Motorüberholung

Motor-Vergaser-Antrieb
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brooklands
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Motorüberholung

Beitrag von brooklands » 15.01.2020, 20:24

Hallo liebes Forum,

bei unserem ererbten Heinkel 103 A0 qualmt es mächtig aus der Kurbelgehäuse-Entlüftung und es gibt ab und zu ein Geräusch, wir vermuten Kolbenkipper.

Hier mal die Frage nach den Kosten einer Motorüberholung und auch Fachleuten, die eine Überholung durchführen?

Danke!

Manfred

phenomeno
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Re: Motorüberholung

Beitrag von phenomeno » 16.01.2020, 09:17

Hallo Manfred,

die Kosten kann man erst feststellen, wenn das Problem genau lokalisiert würde. Liegt es zum Beispiel an den Ventilen oder muss der Motor gespalten werden...etc etc etc


Woher kommst du den? Sicher wohnt einer in deiner Nähe, der dir helfen kann.

Gruß
Denny

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heinkel-bernd
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Re: Motorüberholung

Beitrag von heinkel-bernd » 16.01.2020, 19:08

Hier hat Manfred vorher schon mal geschrieben:
viewtopic.php?f=1&t=3204

Servus Manfred,
brooklands hat geschrieben:
15.01.2020, 20:24
Heinkel 103 A0 qualmt es mächtig aus der Kurbelgehäuse-Entlüftung und es gibt ab und zu ein Geräusch,
Denny hat Dir ja schon mal den Tip mit einem Stammtisch in Deiner Nähe gegeben :wink:
https://www.heinkel-club.de/t3/ml/club/ ... clubs.html

Deiner Schilderung nach vermute ich einen Schaden entweder an der Zylinderkopfdichtung
oder an den Kolbenringen

Mit einer Kompressionsprüfung kann man ganz allgemein die Dichtheit des Brennraums feststellen.
(Kompression messen mit voller Batterie und Vollgas)
Wenn der Druck deutlich unter 9 bar bleibt, sollte als allererstes der Zylinderkopf abgenommen
und die ZK-Dichtung überprüft werden.
Ist daran keine Affälligkeit zu erkennen, muss der Zylinder auch abgenommen werden um auch den
Kolben mit seinen Kolbenringen begutachten zu können.
(Beim Abziehen des Zylinders vom Kolben Lappen um das Pleuel wickeln, damit keine Kolbenring-
Bruchstücke in das Kurbelhehäuse fallen können !)

Brauchst Du hierführ und zur Reparatur einen (bezahlten) Fachmann, kann das
- Zerlegen und prüfen Zylinderkopf, Zylinder, Kolben, Pleuellager, Kurbelwelle
- Einschleifen bzw. Erneuern der Ventile mit Führungen, planschleifen Zylinderkopf
- Erneuern der Kolbenringe, evtl. neue Zylinder-Garnitur
- Zusammenbau einschl. Probelauf mit Einstellungen
schon mal 600,- bis 800,- € kosten.
Dazu kämen evtl. (was sinnvol wäre) das Reinigen der LIMA mit Erneuern der Kohlen und
das Erneuern der Kupplungs-Lamellen, was den Endbetrag schon mal auf ca. 1.000,- €
steigen lassen kann :?
Der Reparaturaufwand mus aber nicht in jedem Fall so hoch sein, ich gehe bei meiner
Rechnung vom beinahe schlimmsten Fall aus :?
Der GAU wäre ein Schaden an der Kurbelwelle (unteres Pleuellager) und/oder eine irreparable
Lichtmaschine :shock:

Viel Zuversicht und
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

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brooklands
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Re: Motorüberholung

Beitrag von brooklands » 16.01.2020, 21:55

Herzlichen Dank für Eure Ausführungen, Ihr habt mir sehr geholfen.

Grüße aus 45768 Marl 😊

Manfred

Scoot-Bike
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Re: Motorüberholung

Beitrag von Scoot-Bike » 17.01.2020, 17:57

Moin.
Bitte versteht mich nicht falsch, aber welcher " Bezahlte Fachmann " führt diese Arbeiten:

-Zerlegen und prüfen Zylinderkopf, Zylinder, Kolben, Pleuellager, Kurbelwelle
- Einschleifen bzw. Erneuern der Ventile mit Führungen, planschleifen Zylinderkopf
- Erneuern der Kolbenringe, evtl. neue Zylinder-Garnitur
- Zusammenbau einschl. Probelauf mit Einstellungen
schon mal 600,- bis 800,- € kosten.
Dazu kämen evtl. (was sinnvol wäre) das Reinigen der LIMA mit Erneuern der Kohlen und
das Erneuern der Kupplungs-Lamellen, was den Endbetrag schon mal auf ca. 1.000,- €
steigen lassen kann

---- anscheinend incl. der benötigten Neuteile, für die genannten Beträge durch ????

Als Relation möchte ich die Überholung eines anderen 1 Zyl.- 4 Takt Motorradmotors
( SR 500 ) bei einem Fachbetrieb für ca. 3500,- Euro nennen.

Der Heinkel ist ein Oldtimer und Oldtimer die man nutzen will sollte man sich technisch
erarbeiten, damit man bei einer Ausfahrt klar kommt.
Und zum Glück gibt es im Heinkel - Club jede Menge Tipps, Videos, Ersatzteile und gerade im Ruhrgebiet einige
lokale Clubs bei denen man anklopfen kann.
Aber für die genannten Beträge eine Facharbeit zu bekommen kann ich mir nicht vorstellen.

Gruss

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heinkel-bernd
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Re: Motorüberholung

Beitrag von heinkel-bernd » 17.01.2020, 20:57

Servus Scoot-Bike
Scoot-Bike hat geschrieben:
17.01.2020, 17:57
Aber für die genannten Beträge eine Facharbeit zu bekommen kann ich mir nicht vorstellen.
Es gibt noch Fachleute (i.d.R. schon verrentet), die sich solche Arbeiten bezahlen lassen aber
davon alleine nicht leben müssen. Quasi ein Zusatzverdienst zur Rente, wie in meinem Fall :wink:
Wenn Du jetzt an meinen Kenntnissen und Fertigkeiten in Bezug auf Heinkeltechnik und denen
anderer Heinkel-Fachleuten zweifelst (wie ich Deinen obigen Satz interpretiere), vermute ich,
dass Du nur Fachleuten, die rechtschaffen davon leben müssen, eine ordentliche Reparatur zutraust.
Zu "Facharbeiter" steht in Wikipedia nichts über den Stundenverrechnungssatz und dem gesellschaftlichen
Status dieser Person :wink:

Den Vergleich mit der Überholung Deines Motorrad-Motors kann ich so auch nicht stehen lassen !
So sind in meiner Schätzung kostenintensive Reparaturen wie
- Kurbelwelle erneuern
- Überholung der Ventilsteuerung und des Getriebes
- Überholung des Schwingenantriebs mit Hinterradbremse
nicht eingerechnet !

Und wenn Du empfiehlst, zwecks Reparatur bei lokalen Clubs anzuklopfen, obwohl man dort keine
Facharbeit bekommt :x
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

HenningW
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Re: Motorüberholung

Beitrag von HenningW » 17.01.2020, 21:14

Liebe Leute,

eine Motorenüberholung bei einem Heinkel kostet einfach sein Geld. Wenn man eine Leiche gekauft hat, sollte man den Motor komplett machen, weil er ca. 60 Jahre alt ist und niemand weiss, wie es drin aussieht. Wenn man das nicht macht, fährt man immer mit einer Zeitbombe herum. Das zum Grundsätzlichen.

Bernd, der Scoot-Bike hat nie an Deinen Fähigkeiten gezweifelt, da liest Du was rein, was nicht da steht. Er hat nur gesagt, dass er die Kosten höher einschätzt, wenn es eine Fachwerkstatt macht. Mehr nicht.

Und Brooklands hat im Prinzip 3 Möglichkeiten:
- Selbst machen und die Teile / Überholungen (Zylindre schleifen, Zylinderkopf überholen, Kurbelwelle richten, etc. ) bezahlen
- es einer Fachwerkstatt oder einem anerkannten Spezialisten geben
- oder es einem unbekannten „Spezialisten“ geben, der es billig macht, ich meine billig!!!

Gute Arbeit kostet Geld, so einfach ist die Sache. Aber Heinkel-Fahrer sparen ab und an an der falschen Stelle.

Gruß Henning

schwobawolfgang
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Re: Motorüberholung

Beitrag von schwobawolfgang » 18.01.2020, 00:07

Hallole,
der Preis sagt gar nichts über die Qualität aus.
Spezialisten haben auch schon Heinkel Motoren für viel Geld kaputt repariert. Spezialist als Zweiradmechatroniker aus 20010 ist kein Spezialist für Technik von 1954 bis 1965.
Grüßle

HenningW
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Re: Motorüberholung

Beitrag von HenningW » 18.01.2020, 09:20

Jetzt wird es philosophisch:

- Eine Ausnahme macht noch keine Regel
- Die Regel ist, dass gute Arbeit Geld kostet, aber keine Regel ohne Ausnahme

Zum Heinkel:
Wer Heinkel fahren will, muss etwas schrauben können, je mehr, desto besser, ODER er hat einen Freund, der das macht oder hilft. Je besser dieser Freund ist, desto billig wird es. Aber auf Dauer wird es nicht klappen, dass der Freund schraubt, damit der Eigentümer fahren kann. So ein Hobby kostet Geld UND Aufwand, und für umme gibt es nicht viel in dem Leben.

Wenn jemand wenig kann, ist es schwer den richtigen Schrauber zu finden. Hier gilt wie immer: Vertrauen und Augen auf. Am besten ist „mitschrauben“, was ich immer angeboten habe (in der Vergangenheit).

Dann weiss der Eigentümer, was für Geld und Aufwand es kostet einen heruntergerittenen Heinkel wieder fit zu machen.

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ILO-Dienst
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Re: Motorüberholung

Beitrag von ILO-Dienst » 20.01.2020, 08:42

Für die Überholung des Heinkel-Motors durch einen Fachbetrieb würde ich 3.5OO,- € ansetzen. Mich hat allein die Überholung des Zylinderkopfes eines kleinen Viertakt-Einzylindermotors 8OO,- € gekostet.

Klar ist es bei Oldtimern immer besser, wenn man selbst schraubt, aber es gibt einfach gewisse Dinge, die man selber nicht machen kann. Und wenn dann ist man schon lange kein Hobbyschrauber mehr.

Bleibt also entweder den Motor in einem Stück abgeben oder selber machen und Einzelarbeiten abgeben. Letztere halte ich für die Methode, bei der man 1. Geld sparen und 2. Spaß beim Selbermachen haben kann.

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