Demontage/Montage Schwingarm

Motor-Vergaser-Antrieb
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Achim65
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Demontage/Montage Schwingarm

Beitrag von Achim65 »

Hallo alle,

dank der Montageanleitung und der vielen guten Tipps hier im Forum habe ich mittlerweile den Schwingarm sowie die Lager unfallfrei demontieren können.

Wie sich im Vergleich zu den Neuteilen vom Club zeigte, war der Wechsel sowohl des großen Kettenrades
20201014_191803_Bildgröße ändern.jpg
als auch des kleinen
20201014_191114_Bildgröße ändern.jpg
wirklich geboten.

Nun zu zwei Fragen, die sich mir vor dem Zusammenbau stellen:

1. Nach dem Abbau des Lüftergehäuses und Reinigung des Bereiches trat im Bereich der Stiftschraube M6x105 (Bildtafel 1/8) deutlich Öl aus. Nun habe ich im Kapitel "Schwingarm montieren" unter Ziff. 24 gelesen, dass die Stoppmutter 57/3 mit Dichtring (Gewinde mit Sicherungslack bestreichen) befestigt wird. Gibt es wirklich keine weitere Abdichtung zwischen Kurbelgehäuse und Lüftergehäuse?! Bis zum vollständigen Zusammenbau habe ich das jetzt erst einmal mit Scheiben und einer Mutter abgedichtet, aber ist das die Standardlösung?
20201014_192352_Bildgröße ändern.jpg

2. Ich habe selten in meinem Leben Öl gesehen, das roch und aussah wie das in meinem Schwingarm. Nun hatte der Vorgänger den Schwingarmdeckel sogar mit Farbe "versiegelt", so dass ich davon ausgehe, dass das Öl womöglich seit etlichen Jahren nicht gewechselt wurde. Die Konsistenz erinnerte allerdings dermaßen an Marmelade, dass ich mich frage, wie es zu solchen Verunreinigungen gekommen sein könnte. Gerochen hat es tatsächlich, als seien Abgase im Spiel gewesen. Hat jemand so etwas schon einmal gesehen? Reicht es aus, das ordentlich zu säubern und dann neues Öl einzufüllen oder sollte ich andere Ursachen in Betracht ziehen?
20201014_200817_Bildgröße ändern.jpg
Im übrigen erklärt sich damit aus meiner Sicht auch die extreme Abnutzung von Kette und Kettenrädern...

Herzlichen Dank für jegliche Kommentare!
Viele Grüße
Achim
Er kann nicht fliegen, er hat keine Strahlturbine, aber er ist trotzdem von Heinkel.
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heinkel-bernd
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Re: Demontage/Montage Schwingarm

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Achim,

zu Frage 1 :
viewtopic.php?f=1&t=2877&p=16890&hilit=O+Ring#p16890
Zu Frage 2 :
Gerochen hat es tatsächlich, als seien Abgase im Spiel gewesen.
Ist der Radialdichtring im motorseitigen Schwingenlager richtig herum montiert ?
viewtopic.php?f=1&t=3238&p=19318&hilit= ... ppe#p19318
In das Kurbelgehäuse gelangen (je nach Zustand der Kolbenringe) am Kolben vorbei mehr oder
weniger Abgase (Blow By-Gase), die (theoretisch) bei falschem Einbau des o.g. Radialdichtringes
auch in den Schwingarm gelangen können :?
Deshalb ist es wichtig, dass der Schlauch für die Kurbelgehäuseentlüftung im Querschnitt nicht
verengt wird (über dem Ventideckel nicht abknickt) !
Ich gehe sogar so weit, dass ich den angegossenen Anschlussnippel auf dem V-Deckel auf 6,5 mm
aufbohre, um einen Rückstau der verdrängten Luft möglichst gering zu halten :wink:

Als Entlüfterschlauch verwende ich immer stabile, benzin- und ölfeste Gummischläuche mit
Innendurchmesser 8 mm.

Mach`s gut und
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
schwobawolfgang
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Re: Demontage/Montage Schwingarm

Beitrag von schwobawolfgang »

Hallole,
nachdem mir schon etliche Gummischläuche oben am Knick gebrochen sind hab ich seit langen Metall ummantelte Hydraulik Schläuche im Einsatz.
Grüßle
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Achim65
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Re: Demontage/Montage Schwingarm

Beitrag von Achim65 »

Hallo,

Danke für die im wahrsten Sinne des Wortes unermüdliche Hilfe und die extrem schnellen Antworten!

Den Thread mit der Antwort zur ersten Frage kannte ich tatsächlich noch nicht. Vielen Dank für den Hinweis! Die Fase am Lüftergehäuse werde ich dann wohl noch anbringen müssen, damit der O-Ring passt. Das sollte funktionieren...

Hinsichtlich meiner zweiten Frage: So wie es ausschaut haben wir es mit der Version 2 zu tun, bei der der Wellendichtring weiter außen sitzt und in der hinteren (inneren) Lagerhülse an das Kugellager 6303 anstößt.
20201015_111350.jpg
Der Wellendichtring war auch mit der Flüssigkeits-/Druckseite (also der mit Schlauchfeder und Dichtlippe) motorseitig bzw. nach innen, mithin korrekt, montiert. Die Kurbelgehäuseentlüftung werde ich selbstverständlich prüfen und den Schlauch ggf. ersetzen. Ich hoffe, dass am Ende nicht einfach zu viel Abgas im Spiel ist, weil die Kolbenringe nicht mehr richtig dichten.

Viele Grüße
Achim
Er kann nicht fliegen, er hat keine Strahlturbine, aber er ist trotzdem von Heinkel.
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Achim65
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Re: Demontage/Montage Schwingarm

Beitrag von Achim65 »

Hallo,

ich nochmal...

Offensichtlich weisen die Lagerhülsen einen starken Verschleiß auf. Würdet Ihr das in diesem Zustand (bis zur nächsten Revision) wieder so einbauen oder sollte ich zwingend einen Schwingenlagersatz bestellen? Taugt der als gute langfristige Lösung? Ich hatte mal in einem anderen Beitrag gelesen, dass jemand die Lagerhülsen noch "nachbehandelt" hatte...

In eingebautem Zustand zuvor hatte ich nicht den Eindruck, dass die Schwinge großes Spiel gehabt hätte.

20201018_184234.jpg

Viele Grüße
Achim
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Erdgeschoss
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Re: Demontage/Montage Schwingarm

Beitrag von Erdgeschoss »

Hast Du die Möglichkeit, das Spiel zu messen?
Wie die Oberfläche aussieht ist tatsächlich nicht so entscheinend.
Zuletzt geändert von Erdgeschoss am 18.10.2020, 20:09, insgesamt 1-mal geändert.
Lambr1kel
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heinkel-bernd
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Re: Demontage/Montage Schwingarm

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Achim,

Du hast `ne P.N. :wink:
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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Achim65
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Re: Demontage/Montage Schwingarm

Beitrag von Achim65 »

Vielen Dank!

Vielleicht ne blöde Frage, aber wie messe ich das Spiel am besten?

Liebe Grüße
Achim
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Erdgeschoss
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Re: Demontage/Montage Schwingarm

Beitrag von Erdgeschoss »

Außen- und Innendurchmesser der Passungsflächen messen. Geht um Überblick zu bekommen auch mit dem Meßschieber, wenn man genau ist.
Genauer mit der Bügelmeßschraube die Zapfen messen, das Maß in das Innenmeßgerät übernehmen und damit in die Buchse fahren und das Spiel direkt ablesen. In beiden Fällen mehrfach messen sowohl auf die Länge der Flächen verteilt, als auch im Winkel versetzt.

Oder die Teile zusammenhalten, wackeln, den Kopf wiegen und "Hm, hm..." sagen. :)
Achim65 hat geschrieben: 18.10.2020, 18:53 In eingebautem Zustand zuvor hatte ich nicht den Eindruck, dass die Schwinge großes Spiel gehabt hätte.
Steck alles trocken zusammen, schraub das vordere Gehäuseteil mit 2 Schrauben fest und wackel an der Schwinge. Wenn es mehr Spiel als ein kleines Klicken hat, besorg neue Teile. Das ist zwar keine "korrekte" Messung der Bauteile, zeigt aber einfach, ob es schlimm ist.
Lambr1kel
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Achim65
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Re: Demontage/Montage Schwingarm

Beitrag von Achim65 »

o.k.

Geht los!

Danke!!
Er kann nicht fliegen, er hat keine Strahlturbine, aber er ist trotzdem von Heinkel.
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