Vorderradnabe

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Mark W.
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Vorderradnabe

Beitrag von Mark W. » 30.04.2020, 20:05

Hallo zusammen,

nachdem ich hier im Forum keine passenden Antworten gefunden habe, hier mal wieder ein paar Fragen an die Spezialisten:

Ich habe gestern die Vorderradnabe meines 103 A1 (Übergangsmodell Fz.Nr.213XXX) zerlegt, um nachzuschauen, ob von den Bremsbelägen noch etwas übrig ist.

Dabei ist mir beim Zerlegen folgendes aufgefallen:
1.) Nabe und Ankerplatte ließen sich nur als Einheit mit einiger Mühe ohne Hilfsmittel von der Welle holen; offensichtlich, weil der Wellendichtring Nr. 6 ca. 2/10 mm in die Ankerplatte eingelaufen ist (kein Fett in der darunterliegenden Schale...).
2.) Wie bekomme ich den Wellendichtring am besten aus seiner Schale? Von unten Hebeln habe ich schon versucht - der sitzt irgendwie bombenfest. Gibt's da einen Trick?
3.) Wenn dort ein neuer Wellendichtring eingebaut wird, kann er ja nicht in der selben Ebene laufen - gibt's dafür Unterlegscheiben?
4.) Passcheibe Nr.5 fehlte - wozu ist die, und welche Folgen kann das Fehlen haben?
5.) Ring Nr. 4 fehlte - wozu ist der, wie sieht er aus?
6.) Die Schaumstoffdichtung Nr. 25 fehlte ebenso - zum Glück scheint es aber der Tachoantrieb überlebt zu haben.
7.) Die Lagerung hatte kein spürbares Spiel bei der Demontage. Dennoch ist das auf dem Lager liegende Fett teifschwarz und voller Sand/Abrieb gewesen, sodass ich die Lager eigentlich herausnehmen, spülen und wieder einsetzen wollte. Irgendwo gibts hier im Forum eine Anleitung, die die Demontage der Lagerung beschreibt - leider finde ich die aber nicht wieder... Hätte vielleicht jemand den entsprechenden Link für mich? Oder kann man die Lager auch ohne Demontage spülen?
Nachtrag: Die Demontageanleitung von Bernd habe ich jetzt doch noch wiedergefunden: viewtopic.php?f=2&t=2862&p=16803&hilit= ... abe#p16803 - man soll sich solche Infos eben doch gleich ausdrucken und wegheften... Also lasse ich die Lager besser an Ort und Stelle. Eine Frage bleibt aber: Spülen der Lager, wenn ja - wie?
8.) Muss zur Demontage des Wellendichtrings Nr. 22 der Mitnehmerring Nr. 24 für der Tachotrieb entfernt werden? Und wenn ja, wie?
9.) Die Nabe scheint tatsächlich von einem A1 zu stammen, der oben offene Bremshebel aber nicht. Ist dieser genauso lang wie der geschlossene, und passt der Bremszug für den A1 auch?
10.) Können Nabe und Ankerplatte von A1 und A2 gemischt werden?
11.) Die Bremsbeläge haben noch 3,3, bzw. 3,4 mm Dicke. Ein leichtes seitliches Anschlagen löst die Verklebung nicht. Was ist Eure "Grenzdicke" für den Wechsel?
12.) In der Ankerplatte ist eine Riefe in der Bremstrommel - die dazugehörige Erhebung findet sich auf dem Bremsbelag. Schadet doch eigentlich nicht, oder?
13.) Der Mitnehmerring Nr. 24 hat nur die beiden Nasen für den Tachotrieb. In den Ersatzteilzeichnungen und viewtopic.php?f=1&t=2698&p=15817&hilit=Buchse#p15816 hat dieser auch noch welche parallel zur Radebene - wozu werden diese benötigt?

Hatte gehofft die Nabe einfach zu zerlegen, zu reinigen, den Bremsschlüssel mit Kupferpaste zu bearbeiten, und anschließend alles einfach wieder zusammenbauen zu können...

Viele Fragen... Über ein bisschen Hilfe wäre ich daher sehr dankbar!

Viele Grüße aus dem Norden
Mark W.
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Fett fehlt
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Riefen
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Passt das zusammen?
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Zuletzt geändert von Mark W. am 01.05.2020, 19:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Vorderradnabe

Beitrag von heinkel-bernd » 01.05.2020, 03:04

Servus Mark,

eine Menge Fragen :shock:

Vorerst schon mal zu der Bremsmechanik:
Bremse vorn A-2 KD 01.jpg
Bremse vorn A-2 KD 02.jpg
Die Aufnahme der Bowdenzughülle an der Ankerplatte hat kein Gewinde und ist bei Deiner
auch noch nicht ausgebrochen. Die Hülle wird nur eingesteckt.
Der Bowdenzug hat dafür am Ende ein langes Gewinde zum Einstellen und hat
die Bestell-Nr. 11.1202 oder 99.4202 (Teflon) und passt ab FG-Nr. 189 951

Bei den anderen kleinen Problemchen kommst Du mit etwas Überlegung vielleicht alleine zurecht,
wenn Du die Montageanleitung aufmeksam studierst :wink:
Bevor Du Dir aber gerade an der Bremse nicht sicher bist, meldest Du Dich vielleicht mit einer
etwas kürzeren Liste wieder oder Du benutzt die Suchfunktion hier im Forum.

Viel Erfolg, Geduld und gute Ideen :idea:
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

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BerndSt
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Re: Vorderradnabe

Beitrag von BerndSt » 01.05.2020, 13:33

Hallo Mark,

vorab ein Tipp: das sind etwas (zu) viele Fragen auf einmal. Bitte denke daran, dass die anderen Forumsteilnehmer hier zum größten Teil "aus Spaß an der Freud" aktiv sind. Um aber alle Deine Fragen zu beantworten, müsste man vermutlich mehr als eine Stunde am Rechner sitzen, um sie eine nach der anderen fundiert zu beantworten. Das mag sich kaum jemand antun - und deshalb ist es immer besser, weniger Fragen (und falls nötig eben verteilt auf mehrere Posts) zu stellen. Die Chance, dass sich jemand hinsetzt, um sie zu beantworten ist schlicht besser :wink: .

Dann noch (ganz wichtig): bei der Bremse kann es buchstäblich um Dein Leben (und ggf. das deines Beifahreres) gehen. Ja, ich weiß, "tausendmal gehört, immer das Gleiche, blablabla..." Aber gerade beim Zweirad kann aus dem "blablabla" ganz schnell und ohne Vorwarnung lebensgefährlicher Ernst werden. Deshalb gilt für mich hier die Devise: bei der Bremse keine Kompromisse, keine Basteleien, keine Notlösungen. Mein Plädoyer bei der Bremse ist deshalb: Neuteile, auch wenn es finanziell schwer fällt.

So und jetzt zu ein paar Deiner Fragen (alle sind auch mir zu viele, um sie auf einmal anzugehen):

Zu 2:
Der Wedi-Ring muss eh ausgetauscht werden. Also: notfalls mit Gewalt :D

Oft wird in solchen Fällen geraten: zwei gegenüberliegende Löcher in den Wedi-Ring bohren, Spax-Schrauben rein drehen, mit einer großen Zange an den Schrauben packen und herausziehen/-hebeln.

Ich mag das an sich nur als "letztes Mittel", weil beim Bohren Metallspäne entstehen, die man nirgends in der Mechanik haben will. An dieser Stelle kann man das aber m.E. ohne Probleme machen, weil alle (!) Bremsenteile vor dem Wiedereinbau eh penibel gereinigt werden müssen.

Ansonsten kannst Du es mit allem versuchen, was Deine Mechanikererfahrung anbietet: Kriechöl, warm machen, Innenauszieher verwenden, eigene Ausziehvorrichtung bauen, ringsum hebeln (darauf achten, etwas unter die Hebelauflage an der Nabe zu legen, um die Nabe beim Hebeln nicht zu verletzen!) - Du wirst das Teil schon rausbekommen, da mache ich mir keine Sorgen.

Zu 6:
Das ist - wie Du richtig vermutest - ein Schutz gegen Schmutz. Ich halte den für wichtig und würde ihn auf jeden Fall einbauen (1,30€)

Zu 7:
Die Lager würde ich auf jeden Fall zur Reinigung ausbauen.

Erst im gereinigten/gespülten Zustand kannst Du beurteilen, ob die Lager für den Wiedereinbau geeignet sind (trocken drehen, hören, spüren - wenn da auch nur die kleines "Unebenheit" spürbar ist, würde ich die Lager erneuern (2x 7€, dafür aber für Jahre wieder Ruhe an dieser Front? Für mich keine Frage; sind übrigens Standard-Lager, die gibt es überall im Fachhandel und sind bestimmt auch beim Club bald wieder lieferbar).

Zu 8:
Ich glaube nicht, weiß es aber nicht sicher. Ich würde den Ring aber schon allein deshalb vorher abnehmen, um ihn beim Ausziehen des Wedi-Rings nicht zu verletzen.

Hier macht Versuch kluch :P Geht der Wedi-Ring leicht raus, oder musst Du erst grob werden? Wenn er leicht geht: Mitnehmerring dran lassen, braucht es Gewalt: Mitnehmerring abnehmen.

Zu 9 und 10:
Da hat Dir heinkel-bernd schon geholfen - erledigt, würde ich sagen.

Zu 11:
Das wäre mir völlig wurscht, wie viel Schichtdicke die Bremsbeläge noch haben. Die werden ausgetauscht, da gibt es keine Frage - 24€ für einen Satz neue Bremsen? Die Frage stellt sich für mich nicht.

Oder kannst Du sicher sagen, wie alt die Beläge sind? Ich hatte schon Bremsbacken, bei denen die geklebten Beläge abgefallen sind, als ich sie etwas hart auf die Werkbank legte. Die ollen Klebungen werden lose - allein deswegen sollten die Beläge ausgetauscht werden.

Und daran denken, sie vor dem Einbau der Nabe einzuschleifen. Dazu sollte es auch irgendwo hier eine gute Anleitung geben.

Zu 12:
Hier wird es für mich schwierig und ich rate Dir, dazu noch die Antwort eines echten Experten einzuholen.

Meine Sicht darauf ist: wenn Du es ganz sauber machen möchtest und eine optimal funktionierende Vorderradbremse haben willst (was ich dringend empfehle), sollte diese Trommel eigentlich ausgedreht werden.

Aber das kann fast niemand selbst machen (ich könnte es jedenfalls nicht). Und man bräuchte dann möglicherweise auch Übermaß-Bremsbeläge - die gibt es beim Club, kosten aber 62€. :(

Schwere Entscheidung - die musst Du selber treffen. Und weil es um Deine Sicherheit geht, gebe ich Dir zu dieser Frage ausdrücklich keinen Rat (schon gar nicht "bau das wieder zusammen, wird schon funktionieren"... :wink: )

Zu 13:
Für den Mitnehmerring, den es beim Club zu kaufen gibt, kannst Du Dir im Shop ein Bild ansehen: zwei Mitnehmernasen und zwei "Innenasen", mit denen er im Gehäuse fixiert wird.

Aber ich weiß, was Du meinst - Montageanleitung S. 45: "Beim Einbau des Tachometerantriebs 75/5 und Dichtung 75/4 müssen die Führungsstifte 75/5a in die Nase 75/3a und die Aussparung 75/5b in die Nase 75/3b zu liegen kommen."

Ich vermute, es gab beim Tachoantrieb eine Ausführung, die eine Aussparung "75/5b" hatte, um die Position des Antriebs zu fixieren. Sehe ich aber auf dem Bild Deines Antriebs nicht - dürfte also für Dich nicht wichtig sein.
Hatte gehofft die Nabe einfach zu zerlegen, zu reinigen, den Bremsschlüssel mit Kupferpaste zu bearbeiten, und anschließend alles einfach wieder zusammenbauen zu können...
So geht es uns allen. Immer. :mrgreen: Man nennt das "Hobby" und "Oldtimer-Schrauben" und das gehört - glaube es oder nicht - zu den Gründen, warum wir Heinkel fahren und nicht Kymko aus dem Baumarkt. :lol:

Viele Grüße,
Bernd

P.S.: eine Stunde, bisserl mehr...
SNAFU!

Mark W.
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Re: Vorderradnabe

Beitrag von Mark W. » 01.05.2020, 14:17

Vielen herzlichen Dank ersteinmal für die Antworten, die mich beide auch wirklich weitergebracht haben!

Bei der Menge der Fragen hatte ich mir gedacht, ich bündele sie, weil es im Ergebnis übersichtlicher wäre. Wenn jemand zu einem Punkt eine Antwort weiß, würde ich mich über eine Info freuen... Damit, dass jemand alle Fragen ausführlich beantwortet, hätte ich weder gerechnet, noch hätte ich es erwartet.

Wenn man am Anfang des Neuaufbaus eines komplett zerlegten Fahrzeugs steht, und sich schon durch gefühlt hunderte von Forumsbeiträgen gelesen hat, die Videos auf Youtube durchgesehen und die Montageanleitung studiert hat, weiß man manches Mal, dass da irgendwo eine wichtige Info war, aber nicht mehr wo - und man findet es auch nicht mehr... Das ist die Geschichte mit dem Wald und den Bäumen... Wenn man nur an einer Baugruppe einen Defekt hat, oder sie überarbeiten möchte, dann ist der Aufwand überschaubarer. Momentan kämpfe ich hier aber an allen Fronten: Überall wo man hinschaut ist etwas defekt und/oder es fehlt etwas und man bekommt eigentlich so gut wie nichts wieder zusammen und weggelegt...
Ich bitte daher um ein bisschen Nachsicht mit mir...

Sicher ist die Vorderradbremse die wichtigere von den Beiden - und da hatte ich auch nicht vor großartig zu sparen. Andererseits muss man ja auch nichts neu machen, was noch gut ist - und dabei vielleicht noch etwas verschlimmbessern - Thema Lagersitze in der Vorderradnabe.
Und durch rohe Gewaltanwendung kaputtmachen wollte ich auch nichts - Thema Wedi-Ring.

Wenigstens scheint aber die Bremsscheibe, der Grundkörper der Nabe und der Bremshebel zu passen - das ist doch schon mal etwas! Auch wenn mir beim Vergleich des Bildes aus der KD-Mitteilung mit den Teilen hier auffällt, dass der an der Bremsscheibe anliegede Schenkel der Feder irgendwann einmal ein Stück abgeknipst wurde ( :roll: siehe oben...).

Da weder der Mitnehmerring noch der Tachoantrieb Spuren von Resten der Nasen 7a und 5a der Monageanleitung zeigen, wird er bei Zeiten dann wieder so eingebaut wie er ist.

Also wieder ran an das Teil und es technisch auf Vordermann bringen - zum Glück gibt es ja (fast) alle Teile noch über die Teile GmbH zu beschaffen.

Vielen Dank noch einmal und viele Grüße aus dem Norden
Mark

P.S.: Bei einem Kymko aus dem Baumarkt wird man auch nach 60 Jahren nicht darüber nachdenken ihn mal wieder in Gang zu bringen - den würde man sofort verschrotten... :wink:
Zuletzt geändert von Mark W. am 01.05.2020, 18:35, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Vorderradnabe

Beitrag von BerndSt » 01.05.2020, 15:09

Hallo Mark,
Mark W. hat geschrieben:
01.05.2020, 14:17
Ich bitte daher um ein bisschen Nachsicht mit mir...
Aber ja doch! Ich hab eh gerade nichts Besseres zu tun, weil ich wg. der Ausgangsbeschränkungen daheim rumsitze und nicht mit meinem Heinkel die Gegend unsicher machen darf. :twisted:

Übrigens: rohe Gewalt und Wedi-Ring passt beim Ausbau gut zusammen. :wink: Die Teile sind eh nicht zu retten.

Rohe Gewalt und Einbau passt dagegen garnicht. Vor allem die DIchtlippe darf man bei EInbau und "Handling" noch nicht einmal böse anschauen. Aber das weißt Du ja eh, oder? Und ich gehe nicht davon aus, dass Du vorhattest, die Wedi-Ringe wiederzuverwenden, oder?

Viele Grüße,
Bernd
SNAFU!

Mark W.
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Re: Vorderradnabe

Beitrag von Mark W. » 01.05.2020, 18:12

Ne, Wedi-Ringe gehen nach der Demontage in den Schrott. Immer.

Sind recht empfindliche Wesen. Daher sollte man der Lauffläche der Dichtlippe auch besondere Beachtung schenken. Eine eingelaufene Hülse Nr. 23 sollte ersetzt werden. Daher hatte ich auch nach Unterlegscheiben für den (sich immer noch gegen die Demontage wehrenden) Ring in der Bremsankerplatte gefragt, um diesen von der alten eingelaufenen Laufebene weg zu bekommen.

Viele Grüße aus dem Norden
Mark
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Re: Vorderradnabe

Beitrag von Gundolf 5530 » 01.05.2020, 18:24

Moin Mark

Zu 13, wobei ich es allgemein schöner finden würde wenn jede Frage einzeln behandelt würde...zum wiederfinden auch besser. Es soll ja Leute geben die mal ins Forum gucken bevor sie mit Fragen kommen....
Frühe Mitnehmerringe hatten, sozusagen als "Gürtel zum Hosenträger" wie auf dem verlinktem Foto in deinem Beitrag seitlich noch zwei Blechlaschen. Die Tachoantriebe hatten passend dazu kleine Stifte, zwischen denen die Blechnasen gehörten.
Späte Tachoantriebe und Mitnehmerringe haben das nicht mehr.
Habe mal ein Foto gemacht, aber bitte nicht verwirren lassen, auf dem linken Teil ist solch alter Mitnehmerring und Tachoantrieb, am Mitnehmer sind allerdings die Laschen abgebrochen, deswegen oben ein einzelner Mitnehmer der die Laschen hat, aber die Laschen für die Vorderradnabe sind falsch.
Das werden die Leute von VDO damals wohl nicht aus purer Boshaftigkeit gemacht haben, das Gehäuse vom Tachoantrieb wurde ganz sicher mit diversen verschiedenen Innerreien ausgestattet. Links--rechtsdrehend--W-Zahl---und verschiedene Radachsendurchmesser.....vorne waren dann noch Nummern drauf, damit mal die Dinger zuordnen konnte.

Gruß Gundolf
DSCN6469.JPG

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Re: Vorderradnabe

Beitrag von Mark W. » 01.05.2020, 18:58

Hallo Gundolf,

vielen Dank auch für Deine Rückmeldung. Und ja, ich hatte tatsächlich versucht mir die Fragen durch das Lesen von Beiträgen im Forum selbst zu beantworten - es ist mir nur nicht geglückt (bis auf Punkt 7.) - aber das hatte ich ja auch so gekennzeichnet).

Schön, dass man mal zwei Varianten des Tachoantriebes zusammen sieht. In der Teileliste vom Club gibts keine Auswahl alt/neu und das Bild zur Liste zeigt, wie auch die Montageanleitung, die alte Variante.

Aufgrund Deines Hinweises auf die Nummern auf dem Tachoantrieb habe ich mir das Gehäuse noch einmal genau angeschaut - und siehe da: Das Teil wurde schon einmal ausgetauscht...

Grüße in den Norden
Mark
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Re: Vorderradnabe

Beitrag von Gundolf 5530 » 01.05.2020, 19:30

Moin Mark

Dich hatte ich noch nicht mal gemeint wg. mal ins Forum gucken, da gibs noch ganz andere Experten.
Das der Club KEINE 2 Varianten vom Tachomitnehmer ist doch gut, ist doch nicht nötig, geht doch auch so. Wenn ich bedenke wie stramm der Mitnehmerring auf der Radnabe sitzt, da braucht das meiner Meinung nach noch nicht mal die beiden Nasen.
Stimmt, das wird wohl das Baujahr sein des Tachoantriebes, verwirrt aber auch, wenn da steht z.b 9/65 heißt das NICHT das das der Antrieb vom 103 A2 ist, KANN ja auch der vom 103 A0 sein. Dein Antrieb ist aber vom103 A1/2 mit Telegabel.
Habe da gerade was zur Hand, anbei Foto. Was nun die einzelnen Zahlen heißen weiß ich auch nicht, aber welche Zahlen wir brauchen das weiß ich ;-)
...

Gruß Gundolf

PS: Drehrichtung links heißt wenn ich den Tachoantrieb in die LINKE Hand nehme und in die Öffnung gucke in die die Tachowelle kommt, dann mit der rechten Hand das Antriebsteil in Richtung Vorwärtsfahrt drehe...sehe ich die Aufnahme entgegen dem Uhrzeigersinn laufen. Das bedeutet auch, das wenn ich den TACHO überprüfen will ob er funktioniert , die Bohrmaschine mit Tachowelle RECHTS herum laufen haben muß......
Tachoantriebe VDO.JPG

Mark W.
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Re: Vorderradnabe

Beitrag von Mark W. » 01.05.2020, 20:21

Das ist eine super Erklärung - damit weiß ich dann auch, wie ich meinen Tacho überprüfen kann!

Und noch eine letzte Frage für heute in die Runde: Wie lang sind die Mitnehmernasen vom Tachoantrieb im Neuzustand?

Die Länge der Buchse Nr. 23 ist bei mir auf 15,25 mm verschlissen und dennoch greifen die Nasen mit ca. 4,4 mm Länge nur noch mit unter 1mm Überscheidung in den Tachoantrieb - vielleicht ein wenig zu wenig... oder?

Grüße und einen schönen restlichen 1. Mai

Mark W.
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