Motor Überholung

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heinkel-bernd
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Re: Motor Überholung

Beitrag von heinkel-bernd » 06.03.2020, 21:58

Scoot-Bike hat geschrieben:
06.03.2020, 19:46
Schlimmer erscheint mir aber, das durch das Schlagen auf den Kurbelwellenstumpf, der Lageraussenring des rechten Kurbelwellenlagers ( Loslager )
im kalten Gehäuse verschoben wird und der Passitz leidet.
Vielleicht sollte man etwas genauer lesen :shock:
Das waren meine Worte:
die ich dann griffbereit habe, wenn die K.W. eingesetzt ist,
die rechte Gehäusehälfte aber noch heiss ist.
Nach einsetzen der K.W. und dem Aufsetzen der linken Gehäusehälfte auf die heiße rechte Hälfte verschraube
ich unverzüglich das komplette Gehäuse mit den bereitgelegten Muttern und dem Steuerritzel.
Dadurch wird die Kurbelwelle im Gehäuse zentriert und der Blechstreifen kann herausgenommen werden.
Um die Spannung aus dem Gehäuse zu entfernen, klopfe ich bei senkrecht stehendem Motor mit dem Kunststoffhammer
erst von rechts auf dem Kurbelzapfen bis sich die K.W. durch ihr Gegengewicht immer von selbst auf O.T. zurück
oder vordreht. Der Wellendichtring würde das verhindern !
ist das rechte Lager jetzt ein "Loselager", das bei heißer Gehäusehälfte durch leichte Klopfer noch
zurecht gerückt werden kann ? Wie verhält sich dieses Loselager denn bei Betrieb im Passsitz ?
Falls jemand mit "Klopfen" "Hau den Lukas" versteht, sollte er gleich die Finger vom Motor lassen :x
Wie Scoot-Bike richtig schrieb, darf man sich auf die Blecheinlage von 0,3 mm nie verlassen.
Deshalb schrieb ich meine Methode zum Vermitteln der K.W. :wink:
Und wenn ich mich richtig erinnere: Ein paar dezente Klopfer auf die K.W. lehrte sogar Horst Glaser
in seinen Lehrgängen.
Und anders werden es damals die vielen KD-Werkstätten auch nicht gemacht haben.

Ist immer noch besser als die Vorgehensweise, wie es in der Montageanleitung steht:
Gehäusehälfte anwärmen, Blechstreifen 0,3 mm einlegen und K.W. einsetzen.
Weitere Maßnahmen zum "Distanzuieren der K.W., solange das Gehäuse noch heiß ist,
werden leider nicht erwähnt :(
Das Verschrauben mit dem Steuerritzel ist erst dran, wenn die Kupplung montiert wird.
Da ist das Gehäuse aber schon lange wieder abgekühlt und die Lager werden dabei auf jeden Fall
verspannt !

Darüber wird im Forum aber kein Wort verloren :cry:
Eine Aussage zur Leichtgängigkeit der KW kann man nur treffen wenn sie sich in beiden Lagern befindet.
So versteht man das auch in meinem gestrigen Beitrag, wenn man ihn aufmerksam liest :wink:
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

phenomeno
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Re: Motor Überholung

Beitrag von phenomeno » 06.03.2020, 23:07

Liebes Forum,

mit der KW habe ich schon richtig verstanden und habe es mit Sachverstand gemacht und wie ich damals mir auch bei dir abschauen durfte Bernd. Danke nochmals dafür..unbezahlbar ...Mit der KW ist alles in Ordnung soweit! Und wenn, dann verwende ich natürlich nur einen Kunststoffhammer!

Jetzt zu den Schlepphebeln und zur Nockenwelle! :):):) ich bin irgendwie mega stolz. Bernd gab ja den Tipp wie man die Kipphebel und auch die Schlepphebel vorsichtig nachschleifen kann!

Jetzt stehe ich in meiner Garage und habe eine Menge eingelaufener Schlepphebel, aber ich habe leider noch keine Vorrichtung um die Schlepphebel exakt zu schleifen. Auch habe ich keine Satiniermaschine.......Zu verlieren habe ich aber auch nichts, da ich ja eine Menge eingelaufener Schlepphebel habe die ich so nicht wieder einbauen würde. Also habe ich mal etwas versucht. ACHTUNG: ES WAR EIN VERSUCH UND MIR IST KLAR DAS DIES KEIN PROFI NACHMACHEN WÜRDE. ICH WOLLTE NUR EIN GEFÜHL DAFÜR BEKOMMEN!
Schlepphebel.jpg
Natürlich habe ich die Schlepphebel hin und her gekippt.
IMG_20200306_221905.jpg
Sie fühlen sich absolut gut an und sehen gut aus. Aber vielleicht täusche ich mich auch. Jedoch kann ich absolut nichts Negatives feststellen. Nur ob die Hebel perfekt auf dem Nocken laufen, kann ich nicht beurteilen!
6.jpg
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Zuletzt geändert von phenomeno am 06.03.2020, 23:37, insgesamt 3-mal geändert.

phenomeno
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Re: Motor Überholung

Beitrag von phenomeno » 06.03.2020, 23:12

weiter gehts:
3.jpg
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1.jpg
Jetzt müsste ich nur sicher sein, dass die Schlepphebel perfekt auf dem Nocken laufen. Vielleicht besorge ich morgen Tinte und wälze die Schlepphebel mal auf Papier ab um das Tragbild festzutellen. Oder hat jemand eine andere Idee?

@Curdin: Danke! Ja, ich meinte die schwarzen Stellen. Ich habe mit feiner Schleifwolle die schwarzen Stellen wegschleifen können. Es sieht so aus als ob auf der Fläche etwas abgeplatzt ist. Jedoch spürt man das noch nicht mal mit dem Fingernagel. Nach dem Schleifen spürt man nicht mal das die Stellen rau sind. Ich habe an Schlepphebel schon gespürt wie es sich anfühlt wenn eine Schicht abplatzt. Aber hier auf der Nockenwelle ist gar nichts zu fühlen, sondern nur zu sehen. Bevor ich die Stellen mit Schleifwolle behandelt habe, haben wir gestern zu mindestens gespürt das die Stellen rau sind. Was würdet ihr machen, wieder einbauen? Die Nockenwelle ist ansonsten absolut neuwertig! Sie besitzt sonst keinerlei Verschleißspuren. Ich vermute die Nockenwelle wurde einmal neu verbaut!
Nocken1.jpg
nocken2.jpg

Curdin
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Re: Motor Überholung

Beitrag von Curdin » 07.03.2020, 10:25

zu deinem Schleifversuch möchte ich folgendes sagen: Die Schlepphebel sehen nicht schlecht aus. Vielleicht täuscht das am Compibildschirm aber ich habe das Gefühl, dass die Flächen etwas ballig sind. Du wirst uns aber sicher Rückmeldung geben. Ich denke aber, dass du das mit Tinte auf einem Papier nicht feststellen kannst. Dazu müssten sie eingebaut sein. Da würde man das Tragbild der Schlepphebel "sichtbar" machen können. Ist halt aufwändig, da du diese dazu einbauen musst - Gehäuse schliessen - ein paar mal drehen - Gehäuse öffnen.

Zur Nockenwelle noch etwas. Als Goldschmied habe ich mit Handhalter für Schleifpapier gute Erfahrungen gemacht. Mit einem aufgespannten Poliertuch könntest du die Nocken schön zum endgültigen Finish schleifen.
PIC_PRO_SNG_STD_V74820_MS.jpg
Das ist zwar die Werkstattausführung denn die Goldschmiedeausführung habe ich nicht im Netz gefunden. Wichtig ist halt in jedem Fall ein ruhiges Händchen.

Gruess curdin

phenomeno
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Re: Motor Überholung

Beitrag von phenomeno » 08.03.2020, 08:40

Hallo Curdin,

super danke für den Tipp finde ich sehr gut. Ich habe gestern versucht die Schlepphebel auf der Nockenwelle laufen zu lassen. Nur provisorisch.....Dabei habe ich die Nockenwelle ins Gehäuse gesteckt und und die Schlepphebel auch auf die Welle gesteckt. Mit schwarzer Schuhcreme und Kupferpaste habe ich versucht ein Tragbild zu erkennen, aber ohne wirklichen Erfolg.

Ich überlege noch und vielleicht gibt es noch andere Meinungen. Folgende Ideen:

1. Ich baue die Nockenwelle(unsymetrisch) mit zwei kleinen Fehlstellen(dafür neuwertig mit 22,9mm Nockenhöhe) ein und benutze die von mir geschliffenen gewölbten Schlepphebel

2. Ich nehme eine andere Nockenwelle (symmetrisch), die auch gut ausschaut aber nicht ganz so neuwertig (22,8mm Nockenhöhe) und schleife ebene Schlepphebel......Sicherste und sauberste Variante. Ebene Schlepphebel nachzuschleifen ist leichter als die gewölbten.

Ich weiß nicht warum, aber ich tendiere auf die erste Variante. Sogar meine Frau, mit ihren längeren Fingernägel, spürt die zwei Fehlstellen auf der neuwertigen Nockenwelle kaum bis gar nicht.......Außerdem bin ich total stolz auf die geschliffenen Schlepphebel. Aber wer sagt mir das ich beim Schleifen nicht die Wölbung versaut habe. Gut schauts aus...aber... Ich denke nach. Macht aber Spaß. Dienstag geht meine Bestellung an den Club raus und wenn die Teile da sind, geht der Motor zusammen! Bis dahin muss ich mich entschieden haben!

P.S.:
Eine letzte Frage: Ich kann doch auch ebene Schlepphebel auf unsymetrischen Nockenwelle einbauen. Klar, die Füllung ist nicht ganz so gut, aber wenn der Nockenhub doch einigermaßen stimmt müsste dass doch möglich sein ohne großen spürbaren Leistungsverlust! Ich frage deshalb, weil ich noch schöne unsymetrische Nockenwellen habe und es einfacher ist die ebenen Schlepphebel zu schelifen!

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Re: Motor Überholung

Beitrag von juergstel-4143 » 08.03.2020, 10:54

Hallo !
Zur Beurteilung von zwei Flächen betreffend der passgenauen Auflage würde ich Tuschierpaste benutzen.
Damit habe ich gearbeitet während meiner Ausbildung zum Maschinenbauer bei der Bahn.
Diese Vorgehensweise wurde zur passgenauen Bearbeitung von Flächenlagern für die Lager der Laufräder benutzt.
Die Paste kann man auch heute noch bei Motoreninstandsetzer erwerben.
Zahnärzte arbeiten mit etwas ähnlichem zur Anpassung von Prothesen. Nur das es hier dann blaue Papierstreifen sind, die zwischen
den Zahnprothesen gelegt werden. und dann wird zugebissen. Alles was dann blau ist wird heruntergearbeitet.
So auch bei den Lagerflächen.
Hilft dir das weiter?
Gruß juergstel!

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Re: Motor Überholung

Beitrag von Curdin » 08.03.2020, 11:28

Hallo phenomeno: Hast du den Schuhcreme/Kupferpasteversuch nur mit einer Motorenhälfte gemacht. Ich denke es müsste schon beide Hälften zusammengesteckt sen wegen der genauen Führung der Nockenwelle

Ich würde Variante 1 verbauen - aber - du sagst ja, dass du eine Bestellung beim Club aufgeben wirst. In dem Fall würde ich neue Schlepphebel besorgen. Dann bist du auf der sicheren Seite. Wenn nicht, verbau die schönst möglich nachgeschliffenen, gewölbten. :D

Gruess curdin

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Hans
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Re: Motor Überholung

Beitrag von Hans » 08.03.2020, 18:44

Hi,
Auf Kurbelwellen darf man nicht klopfen, die Wangen können dabei gestaucht werden und der Rundlauf ist dahin.
Ist im Grundsatz ja richtig. Ich glaube aber dass leichtes "Klopfen" mit dem Kunststoffhammer hier keinen Schaden anrichtet sondern tatsächlich Montagespannungen lösen könnte.
Schlimmer erscheint mir aber, das durch das Schlagen auf den Kurbelwellenstumpf, der Lageraußenring des rechten Kurbelwellenlagers ( Loslager )im kalten Gehäuse verschoben wird und der Passsitz leidet.
dito!
... Dafür muss man einige Maßketten ermitteln. ...
Scoot-Bike, glaubst du, das du beim Aufaddieren der nach deinem Vorschlag zu nehmenden Maße mit all ihren Messungenauigkeiten wirklich eine genauere Zentrierung erreichst als durch einfaches Unterlegen der 0,3mm-Streifen. (Wer misst, misst Mist; wer viel misst, misst ... ).

Außerdem lässt, glaube ich, die axiale Verschieblichkeit des Kolbens auf dem Kolbenbolzen sicher eine große Toleranz bezgl. der Kurbelwellenzentrierung zu.

Schraubergrüße! Hans

phenomeno
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Re: Motor Überholung

Beitrag von phenomeno » 08.03.2020, 20:22

juergstel-4143 hat geschrieben:
08.03.2020, 10:54
Zur Beurteilung von zwei Flächen betreffend der passgenauen Auflage würde ich Tuschierpaste benutzen.
@juergstel: Danke für den Tipp ich habe es bestellt!

@Curdin. Ja die Motorenhälften waren getrennt und wenn ich die Tuschierpaste habe, werde ich zwei leere Gehäusehälften nehmen und es da mal probieren!
Aber ich werde Variante 1 ausprobieren :D Wenn es schief geht, dann mache ich halt den Motor wieder auf. Ich habe ja noch einen laufenden Motor....Habe mir super Werkzeug anfertigen lassen......ich habe von einem heinkelfreund abgeschaut :shock: :D ...ist aber noch nicht ganz fertig!
IMG_20200308_165502.jpg
@Heinkelbernd und Hans: Was haltet ihr vom Schleifergebnis ?

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heinkel-bernd
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Re: Motor Überholung

Beitrag von heinkel-bernd » 08.03.2020, 22:47

Servus Denny,

das "freihändige" Schleifen halte ich nicht für gut :(
Eine 8 mm Welle, die genau senkrecht auf einer verschiebbaren Platte steht,
hält die genaue Richtung des Werkstücks (Prinzip wie auf dem Foto mit dem Kipphebel)
Natürlich muss der STABILE "Tisch" an der Schleifmaschine genau rechtwinkelig zur
Schleiffläche stehen !!!
Das "Finish" mit der Satiniermaschine geschieht bei mir immer in Laufrichtung der
Nockenwelle :wink:

Und Du solltest mal über die Maßnahme (das Maßnehmen) der Nocken-Höhe nachdenken:
Nicht die Gesamthöhe des Nockens mit Grundkreis ist ausschlaggebend, sondern die
WIRKSAME Nockenhöhe ! Das ist Gesamthöhe - (minus) Grundkreis :D
(Die Grundkreise sind i.d.R. verschieden)
Z.B.: Club-Sportnockenwelle A-1/A-2: 23,60 mm - 18,65 mm = 4,95 mm
oder: asymm. Originalteil A-1/A-2: 22,80 mm - 18,00 mm = 4,80 mm
oder: symm. Nockenwelle A-0: 23,25 mm - 18,55 mm = 4,70 mm
Wirks. Nockenhöhe.png
Und Du hast noch etwas falsch verstanden:
phenomeno hat geschrieben:
08.03.2020, 08:40
Eine letzte Frage: Ich kann doch auch ebene Schlepphebel auf unsymetrischen Nockenwelle einbauen. Klar, die Füllung ist nicht ganz so gut, aber wenn der Nockenhub doch einigermaßen stimmt müsste dass doch möglich sein ohne großen spürbaren Leistungsverlust!
An dieser Kombination habe ich sogar die beste Ventilöffnung festgestellt und in meinen Motoren angewandt :D
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

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