zu geringe Kompression beim 103 A2

Motor-Vergaser-Antrieb
fab458
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Re: zu geringe Kompression beim 103 A2

Beitrag von fab458 »

Hallo an alle,

ich wollte mich schon einmal dafür bedanken das so viele hier versuchen mir zu helfen.
Dankeschön!

Also den richtigen OT müsste ich schon getroffen haben, weil die Kipphebel spannungslos waren, also man konnte sie minimal hin und her wippen.

Das werde ich mir merken bei der nächsten Druckverlustprüfung im U.T. zu messen mit gelösten Einstellschrauben der Kipphebel. :idea:
Bin sowieso schon erstaunt wie viel die Kühlrippen des Lüfterrades aushalten, ist man gar nicht mehr vom Kunststoff bei heutigen Autos gewöhnt.

Also ich habe eben das Stoßspiel des anderen Kolbenrings und Ölabstreifrings gemessen:

1. 0,4mm
2. 0,5mm
Ölab. 0,8mm

Der Ölabstreifring ist ja schon eine Ecke aus der Toleranz raus.
Das Spiel zwischen Ring und Nut passt aber bei allen dreien.

Mir ist auch noch aufgefallen das der 2. Ring und der Ölabstreifring an den Außenkanten scharfkantiger sind als der 1. Ring, der fühlt sich schon leicht abgerundet an. Ist das normal ?

Ich lade auch mal noch Bilder von den Ringen hoch.

Den Kompressionsmesser hab ich auch überprüft, der ist in Ordnung, hat nur eine minimale Abweichung.

Den Kolbenunterstand messe ich gleich noch.

Den Vergaser hab ich schon komplett zerlegt und gereinigt, der müsste auch funktionieren, habe mich an die youtube videos gehalten.
Bei die anderen Sachen gucke ich wenn der Motor wieder Kompression hat.

Den Zylinderkopf hatte ich schon vor dem montieren auf einer planen Eisenplatte mit Einschleifpaste geplant. Habe auch einen WInkel drüber gelegt und es war auch alles plan, auch der Zylinder selber.

So jetzt müsste ich allen geantwortet haben. :)

Gruß
Fabian
Ölabstreifring_.jpeg
Ölabstreifring.jpeg
2. Kolbenring_.jpeg
2. Kolbenring.jpeg
fab458
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Re: zu geringe Kompression beim 103 A2

Beitrag von fab458 »

So ich habe eben noch den Kolbenunterstand gemessen, der beträgt 2 mm +- ein Zehntel.

Ich hab mal ein Foto von meinem „Messaufbau“ :lol: gemacht.
Bin doch nicht so ganz sicher ob ich das richtig verstanden hab wie ich das messen soll.

Auf dem Bild hab ich den Zylinder noch nicht gespannt gehabt.
03DB1ACD-432A-43A7-B697-E2FCC30F46EC.jpeg
Gruß
Fabian
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heinkel-bernd
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Re: zu geringe Kompression beim 103 A2

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Manfred,
Manfred60 hat geschrieben: 16.04.2020, 17:55 Mich wundert es, dass dieser Stumpfsinn immer noch verbreitet wird. Nochmal was ich schon mal geschrieben habe und wie das bei den Vergaserherstellern immer gemacht wurde: man nehme einen kleinen Hammer und einen Durchschlag und klopfe 2 bis 3 mal leicht auf die Nadel wenn sie auf der Dichtfläche aus Messing aufliegt.
Hast Du da bei einem Vergaserhersteller mal genau zugeschaut oder es dort sogar selbst gemacht ?
Die hatten dazu bestimmt einen Gegenhalter, der das eigegossene Messingventil gegen die
Kraft der Hammerschläge abstützt :idea:
Einfach so bei hohl liegendem Messingventil auf die Nadel zu klopfen widerstrebt meinem matallurgischem
Verständnis, da das Ventil in die Schwimmerkammer eingegossen ist und leicht locker und somit undicht werden kann :x
Schwimmernadel-Sitz Schnitt kopr..JPG
So eine Schwimmerkammer ist nicht mehr zu reparieren :shock: Ich hatte schon mal eine !
Diese Methode ohne Gegenhalter werde ich auch keinem empfehlen !

Entweder ich fertige mir dazu einen passenden Gegenhalter oder ich begehe diesen Stumpfsinn und schleife nach und nach
die Nadel schonend mit dem Ventil ein :wink: Allerdings beginnend mit ganz feiner Einschleifpaste (FFFF) und danach
mit Silberputzpaste. Zahnpasta ist halt in jedem Haushalt verfügbar, dauert aber etwas länger :wink:
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
A2Koeln
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Re: zu geringe Kompression beim 103 A2

Beitrag von A2Koeln »

Hallo Fabian,
wenn du den Kolben und die Ringe ausschließen willst, Druckverlustprüfung auf UT mit einem ordentlichen Schluck 40er-dickem- Öl auf dem Kolben. Wenn es dann nicht mehr rauscht, dann Schaden an Kolben..., kommt es am Stößelkanal, dann nochmal planen+ordentliche Dichtung. Rauschen am Vergaserstutzen, dann Einlassventil undicht. Sollte es am Auspuff rauschen, dann Undichtigkeit am Auslassventil. Abschließend, wenn keiner der Fehler, Zylinderkopf mit verdecktem Riss.
Ich würde die Ringe 120 Grad zueinander ausrichten. Bei 180 Grad sind zwei Stöße auf gleicher Position.
Heinkelgrüße von
A2Köln
Rued
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Re: zu geringe Kompression beim 103 A2

Beitrag von Rued »

Man kann auch die Mulde im Kopf mit Benzin füllen (natürlich mit montierter Kerze und Ventilen), dann sieht man auch wo es durchsickert.
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heinkel-bernd
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Re: zu geringe Kompression beim 103 A2

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Fabian,
So ich habe eben noch den Kolbenunterstand gemessen, der beträgt 2 mm +- ein Zehntel.
Deine Messmethode passt und 2 mm sollten für ein durchschnittliches Verdichtungsverhältnis grade noch ausreichen.
Also den richtigen OT müsste ich schon getroffen haben, weil die Kipphebel spannungslos waren, also man konnte sie minimal hin und her wippen.
Wenn aber der Schrauber vorher schon den falschen O.T. genommen hat, dann hast Du den gleichen Fehler
wiede begangen :?
Beide Kipphebel über den Stösselstangen mit den Fingern nach unten drücken und den Motor (ohne Zündkerze) am Lüfterrad
nach vorne drehen. Irgendwann spürst Du wie ein Stössel nachoben drückt der andere aber nach unten.
Genau in der Mitte der beiden Bewegungen ist der O.T., wo beide Ventile leicht geöffnet sind und wenn
Du es gefühlsmäßig gut erwischt hast, wird auch die O.T.-Markiering am Lüfterrad annähernd stimmen.
Eine ganze Motorumdrehung zurück oder vor befindet sich der O.T., bei dem in einem relativ großen Bereich
beide Ventile geschlossen sind. Hier wird das Ventilspiel eingestellt :D
Übrigens eine gute Idee von 64krokodil (Jürgen) :P
Wenn das schon zur Routine gehört, denkt man an diese Möglichkeit gar nicht mehr !
Also ich habe eben das Stoßspiel des anderen Kolbenrings und Ölabstreifrings gemessen:
1. 0,4mm / 2. 0,5mm / Ölab. 0,8mm
Ich gehe mal davon aus, dass Ihr den Motor erst mal anständig zum Laufen bringen wollt und keine
Rennen damit fahren möchtet.
Der Motor wird mit diesen Teilen wie Kolben, Kolbenringe, Zylinder und Zylinderkopf bestimmt eine
annehmbare Leistung bringen, wenn alle anderen Aggregate, die ich in meinem vorigen Beutrag schon angesprochen
habe, funktionieren !
Den Kompressionsmesser hab ich auch überprüft, der ist in Ordnung, hat nur eine minimale Abweichung.
Mit dem Prüfen des Manometers ist es nicht getan, da der Druck beim Kompressionstest pulsiert und nicht statisch
auf den Schlauch einwirkt :(
Ich hatte mal einen Tester, der am Motor immer ca. 2 bar weniger angezeigt hat als mein gutes Gerät.
Statisch mit Pressluft zeigten die Manometer identische Werte an.
Habe dann den "verdächtigen" Schlauch kräftig mit Gewebe-Klebeband umwickelt und schon waren auch die
Messergebnisse fast identisch :wink:
Auch ein Schlauch mit Kerzengewinde-Anschluss M14 x 1,25 ist vorzuziehen !
Mir ist auch noch aufgefallen das der 2. Ring und der Ölabstreifring an den Außenkanten scharfkantiger sind als der 1. Ring, der fühlt sich schon leicht abgerundet an. Ist das normal ?
Hier ein Foto von den Querschnitten der drei Kolbenringe, wie sie an deutschen Kolben (Mahle, KS, usw.)
üblich sind:
Kolbenringe KS Neu.JPG
Viele, nicht alle, Kolbenringe sind in der Nähe des Stoßes einseitig mit "TOP" gekennzeichnet.
Dabei hat
- der 1. Kompressionsring mind. eine angeschrägte Außenkante. Diese gehört nach oben.
- der 2. Kompressionsring zwei scharfe Außenkanten
- der Schlitzring zwei Scharfe Außenkanten, die in einer Richtung liegen, diese gehören nach unten,
um das Öl nach unten abzustreifen :idea:
Beim Versatz der Stöße ist man unterschiedlicher Meinung:
Ich bevorzuge den Versatz um 180°, da ich der Meinung bin, dass dadurch der "Labyrint-Effekt" größer ist.
Zwar stehen dabei die Stöße der äußeren Ringe gegenüber, dazwischen liegt aber noch ein Ring, dessen Stoß
ja soweit wie möglich von den anderen entfernt ist :wink:
Und hier noch meine Werkzeuge zum Ausschaben von Ölkohle aus den Kolbenring-Nuten:
Dazu wären aber noch maßhaltige, gebrochene Kolbenringe nötig und das Bild soll nur als Anschauung dienen.
Kolbenringnuten ausschaben.JPG
.
Bei der Druckverlustprüfung wird man immer feststellen, dass ein gewisser Druck über den Zylinder in das
Kurbelgehäuse entweicht (Blow By-Gase). Ohne die technischen Einrichtungen und die verbindlichen Werte
wird eine Einfache Prüfung und Beurteilung nach "Gefühl" immer im Ermessen des "Prüfers" liegen !

Wenn keine sicht- und fühlbaren Schäden an Deinem Zylinder, -Kopf und Kolben feststellbar sind, hätte ich keine
Bedenken, diese Teile zu verwenden :wink:
Eine perfekte Optimierung des Motors lässt sich immer noch durchführen, wenn Euch das Fahrzeug nach ein paar
Spazierfahrten wieder an`s Herz gewachsen ist :P
Das wäre dann aber eine Aufgabe für einen erfahrenen Heinkelschrauber !

Viel Erfolg beim "Neustart" und
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
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Bernd Hünten
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Re: zu geringe Kompression beim 103 A2

Beitrag von Bernd Hünten »

Hallo Manfred,
als ich deinen Bericht las, fiel mir wieder eine Bemerkung ein, die ich in der Zeit von 1963 -1965 vom Meister meiner damaligen Heinkelwerkstatt in Hannover zu hören bekam. Manchmal wundert man sich, was einem da wieder einfällt! :D
Die Bemerkung war:
"Die Kunden reparieren immer mit Hammer und Meißel und wir müssen es dann wieder richten!"
Nichts für ungut!
Bernd
Dieser Heinkel war 1966 mit mir auf dem Mulhacen (Spanien 3481 m)
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Manfred60
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Registriert: 21.05.2015, 15:18

Re: zu geringe Kompression beim 103 A2

Beitrag von Manfred60 »

Hallo Bernd.
Ich bin gelernter Automechaniker seit 43 Jahren und glaube schon, dass ich weiss wovon ich rede. Aber meinetwegen soll’s jeder so machen wie er will. Für mich ist diese Diskussion jetzt abgeschlossen. Schönes Wochenende.
Manfred
fab458
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Re: zu geringe Kompression beim 103 A2

Beitrag von fab458 »

Hallo Bernd,

ich hab den O.T. nochmal nach ihrer Methode kontrolliert, ich hatte den richtigen schon erwischt.

Also wenn die Kolbenringe ihrer Meinung nach noch in Ordnung sind, dann kann ich die ja noch weiter verwenden.
Ich gehe mal davon aus, dass Ihr den Motor erst mal anständig zum Laufen bringen wollt und keine
Rennen damit fahren möchtet.
Ja das ist das Hauptziel das der Tourist erstmal wieder vernünftig läuft und ich ihn durch den Tüv bekomme und dieses Jahr erstmal einige Kilometer ohne größere Probleme fahren kann.

Den Zylinder, -Kopf und Kolben hab ich mir auch nochmal angeguckt und keine Schäden festellen können.

Sollte ich dann ihrer Meinung nach alles wieder zusammen und davon ausgehen ,dass das Kompressionsmessgerät mir einen verfälschten Wert anzeigt ?

Ich kann ja auch nochmal, wenn alles wieder zusammen ist, eine Druckverlusstprüfung machen und diesmal wie A2Koeln gesagt hat einen ordentlichen Schluck Öl auf den Kolben geben.
wenn du den Kolben und die Ringe ausschließen willst, Druckverlustprüfung auf UT mit einem ordentlichen Schluck 40er-dickem- Öl auf dem Kolben. Wenn es dann nicht mehr rauscht, dann Schaden an Kolben


Würde da auch ein 15W40 Öl ausreichen oder ist das noch zu dünn ?

Gruß
Fabian und noch ein schönes Wochenende
A2Koeln
Beiträge: 91
Registriert: 20.09.2009, 19:36

Re: zu geringe Kompression beim 103 A2

Beitrag von A2Koeln »

Hi Fabian,

das sollte mit dem Öl notfalls auch gehen. Du solltest dir dann nicht ewig beim Abhören Zeit lassen. Versuch macht kluch :wink:
Aus welcher Ecke vom Westerbüsch bist du?
Heinkelgrüße von
A2Köln
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