichtsverhandlung. Urteil: Der PKW-Fahrer wurde zu einer Geldstrafe an die Staatskasse, eines Schmerzengeldes für mich als notleidenden Rollerfahrer und die Übernahme der Verhandlungskosten verknackt. Zeugen brauchte ich keine und die Zeugen des PKW-Fahrers wurden nicht zugelassen weil sie Familienangehörige waren. Der Richter hat sich dann während der Verhandlung auch als Rollerfahrer geoutet und kannte die Problematik mit einem Roller im Verkehr "mitkämpfen" zu müssen.

So viel von mir zu diesem Thema.
Eine schöne restliche Rollersaison, ohne brenzliche Situationen wünscht:
Calvin
Wissen ist Macht, aber nichts zu wissen macht auch nichts !!
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Gleiter2
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Beitrag von Gleiter2 »

Hallo Calvin

Mann, wenn die erste Wut nach dem Lesen Deines Erlebnisses weg ist kann ich nur noch denken: noch mal Glück gehabt, auch mit dem Richter...

DASS der Roller nicht mehr zeitgemäß ist, da war ich vorher schon sicher - wobei ich die Bremsen noch "am wenigsten auffällig" finde.
Schon meine selige XT war ein Oldie, und wenn man sich das anschaut, was heute so Roller genannt wird - die Gemeinsamkeiten zum Heinkel sind marginal...(- gibt es eigentlich neue/große Roller - außer Vespa - mit Schaltung ?).

Und mich beruhigt, dass Britische Tester den Roller 1965 in den höchsten Tönen gelobt haben - und feststellten, dass der Zweite manchmal nicht `reinwollte ("...reluctance to engage...").

Bleibt die Erkenntnis, dass andere dies nicht (so) wahrnehmen und der Spiegel (habe ich oben "Außenspiegel" geschrieben ??) nicht nur schön, sondern auch sehr wichtig ist.
Und die Mitte der Fahrspur "mein"...

DANKE !

Gruß

stefan
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verbert
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Beitrag von verbert »

Oh, da habe ich auch noch eine lustige Erfahrung gemacht. Als ich letztens so mit 80 Sachen auf den Landstraßen Rheinhessens umherheinkelte, fuhr ein Fahrzeug, auch mit schwäbischer Herkunft, so dicht auf, dass das Gesicht des Fahrers fast Bild füllend in meinem Spiegel zu sehen war. Ich hielt trotzdem weiter Kurs auf der Fahrbahnmitte, es herrschte Gegenverkehr und ich vermutete der Fahrer der schwarzen Limousine würde nicht eine Sekunde zögen sich zwischen mir und dem Gegenverkehr durchzuquetschen. Dann kam eine Linksabbiegerspur und mit großem Geheul wurde das Überholmanöver eingeleitet. Er blieb kurz auf meiner Höhe, gestikulierte wild herum und zeigte auf den rechten Fahrbahnrand. Dann gab er Gas, setzte sich vor mich, zeigte mir noch einmal seine Bremsleuchten und schoss davon. Im nächsten Kaff stand er am Bäckerladen und wollte gerade wieder in sein Auto steigen. Ich hielt an und fragte ihn, was das denn für eine Aktion gewesen sei. Er fing wieder an wild herumzugestikulieren, schrie und stammelte, dass Rollerfahrer auf den Radweg gehören, der neben der Straße verlaufe. Noch Fragen?

Gruß, volker
Sushimoto
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Heinkeln im Alltag..

Beitrag von Sushimoto »

Vielleicht sind die Autofahrer in Hessen ja relaxter, aber ich hatte in 20 Jahren noch nie das Gefühl, speziell wegen des Rollers blöd angemacht zu werden. Im Gegenteil; man freut sich über mich und lobt das schöne Gefährt.

Ich fahre einfach, wie mit dem Auto auch, umsichtig, ohne stur in der Mitte zu bleiben, oder mich abdrängen zu lassen. Zum Glück passiert es sehr selten, dass ich nicht von der Ampel wegkomme und ratschend und krachend im Getriebe rumrühre bis mal wieder ein Gang reingeht.. *g*
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Tapir62
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Re: Wo fahrt Ihr denn so ?

Beitrag von Tapir62 »

Hallo,
habe den Beitrag nochmal hervorgeholt. Das Thema hat mich in den letzten Wochen beschäftigt.
Muss - bedingt durch berufliche Umstände - an drei Tagen in der Woche von Bonn in die Kölner Innenstadt fahren (40 km) und dachte, dass ließe sich mit dem Heinkel prima erledigen.
Nun gab es einige - zum Teil selbstverschuldete - technische Probleme. Vor allem aber muss ich sagen, dass ich die einzig sinnvolle Verbindung mit einem BAB-Anteil von ca. 85% auf dem Heinkel nach den Erfahrungen der ersten Wochen nicht mehr auf einem 52 Jahre alten Roller zurücklegen möchte. Die 10 PS sind da doch überfordert, man fährt ständig letzte Rille im dichten Kolonnenverkehr und die Bremsen sind dann ja im Falle eines Falles auch nicht der Bringer. Jedenfalls nicht bei feuchter Fahrbahn, wenn plötzlich vor einem alle unvermittelt in die Eisen steigen.
Habe mich dann entschlossen, einen Honda SH300i zu kaufen. Ähnliches Konzept wie der Heinkel, aber 27 PS, Automatik und ABS. Und 16 Zoll-Räder. Das ist für meine Zwecke - ohne festen Parkplatz in der Kölner Innenstadt - genau das richtige Fahrzeug.
Der Heinkel darf jetzt nur noch am Wochenende am Rhein entlang und vielleicht mal ein Stückchen in die Eifel fahren. Und plötzlich macht das auch wieder Spass.
Schönen Gruß
Tapir62
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