Stehbolzen für Schwingendeckel

Motor-Vergaser-Antrieb
falo
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Stehbolzen für Schwingendeckel

Beitrag von falo » 13.09.2009, 21:58

Liebe Schraubergemeinde,

mein A103 A2 hat den einfachen (dünnen) Metalldeckel, den ich nun gegen einen Aludeckel mit Kontrollfenster tauschen will.

Meine Frage: die Stechbolzen sind für den dickerfen Aludeckel dann ja zu kurz Wie lang müssen die neuen denn sein und lassen die sich die alten einfach aus dem Schwingenhäuse drehen/ sind die eingepresst??
Ist für den Wechsel eine andere Deckeldichtung erforderlich??

Ich danke euch für eure Schraubererfahrungs-Hilfe.http://heinkel-club.de/forum/posting.php?mode=post&f=1#

Gruß

Olaf

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Angelhardy
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Re: Stehbolzen für Schwingendeckel

Beitrag von Angelhardy » 05.10.2009, 12:34

Hallo Falo,
nachdem ich auch schon vor diesem Problem stand kann ich Dir hierzu einen Tip geben:

Die kurzen Stehbolzen sind nur eingeklebt und lassen Sich raus drehen. Hierzu habe ich zwei Muttern auf die Stehbolzen aufgeschraubt und diese fest gegeneinander gekontert. Dannach konnte ich an diesen Muttern die Stehbolzen aus dem Kettenkasten ausschrauben. Neue Stehblozen habe ich mir aus abgesägten Schrauben hergestellt. Da der Kettenkasten ja aus Alu ist solltest Du die Bolzen möglichst weit eindrehen. Allerdings nicht so weit, dass sie auf der anderen Seite wieder rauskommen. Wiel ange sie dazu sein müßen mußt Du ausprobieren. Die neuen Bolzen habe ich mit Loctite wieder festgeklebt. Bis jetzt hält das so ganz gut. Hoffe ich konte Dir helfen.

Grüße Angelhardy

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velorex350
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Re: Stehbolzen für Schwingendeckel

Beitrag von velorex350 » 22.08.2020, 17:08

Das Thema ist ja schon Asbach-uralt. Hab Gestern einen "kleinen" Service gemacht und dabei auch das in der Schwinge kontrolliert. Tja, nun sifft da das Öl raus. Never touch a running System. Eine gute Gelegenheit, gleich den Blechdeckel gegen den Gussdeckel zu tauschen. Klar Bolzen zu kurz. Aber eigentlich spricht doch nix dagegen, da Schrauben reizudrehen, oder? So richtig erschließt sich mir die Erfordernis der Gewindebolzen nicht. Ok, Originalität aber sonst?. :roll:
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HenningW
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Re: Stehbolzen für Schwingendeckel

Beitrag von HenningW » 22.08.2020, 18:10

Es ist noch viel einfacher: Beim Club in der Ersatzteilliste gibt es die verschiedenen Stehbolzen zu kaufen, man muss nur die richtigen bestellen.
Gruß Henning

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velorex350
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Re: Stehbolzen für Schwingendeckel

Beitrag von velorex350 » 22.08.2020, 18:43

Danke Henning für den Hinweis. Aber der Shop hat Urlaub und die Liste ist auch noch nicht lang genug. :lol:
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Re: Stehbolzen für Schwingendeckel

Beitrag von haile » 22.08.2020, 20:16

hallo,
also ich würde sagen, stehbolzen machen sinn, vor allem, wenn man öfter stahlschrauben in alugehäuse schraubt, ist es absehbar, dass der aluguss irgendwann ausreisst.
bei stehbolzen schraubt man stahlmutter auf stahlbolzen, das geht beliebig oft. die stehbolzen mit „loctite mittelfest“ fixieren.
am schicksten schaut es aus wenn man kurze hutmuttern nimmt.
mfg & have a nice day
Matthias

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Re: Stehbolzen für Schwingendeckel

Beitrag von heinkel-bernd » 22.08.2020, 23:08

Servus Matthias,

besser hätte ich es nicht erklären können :D
(Wenn ich mir das Lob erlauben darf)

Es ergibt (fast) alles einen Sinn, wenn man sich nur tiefergreifende Gedanken
darüber macht :idea:

@velorex350
Der Baumarkt hat offen und verkauft Dir 6 etwas längere M6er Schrauben
mit Güte 8.8 (Kein Edelstahl V2A nehmen !!!)
Passende Längen absägen und rein damit :wink:
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

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velorex350
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Re: Stehbolzen für Schwingendeckel

Beitrag von velorex350 » 23.08.2020, 00:38

Danke Haile, diese Erklärung hatte ich nicht auf dem Schirm und sie ist einleuchtend. Manchmal denkt man zu kurz.
Ihr habt mich überzeugt, ich schmeiss meine Weiler an 8).
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HenningW
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Re: Stehbolzen für Schwingendeckel

Beitrag von HenningW » 23.08.2020, 18:59

Schrauben absägen oder von einer Gewindestange absägen: mir wird schlecht!

Warum? Da ich nicht weiss, wie gut die Fertigungsfähigkeiten der Heinkel Fahrer sind (nach meinen Erfahrungen, eher gering), würde ich das nie empfehlen. Warum:

1.) beim Absägen gibt es eine metallisch blanke Fläche mit einem Grad. Der Grad muss so entfernt werden, dass man ein anderes Gewindestück (Alu-Gewinde im Schwingarm oder eine Mutter) anschnäbeln und ansetzen kann. Das ist nicht trivial, da kann man das Gewinde dabei leicht kaputt machen.
2.) das blanke Teil muss in den Schwingarm hineingeschraubt werden, da dieses sonst nach außen gewandt im Betrieb korrodiert (=rostet) und unschön aussieht.
3.) die abgesägten Gewindestücke alle ungleich lang sind und somit ungleich herausstehen (wenn man den Herausstand nicht misst).
4.) Gewindebolzen haben in der Regel 2 Gewinde, unterbrochen von einem kurzen Stück ohne Gewinde. Das legt fest, wie weit der Gewindestift hineingeschraubt wird und wie weit er auf der anderen Seite heraussteht. Ich hoffe/denke, dass das bei den Gewindebolzen vom HCD auch so ist.

Das sind alles kleine Fehler, die beim Baumarkt-Schrauben-Absägen passieren können.

Noch was: Im Baumarkt gibt es in der Regel 4.6er Schrauben, die sind billiger, 8.8 eher selten. Aber 8.8 ist für den Schraubfall auch nicht notwendig, da reicht 4.6. Was 8.8 und 4.6 heißt, kann man im Wikipedia unter Schrauben Festigkeitsklasse nachlesen.

Gruß Henning

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Re: Stehbolzen für Schwingendeckel

Beitrag von velorex350 » 23.08.2020, 20:35

Gut erklärt Henning, Danke.
Hab mir die Bolzen schon angeschaut und auch den Bund, 1.5 breit gesehen. Bin ja da beruflich nicht so fachfremd und eine Drehbank steht auch in der Werkstatt. Ok, dass ich nicht an die ständige Belastung der Gewinde im Aluschwingarm gedacht habe, disqualifiziert mich etwas, aber da muss man selbstkritisch sein. Andererseits muss man die M6 auch nicht abknallen bis das Wasser rausläuft. Gewindelänge wäre schon einiges vorhanden.
Gute Zeit !
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