Gangschaltung 103 A1

Motor-Vergaser-Antrieb
Dürbeck Bruno
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Re: Gangschaltung 103 A1

Beitrag von Dürbeck Bruno »

Hallo Hans,
danke für Deine Rückmeldung. Leider gelingt es mir nicht, das Video aufzurufen. Über welchen Befehl muss ich es aufrufen?
Gruß Bruno
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Hans
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Re: Gangschaltung 103 A1

Beitrag von Hans »

Auf der Club Startseite www.heinkel-club.de auf das Bild zum Heinkel Club TV Kanal klicken. Dann dort "Video 27 Schaltung einstellen" anklicken.
Gruß
Hans
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Hans
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Re: Gangschaltung 103 A1 (und A2)

Beitrag von Hans »

Hallo
ich habe mal versucht in Worte zu fassen, wie ich die Feineinstellung der Schaltung vom A1 und A2 vornehme.
Es ist nicht so schlimm, wie es jetzt hier aussieht. Geduldig lesen! Mehrfach lesen, dann wird's auf Mal ganz einfach! :D

Für die Schaltungseinstellung gehe ich exakt so vor, wie es Bernd im Video 27 des Club TV-Kanals zeigt.

(Vor den Arbeiten nach Bernds Video müssen die Schaltzüge korrekt in der Schaltrolle am Handschaltgriff eingehängt und die Schaltrolle korrekt eingelegt sein ( „In der Griffstellung 3. Gang Markierung auf Markierung!“)

Ich stelle die Schaltzüge auf 2 bis 3mm "Fingerdrückspiel" am zugänglichen Teil der Drahtseilseele unten am Motor/Getriebe (siehe Bernds Video!) ein, wenn die Züge eingehängt sind und der Schaltgriff auf "0" = Leerlauf steht.

Ich achte auch darauf dass der "Doppelhebel", in den die Schaltzüge eingehängt sind, dann schön in der Mitte des Leerlaufbereichs steht. Dazu am Hinterrad drehen und den Doppelhebel gefühlvoll am oberen Teil langsam nach vorn schieben. Die Stellung "beginnendes Getriebekratzen" merken! Nun den Doppelhebel gefühlvoll nach hinten mit drehendem Hinterrad - Stellung beginnendes Getriebekratzen merken! Nun den Doppelhebel nach bestem Augenmaß in die Mitte zwischen beide "Getriebekratzenbeginne" stellen.

Die Feinabstimmung im Anschluss führe ich in zwei Schritten aus:
1.) Im Stand:
Nicht auf der Hebebühne, weil ich die Stellung der Markierung am Handschalthebel im Auge behalten muss. Ich pumpe wieder, wie Bernd vorgibt, das Hinterrad mit Hydraulikheber frei
(!Vorsicht, dass der Ständer nicht abhebt - bzw. dass das Vorderrad keinen Bodenkontakt bekommt. Behelfsweise kann zuvor der Ständer ein/zwei cm unterfüttert werden.)

Für die Zeit der Einstellarbeiten demontiere ich die Rasterkugel und die Feder im Handschalthebel und lege sie an einen sicheren Werkbankplatz. Den Handschalthebel stelle ich auf Leerlauf ( "0" ) .

Ich bitte nun eine zweite Person zu helfen. Sie muss sich leider auf die Knie begeben. Sie dreht das Hinterrad langsam in Fahrrichtung nach vorn. Ich drehe den Handschaltgriff mit gezogener Kupplung langsam in Richtung 2.Gang. Das Getriebe dreht wegen kaltem Öl trotz gezogener Kupplung mit. Das ist so für den weiteren Fortgang auch erforderlich. Sollte das Getriebe nicht mitdrehen, lasse ich den Kupplungshandhebel etwas nach. Es ist nun beim ganz langsamen Drehen des Handschaltgriffes Richtung 2. Gang darauf zu achten, wo sich die Hebelmarkierung befindet, wenn die Schaltklauen im Getriebe anfangen, aneinander zu kratzen. Ich merke mir mit Bleistiftstrich, wo sich die Markierung beim Beginn des Getriebekratzens befindet:
- am Fuß der eingestanzten "2",
- ein wenig oberhalb des Fußes,
- in der Mitte der "2" - oder
- wo denn gegebenenfalls oberhalb der Mitte.
Falls der "Kratzenpunkt" nicht unterhalb der Mitte der "2" ist, stelle ich ihn dahin, auf 1/4 der Höhe der "2" (oder anders: nach Augenmaß auf die Hälfte zwischen dem Fuß und der Mitte der "2").
Wenn man die Markierung von “oberhalb Mitte 2“ nach “unterhalb Mitte 2“ verstellen muss, muss man die Stellschraube des am Doppelhebel am Motor/Getriebe oben eingehängten Zugs etwas herausgedrehen. „etwas“ heißt hier in der Größenordnung vielleicht eine halbe Umdrehung – das muss man probieren. Man muss mit Geduld arbeiten und vielleicht sogar mit 1/6 Umdrehung anfangen.
Wichtig ist, dass immer die Stellschraube des unteren Seilzugs sofort nach Verstellung des oberen entgegengesetzt verstellt wird. „entgegengesetzt“ heißt: Wenn die obere Stellschraube rausgedreht wird, muss die untere reingedreht werden, damit das ursprüngliche Fingerdruckspiel erhalten bleibt.

Immer wieder muss geduldig zwischendurch geprüft werden, wo der Kratzenbeginn auf dem Weg von "0“ nach "2“ liegt. Dazu muss immer die Helferperson das Hinterrad in Laufrichtung nach vorn von Hand drehen.

Also nehmen wir an, er liegt auf dem Weg von "0“ nach "2“ (also beim Hochschalten) bei ca. ¼ der "2“ . Dann ist jetzt zu prüfen ober er beim Runterschalten auch bei ca. ¾ der "2“ liegt. Also unter Drehen des Hinterrades die "2“ (den 2.Gang) überschalten, bis zur "3“ (dem 3.Gang) drehen, den kurz einrasten lassen (vorläufig ohne jegliche Stellungsprüfungen). Dann unter weiterem Drehen des Hinterrades den Handschaltgriff mit gezogenem (oder leicht nachgelassenem) Handkupplungshebel von "3“ in Richtung nach "2“ drehen.

Ist jetzt die Markierung des Handschaltgriffes bei Kratzenbeginn von oben kommend auch bei ca. ¼ vor der Mitte der "2“?

Wenn nicht, dann mit geduldigem 1/6-weise Rein- oder Rausdrehen von oberer und unterer Stellschraube das Kratzenbeginn jeweils so zu legen, dass es von oben kommend und von unten kommend gleich weit von der Mitte der "2“ entfernt ist. Es muss nicht ¼ über und ¼ unter Mitte "2“ sein, sonder wichtig ist, dass es gleich weit von Mitte „2“ entfernt ist!

Wenn das endlich erreicht ist, die Prüfprozedur mit dem 3. Gang durchführen. D.h., prüfen, wo Kratzenbeginn beim Hochschalten zur „3“ liegt und wo beim Runterschalten von der „4“ kommend.
Es sollte hier auch gleich weit oberhalb und unterhalb der Mitte der „3“ zu hören sein – oberhalb, wenn man vom 4.Gang kommt und unterhalb wenn man vom 3.Gang kommt.

Wenn das nicht der Fall ist, die Prozedur beim 2. Gang neu durchführen!! Es macht keinen Sinn jetz beim 3.Gang „rumzufummeln“.

Erst wenn das alles geduldig bis zur Zufriedenheit ausgeführt ist, kann die Probefahrt begonnen werden.

2.) Probefahrt:
Bei der Probefahrt erst Motor und Öl warm fahren. Dann mit gefühlvollem Hochschalten feststellen, wo der 2. Gang einrastet. Es sollte zufriedenstellend gut in der Mitte der "2“ sein – das sowohl beim Hochschalten, wie auch beim Runterschalten. Sollte das Einrasten des 2.Gangs wieder oberhalb der Mitte der "2“ liegen, die obere Stellschraube 1/6 Umdrehung raus! Und die untere 1/6 rein! Das nun wieder geduldig bis zur Zufriedenheit.

Damit ist es dann aber auch erst mal gut!
Jetzt die Rasterkugel in den Schaltgriff wieder einbauen und Probe fahren. Wenn's nicht gut ist, Rasterkugel raus und mit neuer Geduld ans Werk.

Bei den ersten anschließenden Ausfahrten prüfen, ob man noch zufrieden ist – wenn nicht zu Hause verbessern und wieder Probe fahren.

Was auch passiert, ist, dass 2. [und somit auch 3.Gang zu hoch (oberhalb Mitte der "2“ bzw. „3“)] eingestellt werden. Dann ist auch der 4.Gang zu weit oben an der "4“ und kann unter Umständen nicht mehr eingeschaltet werden. Jetzt ist es inzwischen aber sicher in Fleisch und Blut übergegangen, wie man die Gange „etwas weiter runter holt“ (oder wenn der 1. Gang schlecht schaltet, „etwas weiter hoch schiebt“).

So!
Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt. Das ist nicht einfach, solche Vorgänge nur mit geschriebenen Worten zu erklären. Im gesprochenen Wort und mit praktischem Zeigen ist das einfacher. Wenn man sich aber durch den Text durchgebissen hat; ihn vielleich 7 mal gelesen hat und dann selbst Erklärungsabschnitt für -abschnitt öfter durchprobiert hat, wird man feststellen, dass es eigentlich – trotz meiner hoffentlich nicht zu kruden Ausdrucksweise - ganz einfach ist.
Wenn mir jemand über PN seine Telefonnummer schickt, bin ich gern bereit zurückzurufen und zusätzliche mündliche Erläuterungen zu geben

Gruß
Hans
phenomeno
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Re: Gangschaltung 103 A1

Beitrag von phenomeno »

Hallo Hans,

eine sehr gute Anleitung. Danke dafür!

Gruß
Denny
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Hans
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Re: Gangschaltung 103 A1 (und A2)

Beitrag von Hans »

Hallo zusammen!
Wichtig ist noch zu erwähnen, das die "Schaltsegment" genannte Welle, die mit einer Vielzahnnabe aus dem Kupplungsdeckel austritt (siehe Bild) leichtgängig sein muss, bevor es Sinn macht, die Arbeit zur Einstellung der Schaltung zu beginnen.
Die Welle sollte merkbares Spiel haben, wenn man - wie im Bild gezeigt - mit Daumen und Zeigefinger abwechselnd drückt und zieht. Ein definitives Maß anzugeben, ist mir nicht möglich. Gefühlt könnten es wohl 5 Zehntel Millimeter sein, die ich für gut befinde. Wenn kein Spiel da ist, kann man die Welle ausbauen und einen Bund der Welle etwas abdrehen.
Wer keinen Zugriff auf eine Drehmaschine hat, kann einfach zwei Dichtungen unter den Kupplungsdeckel unter legen. Es ist nicht die Hightech-Methode, aber es führt zum Erfolg. Manche schaffen es, diese Arbeit durchzuführen, ohne den Motor auszubauen. Meine Erfahrung ist, dass das "Gefummel" ohne Motorausbau keine Zeitgewinn bringt. Ich baue dazu den Motor aus!
DSCN3492.JPG
Gruß
Hans
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