Vielleicht ein leidiges Thema, Motoröl, mir aber grad wichtig

Motor-Vergaser-Antrieb
BMW Schrauber
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Vielleicht ein leidiges Thema, Motoröl, mir aber grad wichtig

Beitrag von BMW Schrauber »

Hallo

Ich bin neu hier in der Heinkel Welt mit einem Tourist A2 und hab die Suchfunktion nach Motoröl bedient.
Nun, SAE30 leicht legiert hat hier auch der Landmaschinenhändler, da werd ich auch Öl einkaufen. Mach ich für alle meine Fahrzeuge so.

Meine alten BMW bekommen 20W50. das ist wohl etwas zu dünnflüssig, wenn SAE30 oder SAE40 für die heissen Sommer am Bodensee empfohlen wird.

Nun hol ich den Heinkel erst, habe aber in der letzten Instandsetzungsrechnung einer Werkstatt entdeckt dass hier 1,5 liter 5W40 Leichtlauföl eingefüllt wurde.

Ich denke diese Superschmiere für Neufahrzeuge mach ich ganz schnell mal raus wenn ich den Roller in der Garage habe weil ich hab Angst dass die Lagerstellen hier nicht richtig geschmiert werden bzw, der Schmierdruck in den Lagern auch nicht korrent aufgebaut wird bei so dünnflüssigem Motoröl.
Die Kupplung mag das bestimmt auch nicht, Habe etwas Bedenken dass die da gerne durchrutscht.

Wie empfindlich ist denn der Heinkel da diesbezüglich mit dem falschen Schmierstoff?

Viel gefahren wurde der Roller seit der Instandsetzung nicht.

Gruss

Dieter
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Erdgeschoss
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Re: Vielleicht ein leidiges Thema, Motoröl, mir aber grad wichtig

Beitrag von Erdgeschoss »

Ein Öltopic :mrgreen:
BMW Schrauber hat geschrieben: 06.12.2020, 19:36 ...dass die Lagerstellen hier nicht richtig geschmiert werden bzw, der Schmierdruck in den Lagern auch nicht korrent aufgebaut wird bei so dünnflüssigem Motoröl.
Der Heinkelmotor ist wegen seiner Wälzlager und Schleuderschmierung extrem unsensibel, was Öl angeht. Weder muß Öldruck erzeugt werden durch Pumpe und Gleitlagertoleranzen, noch muß der Schmierfilm besonders scherfest sein wegen der Wälzlager. Bei dem bißchen Leistung ist es auch der Kupplung egal, wenn die rutscht, liegt es an einem mechanischen Mißstand. Die Buntmetallverträglichkeit wird oft angeführt, aber es gibt keine Motoröle (mehr), die da problematisch wären.
BMW Schrauber hat geschrieben: 06.12.2020, 19:36 ...
Meine alten BMW bekommen 20W50. das ist wohl etwas zu dünnflüssig, wenn SAE30 oder SAE40 für die heissen Sommer am Bodensee empfohlen wird.
SAE 20W-50 ist (warm) dickflüssiger als SAE 30 und SAE 40, nicht dünner.


Das wichtigste in Motoren ohne Filter ist häufiges Wechseln, immer möglichst warm, dann ist Abrieb und Kondensat in der Schwebe.
Ich habe spaßeshalber mal eine Ölanalysereihe gemacht und nach jeweils ca 2000km waren die typischen Verschleißwerte wie Eisen und Chrom immer unerheblich, wenn man bedenkt, daß eine Kette in dem Öl läuft. Kondensat war auch kaum enthalten, der Motor läuft ziemlich warm und hat eine funktionierende Entlüftung des Kurbelgehäuses.
BMW Schrauber hat geschrieben: 06.12.2020, 19:36 Die Kupplung mag das bestimmt auch nicht, Habe etwas Bedenken dass die da gerne durchrutscht.
Je dünner das Öl, desto besser packt die Kupplung. Im Rennmotor notfalls ATF Typ "F", das hat nur 7cSt und wäre damit einem SAE 20 ähnlich :wink:
Zuletzt geändert von Erdgeschoss am 06.12.2020, 22:35, insgesamt 3-mal geändert.
Lambr1kel
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Erdgeschoss
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Re: Vielleicht ein leidiges Thema, Motoröl, mir aber grad wichtig

Beitrag von Erdgeschoss »

Was (unter vielen anderen, wie gesagt, es gibt fast kein "falsches" Öl für den Motor) hervorragend geht sind STOU Öle in 10W-40 (deckt SAE 30 leicht ab mit Reserve nach oben)
Die sind als Merhzwecköl für viele Traktoren zugelassen als Motoröl ACEA E2 oder 3 (full SAPS), als Getriebeöl API GL4 (gut für Zahnräder und Kette!) und für nasse Bremsen und Kupplungen geeignet, mit gutem Griff und ohne Rattern/Rubbeln, z.B. JOHN DEERE J27 und ähnliche Anforderungen.

Und es kostet typischerweise 3-4€/Liter :)
Lambr1kel
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Bernd Hünten
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Re: Vielleicht ein leidiges Thema, Motoröl, mir aber grad wichtig

Beitrag von Bernd Hünten »

Das leidige Thema Öl hatten wir schon diverse Male.
Ich habe mich bei einem Hersteller einmal schlau gemacht und das auch veröffentlicht:
viewtopic.php?f=1&t=3050
Auf keinen Fall höher legierte Öle nehmen, weil dann die Kupplung rutscht. Ich selber habe böse Erfahrungen damit gemacht.
Aber, jeder muss selbst entscheiden.
Viel wichtiger erscheint es mir, die Entlüftung nicht einfach ins Leere verlaufen zu lassen, weil hier der ganze Dreck der Straße eingesaugt wird und das Öl vorzeitig schwärzt. Entweder die Entlüftung durch einen Filter laufen lassen ( Louis) oder besser in den Vergaser ableiten.
Bernd
Dieser Heinkel war 1966 mit mir auf dem Mulhacen (Spanien 3481 m)
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Erdgeschoss
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Re: Vielleicht ein leidiges Thema, Motoröl, mir aber grad wichtig

Beitrag von Erdgeschoss »

Hallo Bernd,

eine "Legierung" (richtiger "Mischung/Additivierung") sagt nichts über die Reibwerte an der Kupplung aus. Esteranteile ebensowenig, die Motul 7100 Reihe z.B. ist zu großem Teil Esteröl und funktioniert mit Nasskupplungen sehr gut (Jaso MA2). Wenn es Probleme mit rutschender Kupplung gibt, dann fast immer wegen mechanischer Probleme. Ansonsten ist man mit allen Motorölen für Motorräder mit gemeinsam geschmiertem Getriebe sicher. Man erkennt diese an der japanischen JASO MA/MA2 Normierung.

Die Befürchtung, die Entlüftung könne Dreck ansaugen, kann ich beruhigend verneinen; das Blowby Gas hat immer etwas Überdruck gegenüber der Außenluft. Der Vorschlag, die Entlüftung vor dem Vergaser enden zu lassen ist hervorragend, damit erreicht man u.U. sogar eine leichte Absaugung und noch bessere Kondensatvermeidung.
Lambr1kel
BMW Schrauber
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Re: Vielleicht ein leidiges Thema, Motoröl, mir aber grad wichtig

Beitrag von BMW Schrauber »

hallo

nun ich fand einige unterschiedliche Angaben die hier in den verschiedenen herunterladbaren Publikationen zu finden sind.

Da wird einmal als Schmierstoff SAE30 Einbereichsöl, ein andermal von 10W30 Öl und ein andermal von SAE40 ausgewiesen.

Deshalb auch meine Frage.

Vielleicht habe ich mich auch falsch ausgedrückt, dieses 5W40 ist Vollsynthetik Öl. Und nicht überallsind in diesem Antrieb Wälzlager verbaut.

Nockenwelle, Stössel, Ventiltrieb.

Um das Ganze abzukürzen, 20W40 oder 20W50 mineralisch kann man jederzeit verwenden?

Das wäre nämlich beim mir in grösseren Gebinden vorrätig.

Gruss

d.
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Erdgeschoss
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Re: Vielleicht ein leidiges Thema, Motoröl, mir aber grad wichtig

Beitrag von Erdgeschoss »

BMW Schrauber hat geschrieben: 07.12.2020, 07:42 Um das Ganze abzukürzen, 20W40 oder 20W50 mineralisch kann man jederzeit verwenden?
Ja!
Lambr1kel
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Hans
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Re: Vielleicht ein leidiges Thema, Motoröl, mir aber grad wichtig

Beitrag von Hans »

Hi,
ich habe das größte Vertrauen zu den Aussagen bei pteng:

http://www.pteng.de/heinkel/antrieb/antrieb.htm
Dort bei "Motoröl" nachlesen!

Das Thema "Partikel nicht in Schwebe halten" sondern "als Schlamm ablagern lassen" und "mit dem nächsten Ölwechsel herauslaufen lassen" ist hier im neuen Thread noch nicht berücksichtigt! Und auch nicht, was mit Motoren ist, die bisher mit unlegiertem Öl gefahren wurden und bei denen die Additive der neuen Ölsorte alle Ablagerungen erst mal lösen/abwaschen würden und dann noch in Schwebe halten!
Ich halte mich an Pteng!

Ich habe mal 20W50 mit Klassifizierung Jaso MA2 verwendet und hatte eine rutschende Kupplung. Nachdem ich wieder SAE40 Regular fahre, ist das nicht mehr aufgetreten. Ich musste allerdings die Reste vom 20W50 dadurch ausspülen, dass ich mit Regular SAE40 zweimal nach schon 100km Ölwechsel durchführte. Jetzt geht's seit Jahren gut (mit unveränderten Kupplungsbelägen und Federn) auch nachdem ich den Motor im Gespannbetrieb fahre. Die rutschende Kupplung von vor 3 oder 4 Jahren war an dem Motor schon im Solobetrieb mit 20W50 nach Jaso aufgetreten. Die stärkeren Kupplungsfedern an einem Tourist eines Freundes führten schon nach einer Stadtfahrt zu schmerzenden Handgelenken und wurden wieder entsorgt. -----> sind aber auch unnötig, wenn man Regular SAE 40 oder §0 verwendet!

Für mich sind meine Erfahrungen so eindeutig, dass ich da nix mehr experimentiere!!! :D

Ölwechsel mache ich nach ca. 2000 bis 2500 km! Die Gehäuseentlüftung habe ich so verlegt, dass sie keinen Straßenschmutz ansaugt! (Dass dort immer Überdruck herrscht, stimmt nicht! Wenn der Kolben auf dem Weg nach oben ist, wird dort auch angesaugt.)
Gruß
Hans
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Erdgeschoss
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Re: Vielleicht ein leidiges Thema, Motoröl, mir aber grad wichtig

Beitrag von Erdgeschoss »

Wie gesagt, kein Streß.
Der Motor ist bauartbedingt extrem unempfindlich auf Öleigenschaften, wenn die ein oder anderen verglasten Kupplungsbeläge ein bestimmtes Öl besonders gut vertragen, kann man das ja nehmen.
Mit dem häufigen Wechslen sind die Detergens- und Dispersanteigenschaften geradezu egal, der uralte Spruch mit dem "Partikel im Ölschlamm Absetzen" kommt von Schleuderfiltern, die wir hier nicht haben. Wie wäre denn dann ein Getriebe betroffen von Abrieb, das Wälzlager hat und nur alle 60.000km oder noch seltener frisches Öl bekommt.


Wie gesagt, ich will niemendem hier irgendwas mies reden und vor allem nicht tatsächlich gemachte Erfahrungen in Abrede stellen. Ich stelle nur dar, warum einzelne Aussagen, die gebetsmühlenhaft in bestimmten Kreisen (außerhalb von hier!) hergebetet werden nicht unbedingt stichhaltig sein müssen.
Grade weil Dieter ja bestimmtes Öl schon hat und speziell danach gefragt hat wollte ich ihm kurz überblickhaft erläutern, warum dieses Öl kein Problem sein sollte.
Lambr1kel
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Erdgeschoss
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Re: Vielleicht ein leidiges Thema, Motoröl, mir aber grad wichtig

Beitrag von Erdgeschoss »

Hans hat geschrieben: 07.12.2020, 17:52 ...Dass dort immer Überdruck herrscht, stimmt nicht! Wenn der Kolben auf dem Weg nach oben ist, wird dort auch angesaugt.
Das stimmt natürlich beim Einzylinder, ich hatte (zumindest bei meinem Motor) geglaubt zu beobachten, daß der Schlauch zu lang ist, als daß es die Gassäule ganz zurücksaugen würde. Aber klar, warum kein Schutzfilter. Billig und wirksam.
Lambr1kel
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