Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Motor-Vergaser-Antrieb
Mockawilli
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Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Beitrag von Mockawilli »

Hallo zusammen,
ich heiße Jan bin 45 Jahre und komme ausm südlichen Bayern.
Ich bin seit einigen wenigen Monaten stolzer Besitzer eines Tourist 103 A1.
Ich habe den A-Schein gemacht und hatte heute einen TÜV Termin.
TÜV hat er leider nicht bekommen, weil das Hinterrad zu viel Spiel aufweist.
Der Mechaniker meinte es könnten evtl. die Radlager sein, er selber möchte aber lieber nicht daran rum schrauben.
Ja jetzt weiß ich auch nicht so recht, wie ich weiter vorgehen soll, ich hab mit Motorrädern, speziell mit dem Tourist noch so gut wie keine Erfahrungen gesammelt.
Habe vorher eine Ape gehabt, die ich von Grund auf umgebaut habe.

Hier der Link, falls es jemanden interessiert:
https://www.youtube.com/watch?v=aPX3YnW8-Qc

Vielleicht kann mir der ein oder andere ja weiter helfen, oder mir Tips geben wohin ich mich wegen der Reperatur wenden soll.

Hier ist mein Roller:
Dateianhänge
1144.jpg
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Hans
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Re: Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Beitrag von Hans »

Hi,
Ist die zentrale Achsmutter mit den vorgeschriebenen 16kpm angezogen? Siehe Montageanleitung.
Gruß
Hans
Mockawilli
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Re: Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Beitrag von Mockawilli »

Hallo Hans,

genau das war das Problem, die Kronenmutter war nicht richtig angezogen.

Ich hab sie sogar ein paar mm mit der Hand zudrehen können.
Da frage ich mich schon, wie sowas entsteht, da doch die Mutter mit einem Splint gesichert ist.

Sollte ich gleich eine neue Kronenmutter mit Splint in Betracht ziehen?

Da hätte der TÜV-Mensch eigentlich auch drauf kommen können. Naja jetzt halt noch mal 2 Wochen auf den Zulassungstermin warten und dann hoffe ich steht dem ersten Ausflug nichts mehr im Weg.

Gruss

Jan
Rollerchris
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Re: Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Beitrag von Rollerchris »

Hallo Jan
Ich würde zunächst mal die mutter losschrauben und prüfen wie die gewinde von der Welle und der Mutter aussehen. Wenn die Gewinde in Ordnug sind die Mutter mit 16 mKG festziehen und das ganze auf Spiel prüfen. Wenn du die Mutter los hast solltest du die Radnabe einmal abziehen und prüfen ob das Stahl Mittelteil noch fest mit der Radnabe verbunden ist. Da darf in der Mitte Spalt oder ähnliche zu sehen sein. Ansonsten hier mal suchen nach Hinterradnabe, das wurde schon mehrfach besprochen.

Mit bestem Rollergruss
Rollerchris
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Bernd Hünten
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Re: Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Beitrag von Bernd Hünten »

Ich würde auf jeden Fall den Deckel auf der Kettenseite öffnen und auch dort nachsehen! Auch hier ist ein Splint und sichert eine Mutter! Vielleicht wurde der vergessen und die Mutter gibt langsam nach (alles schon gehabt).
Bernd
Dieser Heinkel war 1966 mit mir auf dem Mulhacen (Spanien 3481 m)
Mockawilli
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Re: Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Beitrag von Mockawilli »

Ich hab mir Mutter und Welle angeschaut, sieht alles gut aus.

Wenn ich den Deckel vom Kettenkasten öffne, kann ich dann wieder die selbe Dichtung nehmen zum Verschliessen, oder benötige ich da eine neue?
Ist da eine Papierdichtung drinne, oder Gummidichtung?

Für den Kettenkasten würde ich dann das Milleröl 40er zum Befüllen nehmen, geht das in Ordnung?

Edit:
Der Roller war von einem Bekannten (keine weiteren Besitzer), war stets in der Garage gestanden und hat lediglich 3800 km auf dem Tacho stehen
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heinkel-bernd
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Re: Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Jan,
prüfen ob das Stahl Mittelteil noch fest mit der Radnabe verbunden ist. Da darf in der Mitte Spalt oder ähnliche zu sehen sein.
Hier mal ein paar Fotos zur besseren Verständnis:
Bremstrommel Verz.locker.JPG
Bremstrommel Stirnfläche innen.JPG
.
Und hier noch ein Foto der Hinterachs-Teile:
H.A. Teile.JPG
("Werkzeug" ist nur für mich zum Prüfen der Verzahnung und dient auf dem Foto nur zur
Darstellung der Teile)
Den O-Ring 18x2,0 (einmaliger Gebrauch) schiebe ich nur dazwischen, wenn trotz
neuem Wllendichtring das Öl zwischen Achse und Abstandhülse durchsickert :wink:
WICHTIG !
Kronenmutter mit 160 Nm festziehen (das glauben viele nicht und dann kommt es zu Schäden an der Verzahnung)
Wenn der Splint (2 Möglichkeiten) nicht passt, weiter drehen. Keinesfalls zurück !
Wenn ich den Deckel vom Kettenkasten öffne, kann ich dann wieder die selbe Dichtung nehmen zum Verschliessen, oder benötige ich da eine neue? Ist da eine Papierdichtung drinne, oder Gummidichtung?
Je nach Deckel:
- Blechdeckel (der an Deinem Modell verbaut sein sollte) dünne Papierdichtung, kurze Gewindestifte
- Plastikdeckel mit Plastkstopfen und O-Ring (103 A-2) dünne Papierdichtung, lange Gewindestifte
- Aluguss-Deckel dicke Faser-Dichtung, lange Gewindestifte
Für den Kettenkasten würde ich dann das Milleröl 40er zum Befüllen nehmen, geht das in Ordnung?
Das gleiche Öl, das Du auch im Motor verwendest.

Und wenn Du den großen Schwingendeckel schon mal offen hast:
Schau nach, ob nicht halbe Rollen am tiefsten Punkt der Schwinge im Öl liegen :shock:
Die stammen dann von der Kette, die dann zusammen mit dem Schwingenantrieb erneuert/überholt
werden muss !
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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oldbiker
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Re: Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Beitrag von oldbiker »

Nach meiner Erfahrung hat auch die Abstandshülse Nr. 21.1154 oft "gelitten", sprich wurde gestaucht und ist kürzer geworden!
Die ET Hülsen sind m.E. nicht hart genug.
VG
Dietmar
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Hans
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Re: Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Beitrag von Hans »

@Oldbiker:
Mit der Abstandhülse habe ich die gleichen Erfahrungen gemacht. Das hat aber keinen Einfluss auf das Anzugsdrehmoment der Kronenmuttern. Die Kettenflucht verschlechtert sich.
Gruß Hans
Mockawilli
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Re: Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Beitrag von Mockawilli »

heinkel-bernd hat geschrieben: 07.05.2021, 00:42 Servus Jan,
prüfen ob das Stahl Mittelteil noch fest mit der Radnabe verbunden ist. Da darf in der Mitte Spalt oder ähnliche zu sehen sein.
Hier mal ein paar Fotos zur besseren Verständnis:
Bremstrommel Verz.locker.JPG
Bremstrommel Stirnfläche innen.JPG
.
Und hier noch ein Foto der Hinterachs-Teile:
H.A. Teile.JPG
("Werkzeug" ist nur für mich zum Prüfen der Verzahnung und dient auf dem Foto nur zur
Darstellung der Teile)
Den O-Ring 18x2,0 (einmaliger Gebrauch) schiebe ich nur dazwischen, wenn trotz
neuem Wllendichtring das Öl zwischen Achse und Abstandhülse durchsickert :wink:
WICHTIG !
Kronenmutter mit 160 Nm festziehen (das glauben viele nicht und dann kommt es zu Schäden an der Verzahnung)
Wenn der Splint (2 Möglichkeiten) nicht passt, weiter drehen. Keinesfalls zurück !
Wenn ich den Deckel vom Kettenkasten öffne, kann ich dann wieder die selbe Dichtung nehmen zum Verschliessen, oder benötige ich da eine neue? Ist da eine Papierdichtung drinne, oder Gummidichtung?
Je nach Deckel:
- Blechdeckel (der an Deinem Modell verbaut sein sollte) dünne Papierdichtung, kurze Gewindestifte


Und wenn Du den großen Schwingendeckel schon mal offen hast:
Schau nach, ob nicht halbe Rollen am tiefsten Punkt der Schwinge im Öl liegen :shock:
Die stammen dann von der Kette, die dann zusammen mit dem Schwingenantrieb erneuert/überholt
werden muss !
Hallo Bernd,

danke für deine ausführliche Antwort.

Ich habe mittlerweile TÜV bekommen!

Das hört sich nach wertvollen Informationen an.

Die 160nM habe ich eingehalten, das müsste jetzt passen.

Ich denke bei mir wurde eine Papierdichtung verbaut. Gibt es die noch original irgendwo auf Lager?
Eher nicht oder?
Dann müsste ich mir eine zuschneiden, weil die Chancen ja nicht so gut sind, dass es die alte unbeschadet übersteht.


Meinst du mit halbe Rollen den Metallabrieb?

Gruss

Jan
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