Freigabe für Reifen 120/90-10

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schrotti
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Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von schrotti » 06.01.2014, 17:37

Hallo an alle,
da ich die Rutscherei mit den Contis satthabe,erwäge ich Umrüstung auf 120/90-10 schlauchlos.Mein Favorit ist der Heidenau K61.Hierfür gibt es wohl auch Gutachten die eine Eintragung erleichtern.Da aber andere Hersteller auch interessante Reifen im Programm haben hätte ich am liebsten nur die Größe eingetragen(Wie es bei 4.00-10 ja auch ist).
Hat jemand sowas und würde mir eine Briefkopie zur Verfügung stellen?
Am besten vom A2
mfg Lothar Singer

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heinkel-bernd
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Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von heinkel-bernd » 07.01.2014, 21:56

Servus Lothar,

für diese Reifengröße (120/90-10) benötigst Du eine Einzelabnahme (Gutachten) vom TÜV und der gute Mann
will die Reifen auf dem Fahrzeug sehen :shock:
Deshalb hilft Dir auch kein Vergleichs-Fahrzeugbrief. Die Gebühr von 34,- € (vor zwei Jahren bei meinen)
mußt Du auf jeden Fall berappen ! Und die Eintragung in die FZ-Papiere kosten auch nochmals ca.12,- € !

Guckst Du hier:
http://www.heinkel-club.de/forum/viewto ... ggae#p7451
Und es wird auch alternativ nur die Reifengröße eingetragen. Du darfst also jedes Fabrikat mit dieser
Größenbezeichnung und auch wieder die 4.00-10 montieren ! :wink:
Vielleich interessieren Dich auch noch diese Forenbeiträge:
http://www.heinkel-club.de/forum/viewto ... albe#p9062

Es kann nötig sei, daß Du am vorderen Kotflügel die Streben-Paare im Bereich der Reifenschulter etwas
auseinander dehnen mußt ! Den kleinen Finger sollte man schon, wenn auch straff, dazwischen durchbekommen ! :?
Und wenn der TÜVler nach der Felgengröße fragt, kannst Du ihm dieses Foto zeigen:
Größenbezeichnung in der Tiefbettfelge des <br />Heinkel Tourist 103 A-1/A-2
Größenbezeichnung in der Tiefbettfelge des
Heinkel Tourist 103 A-1/A-2
Kennst Du diese Testberichte schon:
http://www.reifentest.com/motorradreife ... index.html

Ich fahre wegen des "schöneren" Profils den Heidenau K59 und die Testberichte haben mir bei der Reifenwahl
ganz gut gehofen.
http://www.reifentest.com/motorradreife ... index.html

Ein Vorteil bei den Tiefbettfelgen des 103 A-1 / A-2 ist, daß man die Reifen mit der Bezeichnung TL (tubeless) ohne
Schlauch montieren lassen kann. Dazu ist nur einmalig ein kurzes Metallventil (schraubbar) nötig !
(Den TÜV-Ingeneur würde ich sicherheitshalber diesbzüglich trotzdem fragen)
Bei Schlauch-Montage müsste der Reifenmonteur nämlich aus "Sicherheitsgründen" bei jeder Reifenmontage einen neuen Schlauch verwenden und der würde auch jedesmal um die 12,- € kosten ! :(
Reifenventil schlauchlos 2.JPG
Viel Erfolg bei der Wahl des "richtigen" Reifens und
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

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Bernd Hünten
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Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von Bernd Hünten » 07.01.2014, 22:35

Hallo Lothar,
Das ist kein Problem! Ich habe sowohl eine Kopie meines Kfz - scheines mit dem Traglasteintrag 60 als auch die Tüvbescheinigung dazu. Außerdem noch die Anleitung, wo etwas gebogen werden sollte. Wenn du das vorzeigst, hast du keine Probleme; nötig ist es - wie Heinkel-Bernd auch schon schrieb - aber nicht. Einige Prüfer zeigen sich nach Aussagen meines Bekanntenkreises aber "aufgeschlossener".

Und Heinkel-Bernd schrieb als Empfehlung den K 59. Den fahre ich auch, den hätte ich dir auch empfohlen!! Vorher hatte ich den Metzeler ME 7 Teen drauf, nicht so zufrieden. (Hierzu habe ich aber sschon einen Bericht geschrieben, da musst du mal suchen.)
Ich muss den Reifen mit Schlauch fahren, da ich die geteilten Felgen habe (Baujahr 64). Da ich solo fahre, hat sich für mich mich folgender Luftdruck herausgestellt: vorn 1,6, hinten 2,0.
Bei anderen Traglasten musst du sicherlich andere Drücke fahren.
Bernd

P.S. Hast eine PN von mir
Dieser Heinkel war 1966 mit mir auf dem Mulhacen (Spanien 3481 m)

Martin
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Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von Martin » 07.06.2014, 22:21

Habe auf meinem A2 (Tiefbettfelge nicht geteilt) nun auch den K59 M66 von Heidenau montiert. Bin wg Einzelabnahme zum TÜV (darf in Westdeutschland nur der TÜV und nicht die DEKRA machen). Dort hat der freundliche Prüfer, nachdem er im PC herumgesucht hatte, gemeint, dass die Reifengröße 120/90-10 als Ersatz für 4x10 allgemein zugelassen sei, wenn genug Platz dafür sei. Das hat er nachgeschaut und überlegt, welche Felgengröße montiert ist - auf den Felgen steht die Größe nicht drauf, also hat er mir geglaubt, dass es die originalen Felgen sind. Dann hat er im Freigabebrief von Heidenau den Absatz "... vorbehaltlich einer Anbauabnahme ... " durchgestrichen und dieses mit Stempel bestätigt. So habe ich nun keine Einzelabnahme, keinen Eintrag im Schein und keine Kosten.

Gibt es anderweitig ähnlich gute Erfahrungen?
Gruß, Martin

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Wolfgang_O
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Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von Wolfgang_O » 07.06.2014, 22:52

Das ist auf jeden Fall interessant, Martin. Muß ich mal meinen TÜV-Mann fragen
Viele Grüße aus dem Spessart

Wolfgang

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heinkel-bernd
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Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von heinkel-bernd » 30.10.2015, 23:07

Servus Freunde,

da ich mein heutiges Versuchsergebnis mit verschiedenen Felgen mal bekannt geben will, werde ich
dieses Thema mal fortsetzen:

Auf der Suche nach guten Ganzjahresreifen für den Tourist bin ich auf den ContiMove 365 120/90-10 57P
gestoßen. ( der Lastindex von 57 ist an meinem Roller wegen Ablastung genehmigt)
Beim Abziehen der alten Heidenau K59 fiel mir dieser eingegossene Schriftzug auf, den ich noch an keinem
anderen Reifen gesehen habe: Regelfelge 2.75 x 10
Felgengröße für Heidenau kompr..JPG
Auch im Internet habe ich in verschiedenen Reifentabellen darüber mit dem gleichen Ergebnis recherchiert.
Da unsere Touristen (103 A-0 bis 103 A-2 ) standardmäßig aber mit 2,50"-Felgen ausgestattet sind, wird jeder
Gutachter erst einmal ins Grübeln kommen, zu guter Letzt aber doch beide Augen zudrücken !
Mir geht es hier aber nicht um die Anbauabnahme sondern darum, dass der Reifen auf der "zu schmalen" Felge
übermäßig zusammengedrückt wird, sich die Lauffläche dadurch stärker wölbt und natürlich auch in der Mitte
stärker abgefahren wird.
Besonders deutlich wird dies bei meinen neuen ContiMove, worauf ich aber später zurückkommen werde.

Glücklicherweise habe ich auch noch eine teilbare Kabinenfelge mit 3,00" Breite herumliegen und wollte
dieses Verhalten an einem Versuch bestätigt haben.
Für die ersten 2 Versuche habe ich einen Heidenau K59 mit ca. 2 mm Restprofil verwendet.
Reifenluftdruck in beiden Fällen 1,5 bar. Nicht mehr, da teilbare Felge nicht an Fahrzeug montiert !
Mir ging es in erster Linie um die Wölbung der Lauffläche auf verschieden breiten Felgen !
Reifen-Schablone auf Felge 2.50 x 10
Reifen-Schablone auf Felge 2.50 x 10
Die Kabinenfelge ist zwar mit 3,00" Breite etwas überdimensioniert, das macht aber den Unterschied der Wölbung
umso deutlicher !
Reifen-Schablone auf Felge 3,00 x 10, Luftspalt in der Mitte 3 bis 4 mm
Reifen-Schablone auf Felge 3,00 x 10, Luftspalt in der Mitte 3 bis 4 mm
Der Test an meinen neuen ContiMove brachte dann aber eine Überraschung !

Fortsetzung im nächsten Beitrag.
Zuletzt geändert von heinkel-bernd am 31.10.2015, 19:44, insgesamt 1-mal geändert.
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

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Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von heinkel-bernd » 30.10.2015, 23:21

Hier bin ich wieder !

Nach dem Aufziehen und Aupumpen mit 1,5 bar meiner neuen ContiMove kam mir die Wölbung der Lauffläche
etwas "spitzig" vor, was mich dann eigentlich zu diesen Versuchen veranlasst hat !

Das Versuchsergebnis gefällt mir aber gar nicht !
Mit Vergleichsschablone Heidenau auf 2,50 x 10
Mit Vergleichsschablone Heidenau auf 2,50 x 10
Jetzt bin ich d`rauf und d`ran, mir noch eine Kabinenfelge 3,00 x 10 zu besorgen und die neuen Reifen darauf
zu montieren um die Wölbung der Lauffläche etwas abzuflachen.
Werde aber vorher noch beim TÜV eine Erlaubnis einholen !

Hier noch bildlich der Unterschied zwischen einer Kabinen- und einer Tourist-Felge
Unterschied Kabine-Tourist kompr. Kopie.jpg
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

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Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von DER-SCHRAUBER » 30.10.2015, 23:57

Hallo Bernd,

schöner Versuch.. drängt mir aber 2 Fragen auf.

1.) Wie schaut der Versuch unter "Belastung" aus. Also Versuch am Roller auf Glasplatte. Vermute durch das Gewicht schaut das ganz anderst aus...

2.) Da es beim ContiMove noch extremer ist, hat der Reifen eine Freigabe für den Heinkel???

Gruss Markus
Zuletzt geändert von DER-SCHRAUBER am 17.01.2016, 20:58, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von heinkel-bernd » 31.10.2015, 01:17

Servus Markus,

zu Frage 1:
Ich muss ja mit meinen erprobten Reifendrücken fahren und bin damit schon an der untersten Grenze !
Trotzdem fahren sich alle Reifen in der Mitte der Lauffläche am stärksten ab ! :(
Rein physikalisch breitet sich ja der Druck im Reifen nach allen Seiten gleichmäßig aus, sodass der Reifen das
Bestreben hat, einen runden Querschnitt anzunehmen ! Werden jetzt die beiden Reifen-Wulste näher zueinander
gebracht (durch schmälere Felgen), verkürzt sich der Umfang des Reifens (im Schnitt) und dadurch wird auch
der Radius an der Lauffläche kleiner. Rein theoretisch ! :wink:
Maßgeblich ist natürlich auch die Form (im Schnitt) der aufgebrachten Lauffläche !

Zu Frage 2:
Meine Reifen sind nur mit der Reifengröße in den Papieren eingetragen, somit unterliegen die Reifen keiner
Fabrikatsbindung ! :D

Gute Nacht und
Zuletzt geändert von heinkel-bernd am 31.10.2015, 19:47, insgesamt 1-mal geändert.
Viele heinkelige Grüße
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Re: Freigabe für Reifen 120/90-10

Beitrag von DER-SCHRAUBER » 31.10.2015, 11:00

Hallo Bernd Du Nachtschwärmer ;-)

ein wichtichtiges Thema für alle die die 120/90-10 er Reifen fahren.
Was ich oben meinte werde ich nun versuchen zu verdeutlichen. Wir haben es zu tun mit dem Zusammenspiel verschiedener Kräfte. Diese sind der Innendruck, der Seitliche Druck der Felgen auf den Reifen (andere Wölbung) und der Masse des Rollerst (die den Reifen auf die Strasse drückt). Aus diesem Zusammenspiel ergibt sich die Lauffläche wärend des Betriebes.
Unbenanntlauffläche und Drücke.jpg
Wie im Bild zu sehen kommt hierbei den Seitenwänden, dem Walkbereich, die entscheidene Aufgabe zu dies alles Auszugleichen.
Vieleicht wird nun auch deutlich, was ich meinte, das zu einer endgültigen Beureilung der Wölbung der Reifen auf dem Roller (Gewicht) beurteilt werden sollte.
Je nach Ergebniss könnte es sein das diese Reifengröse mit weniger Druck gefahren werden sollte als gewohnt. Ein Nebenefekt wäre dann auch, das sich die Reifen nicht mehr so "hart" sind, wie in manchen Berichten erwähnt.

Gruss Markus
Zuletzt geändert von DER-SCHRAUBER am 17.01.2016, 20:59, insgesamt 1-mal geändert.

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