Freigabe für Reifen 120/90-10

Fahrwerk-Rahmen-Karosserie-Räder-Bremsen
Benutzeravatar
heinkel-bernd
Beiträge: 2271
Registriert: 13.01.2011, 21:07
Wohnort: Nähe Bayreuth

Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von heinkel-bernd » 01.11.2015, 00:29

Servus Markus,
selber Nachteule :shock:

Danke für das "Auffrischen" meiner Reifenkenntnisse ! :D
Habe mir auch erlaubt Deine schöne Schautafel auf M/C Reifen-Querschnitt umzukonstruieren ! :wink:
Lauffläche und Drücke   am MC-Reifen.jpg
A= Reifenluftdruck optimal, begrenzter Rollwiderstand, relativ große Verschleißzone.
B= Reifenluftdruck zu hoch, wenig Rollwiderstand, kleine Verschleißzone, geringe Eigenfederung.
C= Reifenluftdruck zu niedrig, instabiles Fahrverhalten, sehr hoher Rollwiderstand, sehr hohe Erhitzung, folglich Reifenschäden.

Und jetzt zu meinen neuen Reifen:
DER-SCHRAUBER hat geschrieben: Wie schaut der Versuch unter "Belastung" aus. Also Versuch am Roller auf Glasplatte.
Ja, das habe ich soeben gemacht und das überraschende Ergebnis will ich Euch nicht vorenthalten.
(Allerdings nicht mit Glasplatte, sondern mit Dispersionsfarbe und Papier)
Vielen Dank für den Tip !

Die "Aufstandsfläche" des Hinterreifens ist doch größer, als ich vermutet habe !
Beim Vorderrad wird es durch den verminderten Reifenluftdruck nicht viel anders aussehen, war jetzt aber zu faul,
das auch noch zu testen :?
Der helle Bereich am mittleren Profilblock etntstand durch das <br />Klebenbleiben des Papiers beim Ablösen von der Lauffläche.
Der helle Bereich am mittleren Profilblock etntstand durch das
Klebenbleiben des Papiers beim Ablösen von der Lauffläche.
Am Reifenluftdruck werde ich keinesfalls etwas ändern, da ich mit der Fahrstabilität sehr zufrieden bin ! :)
Habe heute meine neuen ContiMove nochmals ausgiebig probegefahren und ein insgesamt recht gutes Fahrverhalten
festgestellt. (Noch sind sie nicht richtig eingefahren !)
Die Reifen wurden bei diesen Außentemperaturen nach ca. 30 km scharfen Fahrens auch schön "handwarm",
was natürlich die Haftung auch positiv beeinflusst !

Noch hat dieser Reifen ein etwas "nervöses" Einlenkverhalten, woran ich mich noch gewöhnen müsste.
Wenn sich das nach dem Einfahren nicht "normalisiert" hat, werde ich doch noch mit den 3-Zoll Kabinenfelgen
weiter experimentieren ! :wink:

Puhhhhh.........schon wieder so spät !!!! :cry:
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

gerhard1940
Beiträge: 20
Registriert: 11.01.2010, 12:34

Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von gerhard1940 » 01.11.2015, 10:58

Hallo Heinkelfreunde,
wir Fahren schon seit 3 Jahren mit einer Kabinenfelge weil wir uns darüber geärgert haben das die Reifen in der Mitte nach 2500 Km abgefahren sind, jetzt läuft der Reifen gleichmäßig ab.
Bloß der Nachteil ist man muss eine andere Bremstrommel haben, wir haben eine Trommel von 103 A0 genommen, da passt die Kabinen rauf. Vorne haben wir es so gelassen weil der Reifen sonst an der Kotflügel Halterung scheuert. Wir fahren vorne mit einen Reifendruck von 1,5 bar hinten 1,8 bar mit 2 Personen 2,00 bar. Panne darf man nicht haben weil die Reifen nicht unter einander tauchen kann, die Felgen sind anders. Könnt mich mal Telefonich anrufen wenn einer Interesse hat.

Mfg. Gerhard aus Schleswig-Holstein

Benutzeravatar
heinkel-bernd
Beiträge: 2271
Registriert: 13.01.2011, 21:07
Wohnort: Nähe Bayreuth

Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von heinkel-bernd » 01.11.2015, 20:03

Servus Gerhard,

Vielen Dank für Deinen interessanten Bericht ! :D
Das bestätigt meine Theorie, dass mit breiterer Felge auch der Radius der Lauffläche flacher wird und
diese somit großflächiger und langsamer verschleißt !

Die Idee mit verschiedenen Felgenbreiten auf dem Tourist hatte ich auch schon, werde aber interessehalber
mal mit meinem Prüfstellen-Ingeneur darüber sprechen.
Da ich einen 103 A-0 fahre, kann ich aber unabhängig davon mal einen Reifen mit Kabinenfelge vorne
reinprobieren, dann könnte ich für einen gleichmäßigen Verschleiß beizeiten auch die Räder untereinander tauschen !
Wenn das dann klappt, muss ich mich nur noch um eine zweite Kabinenfelge bemühen ! :?
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

Benutzeravatar
heinkel-bernd
Beiträge: 2271
Registriert: 13.01.2011, 21:07
Wohnort: Nähe Bayreuth

Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von heinkel-bernd » 19.11.2015, 23:43

Es ist so weit ! :D

habe eine zweite 3,00 Zoll Kabinenfelge vom Club erstanden, meine leicht verbeulte Felge ausgerichtet und
sandgestrahlt und beide Felgen lackiert.

Nach ein paar Tagen Trocknungs-und Aushärtezeit bin ich dann d`rangegangen, meine (fast) neuen Reifen
umzumontieren.
Dabei habe ich, montiert auf den verschiedenen Felgen, von der Lauffläche je eine Schablone geschnitten
und dann auf Papier übertragen. Jeweils der gleiche Reifen und der gleiche Reifenluftdruck von 1,5 bar.
Die Skizze wurde am 21.11.2015 wegen eines Darstellungsfehlers geändert
Die Skizze wurde am 21.11.2015 wegen eines Darstellungsfehlers geändert
Auf dem Bild sieht man, dass der Reifen durch die breitere Felge (grüne Linie) auch um 3 mm breiter gezogen wird
und somit der Radius der Lauffläche auch größer wird. Der Umfang ist zu meiner freudigen Überraschung dabei auch
um 5 mm länger geworden ! :)
Auch die 3 mm, die der Reifen breiter wurde, störten beim Einbau in die Vorderradgabel nicht, da ich die Streben
am Kotflügel zum Einbau der ersten 120er Reifen schon etwas auseinander gebogen hatte.

Bei der anschließenden Probefahrt durfte ich dann auch feststellen, dass sich das Fahrverhalten mit diesen Felgen
wieder leicht aber spürbar verbessert hat ! :D
Das etwas "nervöse" Einlenkverhalten, das ich im vorigen Bericht angesprochen habe, ist auch nicht mehr
wahrnehmbar.
Jetzt bin ich nur noch gespannt, ob sich der Verschleiß in der Reifenmitte in Grenzen hält !
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

Benutzeravatar
DER-SCHRAUBER
Beiträge: 343
Registriert: 26.09.2006, 13:14

Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von DER-SCHRAUBER » 26.11.2015, 22:57

Da mich diese Thema seit meinem Reifengrössen wechsel auf 120/90-10 auch beschäftigt habe ich eine Anfrage an Heidenau gemacht. Hier die Antwort:




Sehr geehrter Herr XXX

Der Reifen 120/90 -10 ist für eine Felgenbreite von 2,50“-3.00“ geeignet.Dies ist auch die offizielle Vorgabe der ETRTO,woran sich die Reifen- und auch Fahrzeughersteller orientieren.Daher sollte es weder bei der Fahrsicherheit noch beim Verschleiß irgendwelche Probleme oder Schwierigkeiten geben.



Mit freundlichen Grüßen

Reifenwerk Heidenau GmbH & Co. Produktions KG

Benutzeravatar
heinkel-bernd
Beiträge: 2271
Registriert: 13.01.2011, 21:07
Wohnort: Nähe Bayreuth

Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von heinkel-bernd » 27.08.2016, 00:39

Das Experiment mit den Ganzjahresreifen "ContiMove 365" ist für mich abgeschlossen !
Mit den Fahreigenschafen war ich eigentlich ganz zufrieden.
Bei längeren Fahrten mit der optimalen Reisegeschwindigkeit von ca. 90 km/h wurden sie
jedoch etwas lauter, was mir mit der Zeit auf die Nerven ging ! :mrgreen:

Habe mich wieder für die "Heidenau K59" entschieden, die ich vorher schon ein paar Jahre
gefahren bin. An dem letzten Sturz damit, der jetzt gut ein Jahr zurück liegt, hatten diese Heidenaus
höchstwarscheinlich keine Schuld. Ich war einfach zu übermütig !
Der Asphalt an dieser Stelle ist recht porös, sodass das Wasser in den Rissen nicht so schnell
trocknet und die Reifen waren vielleicht schon an der Verschleißgrenze ! :?

Ich bin jetzt jedenfalls nach der Einfahrzeit mit den Heidenaus wieder voll zufrieden ! :D
Ich fahre sie schlauchlos auf Tiefbettfelgen und ausgewuchtet, was sich bei höherer Geschwindigkeit
angenehm bemerkbar macht !
Das "Lenkerschlagen" ist dadurch ewartungsgemäß nicht verschwunden.
Dagegen habe ich aber schon lange einen mechanischen Lenkungsdämpfer :wink:
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

Roller Rentner
Beiträge: 2
Registriert: 13.11.2017, 18:30

Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von Roller Rentner » 14.11.2017, 16:37

Ein Hallo aus Hamburg, ich, Rainer Dahms, bin hier neu im Forum und habe
eine Frage:
Ich bin Besitzer eines herrlichen Heinkel Tourist Roller von 1961, also ein
103A2 mit Telegabel.
Nun wollte ich die antiken Reifen gern gegen moderne Reifen ersetzen und
habe mir folgende gekauft:
Metzeler Rollerreifen 120/90-10 66L ME 7 Teen
Habe zuerst das Hinterrad neu bereift und habe den Reifen mit Schlauch
montiert und festgestellt, das er paßt.
Also wollte ich diesen auch für vorn nehmen und habe dann vorn einen
aufgezogen, auch mit neuem Schlauch.
Leider stelle ich nun mit erschrecken fest, der Reifen schleift an beiden
Gabelholmen :(
Kann man auf der vorderen Felge auch versuchen mit dem Reifenmaß 100/90 x
10 zu fahren bei hinten 120/90 x 10?
Da ich sonst in keinem Forum bin, frage ich hier nach und bitte mir zu
helfen, die anderen Foren-Mitglieder zu erreichen!
Vielen Dank im Voraus
Roller Rentner

P.S.:
Metzeler Rollerreifen 100/90-10 61J ME 5 RF habe ich mir für vorn besorgt und einen neuen Schlauch!

Benutzeravatar
heinkel-bernd
Beiträge: 2271
Registriert: 13.01.2011, 21:07
Wohnort: Nähe Bayreuth

Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von heinkel-bernd » 14.11.2017, 22:29

Servus Rainer,

einige meiner Frende und ich fahren auf unseren Touristen schon lange die Reifen mit der Größe 120/90-10 :D
Für diese Änderung am Fahrwerk ist aber mindestens eine Freigabe des Reifenherstellers für dieses Fahrzeug
oder eine Einzelabnahme beim TÜV nötig !

Dass die Reifen an den Gabelholmen der Schwingengabel streifen, verstehe ich nicht :?
Habe gerade an einer solchen Gabel im oberen Bereich zwischen den Holmen 133 mm gemessen.
Die Größenbezeichnung dieses Reifens besagt ja, dass die Gesamtbreite des Reifens 120 mm beträgt,
dass dieses Maß am Reifen so stark abweicht, ist ja kaum zu glauben :shock:

Verschiedene Reifengrößen an dem Heinkel-Roller bekommst Du garantiert nicht abgenommen und ohne
Gutachten würde ich damit auch nicht fahren (B.E. erloschen !)
Außerdem wäre der Außendurchmesser des 100/90-10 um ca. 20 mm kleiner und somit der Umfang
um ca. 63 mm kürzer :(

Von den Heidenau 120/90-10 kann ich behaupten, dass sie das Breiten-Maß auch einhalten.
Wenn Du diese Metzeler wieder zurück geben kannst, besorgst Du Dir die Heidenau K59
vom Club. Diese passen in Deine Gabel, haben eine Hersteller-Freigabe für Deinen Roller
und ein viel schöneres Profil für einen Oldtimer :P
4 Metzeler ME 7 TEEN .jpg
4 Metzeler ME 7 TEEN .jpg (11.75 KiB) 3420 mal betrachtet
Heidenau K59.jpg
Heidenau K59.jpg (9.88 KiB) 3420 mal betrachtet
Ach ja, habe ich ganz vergessen:
Herzlich willkommen hier im Forum :D :D
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

vaf
Beiträge: 15
Registriert: 30.12.2008, 16:36
Wohnort: Duisburg

Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von vaf » 15.11.2017, 09:08

Hallo Bernd,
Hallo Rainer,

Rollerrentner(Rainer) schreibt er habe einen Roller mit Telegabel, du berichtest von einer Schwingengabel.
Die Breitenunterschiede sind mir nicht bekannt.
Während der 120/90-10 einen Lastindex von 66 hat, ist der 100/90-10 mit einem Index von nur 61 gekennzeichnet.
Ein org. 4.00-10 hat einen Lastindex von 69.
Also ist das bei einem 120/90-10 schon knapp mir der Traglast damit schließt sich der 100/90-10 aus.

Gruß
Volker

Benutzeravatar
Bernd Hünten
Beiträge: 412
Registriert: 19.01.2006, 20:02
Wohnort: 28844 Weyhe

Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von Bernd Hünten » 15.11.2017, 16:20

Für meinen Heinkel wurde der Traglastindex 60 eingetragen. Der Index 60 bedeutet eine Traglast von 250 kg pro Reifen. Der höchstzulässige Achsdruck beim Heinkel Tourist beträgt hinten 240 kg. Sowohl der Teen passte bei der Gabel anstandslos als auch der Heidenau, den ich seit längerem fahre. Wie Bernd würde ich den K 59 empfehlen. Dazu habe ich schon einen Erfahrungsbericht geschrieben. Der TÜV verlangte nur, dass die Streben des vorderen Schutzbleches etwas nach außen gebogen werden.
Bernd
Dieser Heinkel war 1966 mit mir auf dem Mulhacen (Spanien 3481 m)

Antworten