Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Motor-Vergaser-Antrieb
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sigi_rs
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Re: Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Beitrag von sigi_rs »

Hallo Jan,

nein, ich kenne das aus eigener Anschauung. Es sind wirklich halbe Rollen, Bruchstücke der Rollen an der Antriebskette. Die kann man eigentlich nicht übersehen. Du kannst auch mal mit einem Magnetheber o.ä. durch den Kasten fahren. Bei mir lagen die Rollenstücke hinter dem Abtriebs-Kettenrad. Das hat man zuerst gar nicht gesehen. Da gibt es so eine Tasche, in die prima irgendwelcher Unrat passt.

Viel Erfolg.
Jörg
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heinkel-bernd
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Re: Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Jan,
Ich denke bei mir wurde eine Papierdichtung verbaut. Gibt es die noch original irgendwo auf Lager?
Eher nicht oder?
Ersatzteile wie Dichtungen u.v.m. sind überhaupt kein Problem :D

Wenn Du (zahlendes) Mitglied im HCD (Heinkelclub Deutschland) bist und Du Dich
bei der Heinkel Ersatzteil GmbH registrieren lässt, kannst Du jederzeit dort online
bestellen :wink:

Guckst Du hier:
https://www.heinkel-club.de/t3/ml/club/ ... chaft.html
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
Mockawilli
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Re: Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Beitrag von Mockawilli »

sigi_rs hat geschrieben: 07.05.2021, 17:31 Hallo Jan,

nein, ich kenne das aus eigener Anschauung. Es sind wirklich halbe Rollen, Bruchstücke der Rollen an der Antriebskette. Die kann man eigentlich nicht übersehen. Du kannst auch mal mit einem Magnetheber o.ä. durch den Kasten fahren. Bei mir lagen die Rollenstücke hinter dem Abtriebs-Kettenrad. Das hat man zuerst gar nicht gesehen. Da gibt es so eine Tasche, in die prima irgendwelcher Unrat passt.

Viel Erfolg.
Jörg
Oje, was es alles für Sachen gibt.... Wie kann denn sowas passieren?
Wenn die Kette nicht mehr in der Flucht ist zwischen den Ritzel?

Macht sich das irgendwie mit Geräuschen bemerkbar, oder kann man das Wahrnehmen beim genauen Hinhören?

Ja das hört sich ganz gut an mit dem Club, hab mal grob die Infos überflogen.
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heinkel-bernd
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Re: Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Beitrag von heinkel-bernd »

Oje, was es alles für Sachen gibt.... Wie kann denn sowas passieren?
Wenn die Kettenräder nicht fluchten, kommt das der Kette sicher nicht zugute :(
Ich denke aber, dass verschlissene Kettenräder und eine stark gelängte Kette diese Rollen zum
Abplatzen bringen, wenn die Kettenteilung auf den "Sägeblättern" nicht mehr stimmt :cry:
Macht sich das irgendwie mit Geräuschen bemerkbar, oder kann man das Wahrnehmen beim genauen Hinhören?
Wenn nur ein paar Rollen, verteilt auf den Umfang, fehlen, wird man da noch nichts hören oder spüren.
Vor Kurzem spürte ich aber bei einem Kundenroller bei der Probefahrt ein ungewohntes Ruckeln beim
Beschleunigen, wie ich es noch nicht kannte :?
Die Sichtung des Schwingenantriebs brachte es an den Tag:
An der Kette und in der Schwinge fand ich 17 beschädigte bzw. halbierte Rollen.
Kette 2.JPG
Dabei waren auch Bereiche, wo drei bis vier Rollen hintereinander fehlten :shock:
Kette 5.JPG
Kette 7.JPG
Das das nicht rund laufen kann, leuchtet ein :idea:
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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sigi_rs
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Re: Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Beitrag von sigi_rs »

Guten Morgen,
die gebrochenen Rollen kommen daher, dass ein Dauerbruch aufgetreten ist. Sie werden durch die Antriebskraft stark belastet und auch plastisch verformt. Und irgendwann ist es dem Werkstoff zu viel, es bilden sich Risse, die da letztendlich zum Zerbrechen führen.
Das ist allerdings normaler Verschleiß. Die hier eingebaute Kette ist schon recht stark belastet für ihre Größe.

Ich habe gerade mal bei Rexnord (das ist ein Kettenhersteller) in den Unterlagen geblättert, weil ich diese zur Verfügung habe. Er schlägt für eine 08B-Kette, allerdings unverstärkt (im Roller ist eine Verstärkte eingebaut), bei 4000 1/min für das Ritzel eine maximale Belastung von 1,5 kW vor. Dazu kämen noch Belastungsfaktoren für Stöße etc. Man sieht, dass eigentlich die eingebaute Kette überlastet ist. Das ist im Fahrzeugbau aber gang und gäbe.

Fazit: man sollte ab und zu mal ein Auge auf die Kette werfen, um frühzeitig Probleme zu erkennen.

Viele Grüße
Jörg
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oldbiker
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Re: Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Beitrag von oldbiker »

Hans hat geschrieben: 07.05.2021, 11:14 @Oldbiker:
Mit der Abstandhülse habe ich die gleichen Erfahrungen gemacht. Das hat aber keinen Einfluss auf das Anzugsdrehmoment der Kronenmuttern. Die Kettenflucht verschlechtert sich.
Gruß Hans
Hallo Hans,
hast recht, Kettenflucht verändert sich, wenn sich die Abstandshülse durch Stauchung verkürzt!
Aber...wenn das Material der Hülse zu weich ist und man zieht mit dem richtigen (rel. hohem) Drehmoment die Kronenmutter an dann fließt( Fließgrenze überschritten) das Material der Hülse. Zieht man mit weniger Drehmoment an, beginnt auch ein "Stauchprozess" weil kein richtiger ausreichender Kraftschluß zustande kommt.
VG
Dietmar
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heinkel-bernd
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Re: Hinterrad hat zu viel Spiel (Radlager oder Radnabe?)

Beitrag von heinkel-bernd »

Die Kettenflucht verschlechtert sich.
Je nachdem, welche Hülsen nachgeben !
Bleibt die innere lange Abstandshülse formstabil, verändert sich die Kettenflucht nicht !

Aus Schrottteilen mal ein Schnittmodell gemacht, für die "Angsthasen", die sich nicht trauen
die Bremstrommel richtig festzuziehen :x
Hinterachs-Lagerung.JPG
.
Die neuen Abstandshülsen von der GmbH werden vor dem Einbau von mir gehärtet :wink:
Wenn es auch kein härtbarer Stahl ist, so hat mir die Erfahrung als Metallbauer gelehrt, dass
selbst Baustahl beim Abschrecken etwas härter wird.
Ich konnte das durch eine Härtetest noch nicht überprüfen, glaube aber, das danach die
Härte ausreicht :wink:
Natürlich wird nach dem Abschrecken die Dichtfläche für den Wediring wieder poliert :idea:
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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