Stoßdämpfer für Schwinggabel

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Rolf
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Stoßdämpfer für Schwinggabel

Beitrag von Rolf » 01.10.2006, 18:40

Hallo,

ich habe einen 103A2 mit Schwinggabel.
Die beim Kauf montierten Federbeine hatte ich durch neue Federbeine von Kress ausgetauscht.
Ich habe jedoch den Eindruck, als ob es sich hierbei um reine Federbeine, also ohne hydraulische Dämpfung handelt, da sich das Fahrzeug bei welligen Kurven etwas aufschaukelt.
Kennt jemand einen Anbieter von Federbeinen, die das Fahrverhalten verbessern?
Hinten sind übrigens Koni Dämpfer mit einstellbarer Dämpfung verbaut.

Rolf

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HAL2000
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Beitrag von HAL2000 » 18.11.2006, 00:58

Ich hatte vor 15 Jahren einen Schwingen-A2 mit Asien-Stoßdämpfern vom Club mit denen das Vorderrad regelmäßig "durchgeschlagen" ist und hab mich daraufhin für eine Umrüstung auf Telegabel entschieden. Ich hab die Gabel aber noch (und bei der Resaturierung auch mit lackiert) und würde das ganz gern mal wieder ausprobieren, wenn es brauchbare Stoßdämpfer dafür gibt. Das heißt, dass ich mich Rolf's Frage hiermit anschließen möchte...:-)
"Der ist aber schnuckelig!" (Fahrer einer englischen Rickman Rennmaschine zu meinem Roller an der roten Ampel)

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ElmarKoch
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Beitrag von ElmarKoch » 17.12.2006, 08:37

Da ich auch gerade eine Schwinge wieder herrichten will und ein paar Fragen habe, hänge ich mich mal hier an.

Wie sieht es generell mit der Schwinge aus, habe bisher nur gehört dass die sich "Schwammig" fahren lassen, im Gegensatz zur "Tele-Gabel".
Hat da jemand Erfahrungen, oder liegt das alles wirklich nur an der Auswahl der Federn/Dämpfer ?

Rolf Rentmeister
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Schwingengabel

Beitrag von Rolf Rentmeister » 04.06.2007, 13:59

Hallo zusammen. Ich fahre einen 65er Schwingenroller und habe vom Club die (vor 8 Jahren) neuen Stoßdämpfer eingebaut. Fahren sich gut und m.E. nicht schwammig. Beim festen Bremsen, an der Ampel z.B., verneigt er sich allerdings. Wenns mal durch ein etwas tieferes Schlagloch geht schlägst jedoch durch. Gut hörbar. Ansonsten bin ich zufrieden.
Gruß Rolf

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Stephan Tödt
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Beitrag von Stephan Tödt » 04.06.2007, 18:53

Hallo Jungs,
ich hatte bei meinem 64ger Tourist auch mal eine Schwinge, so wie es bei diesem Model zum Schluss üblich war.
Ich war zumindest nicht zufrieden.

Zum einen nervte es mich, dass ich beim anhalten immer einen Schritt zurück machen mußte. Gut daran kann man sich vielleicht gewöhnen, wollte ich aber nicht, dafür fuhr ich zu viel.
Zum anderen war der Roller schlecht in der Kurve zu halten. Erst recht, wenn ich etwas nachbremsen mußte, weil ich z.B nicht Ortskundig war oder ich mich in einem Gefälle befand. In solchen Situationen fing der Lenker an zu schlagen, sobald die Bremse anfing zu greifen.

Ich war jedes mal erleichtert, wenn ich den Roller wieder unter Kontrolle hatte und so flog die Schwingengabel nach kurzer Zeit raus und wurde gegen eine Telegabel ausgetauscht.
Ich bin meinem Schutzengel zu tiefst dankbar, wollte seine Geduld und Aufmerksamkeit jedoch nicht allzu sehr auf die Probe stellen.

Meine Lenkkopflager war neu und hatten kein Spiel und die "Lagerbolzen" der Schwinge waren auch überarbeitet und wiesen ebenfalls kein Spiel auf. Nur um schon mal den nächsten Bemerkungen vorzugreifen.

Einem Heinkel-Kollegen aus Hamburg erging es noch schlechter. Er mußte (bei einer gemeinsamen Reise), auch bei einer Bergabfahrt in einer Kurve etwas nachbremsen. Ich sah wie sein Bremslicht aufleuchtete und im fast selben Moment begann seine Lenkung an zu schlagen. Kurze Zeit darauf verschwand er in einem tiefen Graben, nur die Windschutzscheibe kam wieder heraus geschossen und landete auf dem etwa 2,5 Meter höher liegenden Acker.
Es ist ihm wie ein Wunder nichts ernstes passiert und auch der Roller hatte erstaunlicherweise nur geringe Schäden, so daß wir unsere Reise fortsetzen konnten.

Ich kann nur jedem empfehlen, sich die Stoßdämpfer zu sparen, etwas drauf zu legen und in eine Telegabel zu investieren.

Es gibt allerdings auch zwei Vorteile:
Die Reifen laufen gleichmäßiger ab, als bei der Telegabel. Vorausgesetzt die Stoßdämpfer sind in Ordnung.
Und kleine Unebenheiten werden komfortabler überwunden.

Damit sind die Vorteile glaube ich auch schon ausgeschöpft.
Entscheiden muß jeder für sich selbst.
Wer nur zum Brötchen holen fährt, kann dies sicher auch mit der Schwinge. Allen anderen möchte ich davon abraten.
Ich möchte allerdings niemanden auf den Schlips treten. Es gibt natürlich auch Heinkler die weitere Strecken mit der Schwinge zurücklegen. Ob sie aber glücklich damit sind und nicht in ähnliche Situationen gekommen sind, möchte ich in Frage stellen.
Wer es nicht anders kennt hat natürlich auch kein Vergleich und empfindet es als "Heinkel-Typisch".
Meine Erfahrungen sagen ganz klar "!!!Finger weg von der Schwinge!!!".

Gruß Stephan
Typenreferent für die Modelle 103A0 bis A2. Im Auftrag des Heinkel-Club Deutschland e.V.! ;-)

Rolf Rentmeister
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Schwingengabel

Beitrag von Rolf Rentmeister » 04.06.2007, 21:33

:? Hallo Stephan und alle anderen. Den letzten Kommentar habe ich gelesen. Das von Stephan geschilderte Phänomen ist mir unverständlich und m.E. nur möglich wenn das Vorderrad nicht fest sitzt. Hierbei denke ich an die Lager bzw. Achse das hier womöglich was nicht stimmt. Ich bin mit meiner Mühle mit vollem Gepäck nach Spanien gefahren -nicht auf dem Hänger- und fahre hier den ganzen Sommer im Zwei-Mann-Betrieb und kann von solchen Problemen nicht berichten. In Leverkusen laufen noch zwei Schwingenroller die auch keine Probleme haben. Ich hatte hier jemanden vom D-Tüv (fahre hier mit D-Kennz.)der mit mir zusammen gefahren ist um die Bremswirkung zu kontrollieren. Einwandfrei, no problems.
Man sollte daher nicht einfach die Telegabel verurteilen. Die Ursache liegt garantiert woanders. Fragt mal Horst Glaser.
:idea: Gruß Rolf

Heinkel#Ingo
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Re: Stoßdämpfer für Schwinggabel

Beitrag von Heinkel#Ingo » 20.01.2020, 09:44

Ich möchte das Thema hier noch einmal aufgreifen, ist ja schon ein paar Tage her! :)
Mein Heinkel von 61 hat auch eine Schwinggabel, also muß die Telegabel ja einmal gegen die Schwinggabel getauscht worden sein :!: :?:
Jetzt meine Frage, ist das wohl nach einem Unfall passiert ,weil keine Telegabel zur Verfügung stand, oder gab es Leute die diese Art der Radführung besser fanden und wechselten :!: :?:
Danke für Meinungen :!:
Gruß
Ingo :)

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heinkel-bernd
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Re: Stoßdämpfer für Schwinggabel

Beitrag von heinkel-bernd » 21.01.2020, 20:10

Servus Ingo,

eigentlich stehen viele Antworten schon weiter oben.
Ich muss aber auch eingestehen, dass eine Schwinggabel schon komfortabler zu fahren ist :wink:
Dazu passt m.E. aber das unveränderte harte Federbein am Hinterrad überhaupt nicht.
Wenn schon "Sofaroller", dann richtig :lol:

Wer spotliches Fahren gewohnt ist, der brauch eine direkt ansprechende Vorderradbremse und
eine straffe Federung !
Ein weiterer Grund für einen Rückbau auf Telegabel wird wohl auch die Verschleißanfälligkeit der
teueren Schwingen-Führungsteile sein (mal in die Preisliste gucken), eine Telegabel ist nahezu wartungsfrei.
Mein 103 A-0 hat nach gefahrenen 144.000 km an der Telegabel noch keinen spürbaren Verschleiß :D

Die einzige Schwachstelle an der Telegabel, die ich gelegentlich zu Gesicht bekomme, ist eine
Auflösung der Aluguss- Aufnahme für das Außenrohr :?
rechte Achsaufnahme am Außenrohr.JPG
Hierauf sollte man beim Erwerb dieser Teile besonders achten !!!!!
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

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