Motor Überholung

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heinkel-bernd
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Re: Motor Überholung

Beitrag von heinkel-bernd » 18.12.2019, 18:35

Servus Denny, Servus Curdin,

Habt Ihr schon mal mit dem Hammer gezogen ? :lol:
Das ist kein Abzieher sondern ein AbDRÜCKER :mrgreen:

Wie ich weiter oben geschrieben habe, trifft der Begriff "Abtreiber" noch besser
den Zweck. Aber das klingt eher nach § 218 StGB :x

Aber schön, dass er Euch gefällt :wink:
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

phenomeno
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Re: Motor Überholung

Beitrag von phenomeno » 23.12.2019, 05:16

recht hast du lieber Bernd

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Re: Motor Überholung

Beitrag von phenomeno » 06.01.2020, 20:42

Durch die Familien(Festtage) hat sich alles ein wenig verzögert. Jedoch säubere ich gerade penibel die Motorhälften und dann geht es weiter!

Gruß
Denny

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Re: Motor Überholung

Beitrag von phenomeno » 09.02.2020, 20:06

Nach den ganzen Festtagen und nach dem Abrauchen meiner Lima, habe ich meine Lima nun vom Club überholen lassen. Die Investition hat sich richtig gelohnt und mein Heinkelchen rollt wieder. Er springt besser an und ich habe ein gutes Gefühl mit der neuen Lima.

Jetzt kann es endlich mit der Motorüberholung weitergehen.


IMG_20200209_195013_690_compress81.jpg

phenomeno
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Re: Motor Überholung

Beitrag von phenomeno » 04.03.2020, 22:08

Mein Heinkelchen ist fahrbereit und die Garage ist aufgeräumt.....Ab heute geht es weiter mit der Motorüberholung...


Morgen kommt ein Heinkelfreund zu mir und hilft mir bei der Motorzusammensetzung. Deswegen habe ich heute schon vorgearbeitet und die neuen Kugellager eingesetzt! Dafür habe ich heimlich den Backofen benutzt um die Gehäuse auf Temperatur zu bringen...... :shock:
1.PNG
2.jpg



Die Kurbelwelle habe ich geprüft und entschieden diese wieder einzubauen. Ich habe einen Blechstreifen mit 0,3 mm Stärke jedoch nur mit 1cm Breite zwischen Kurbelwelle und Gehäuse gelegt. Nachdem die KW drin war und ich sie nochmal hin und her bewegt habe, habe ich die linke Gehäusehälfte draufgeschraubt und das Primärritzel angezogen, leider nicht ganz 100NM (ca. 65 NM) da mir die Vorrichtung gefehlt hat. Ich hoffe es hat gereicht und die KW konnte sich ausrichten. Nachdem ich dann die linke Gehäusehälfte wieder ausgebaut habe, war alles super. Lege ich aber die rechte Gehäusehälfte auf die Lima-Seite, dann schleift die KW am Gehäuse. Stelle ich die Gehäusehälfte wieder auf, dreht sie einwandfrei und der Blechstreifen passt auch dazwischen. Klar Eigengewicht oder doch zu nah am Gehäuse?
Ich hoffe das ist in Ordnung und ich hoffe nach Einbau des Primärantriebs mit der richtigen Vorrichtung, bleibt die KW in jeder Lage vom Gehäuse weg.
Ich werde es morgen nochmals überprüfen.
3.jpg


Gute Nacht!

Curdin
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Re: Motor Überholung

Beitrag von Curdin » 05.03.2020, 10:06

uuhhh der mit dem Backofen ist gut :shock: :D

Zu: " Lege ich aber die rechte Gehäusehälfte auf die Lima-Seite, dann schleift die KW am Gehäuse. Stelle ich die Gehäusehälfte wieder auf, dreht sie einwandfrei und der Blechstreifen passt auch dazwischen. Klar Eigengewicht oder doch zu nah am Gehäuse?"

verstehe ich das richtig: beide Hälften zusammen, 90 Grad gedreht auf Limaseite, dann schleift die Welle? Aufrecht wie im normal eingebauten Zustand ist's ok?

Dann verschiebt sich die Welle in der linken Gehäusehälfte. Beide Sicherungsringe des Lagers verbaut? Wie du geschrieben hast, wurde das Primärritzel angezogen. Dies sollte die Welle ins Lager ziehen und festhalten. Du kannst ja mal überprüfen, ob du die Welle mit angezogenem Primärritzel im Lager bewegen kannst.


Gruess Curdin

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heinkel-bernd
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Re: Motor Überholung

Beitrag von heinkel-bernd » 05.03.2020, 17:26

Servus Denny,

ergänzend zu Curdins hilfreichen Tipps.
Meine Vorgehensweise zum Einsetzen der K.W. ist folgende:
Zu allererst lege ich mir ein paar M6er Muttern mit U-Scheiben,
(3 M8er Muttern als Distanz bei den längeren Gewinden und ein
Flacheisen mit 6er Bohrung zurecht, die ich dann griffbereit habe, wenn die K.W. eingesetzt ist,
die rechte Gehäusehälfte aber noch heiss ist.
Das Steuerritzel mit Distanzscheibe und der großen Mutter (alte Mutter, Kunststoffsicherung entfernt),
sowie zugehöriges Werkzeug liegen ebenfalls bereit.
K.W. einsetzen.JPG
Der Wellendichtring für die K.W. ist noch nicht eingesetzt !!!

Nach einsetzen der K.W. und dem Aufsetzen der linken Gehäusehälfte auf die heiße rechte Hälfte verschraube
ich unverzüglich das komplette Gehäuse mit den bereitgelegten Muttern und dem Steuerritzel.
Dadurch wird die Kurbelwelle im Gehäuse zentriert und der Blechstreifen kann herausgenommen werden.
Um die Spannung aus dem Gehäuse zu entfernen, klopfe ich bei senkrecht stehendem Motor mit dem Kunststoffhammer
erst von rechts auf dem Kurbelzapfen bis sich die K.W. durch ihr Gegengewicht immer von selbst auf O.T. zurück
oder vordreht. Der Wellendichtring würde das verhindern !
Noch ein paar kleine Klopfer von beiden Seiten auf die Kurbelzapfen, Leichtgängigkeit nochmals überprüfen und
das Kurbelgehäuse kann sich abkühlen.
Erst wenn dieses nur noch handwarm ist, trenne ich die beiden Gehäusehälften wieder, setze Nockenwelle und Getriebe
ein und verschraube dann erst das Gehäuse mit Dichtmittel entgültig.(Provisorisch auch mit den anderen Muttern)
Leichtgängigkeit der K.W. nochmals prüfen, ggfs. noch ein paar leichte Klopfer auf die Kurbelzapfen, fertig :wink:

Zum Einsetzen des Wediringes die Gleitflächen im Dichtring und am Kurbelzapfen leicht einfetten und da dessen
Aufnahme innen keinen Ansatz hat, muss der Ring ganz vosichtig eingeklopft werden, bis er aussen mit dem
Alusitz bündig abschließt.
Eine dickwandige Hülse die sowohl den Wediring, als auch die Stirnseite des Sitzes erfasst,
verhindert das Schlimmste :D
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

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Re: Motor Überholung

Beitrag von phenomeno » 06.03.2020, 07:19

Vielen Dank lieber Bernd für die Anleitung. Ich werde demnächst nicht um den Motormontageständer rumkommen:). Das mit dem Wellendichtring war auch nochmal wichtig für mich. Danke!



Gestern war ein Heinkelfreund bei mir und wir haben begonnen den Motor zusammenzubauen. Das war super und auch wieder lehrreich!
@Curdin: Nein die KW schleift nachdem ich die linke Gehäusehälfte abgenommen habe und das rechte Gehäuse auf die Lima Seite lege. Aber mein Heinkelfreund hat mich auf die Tatsache gebracht, dass dies geschieht weil die Kuggelagger ja auch Spiel/Lagerluft (C3) haben und die Welle ja auch noch nicht durch den Primärantrieb festgehalten wird. Also soweit alles normal und ich glaube das meintest du auch Curdin!
Motor.jpg
Ich habe noch eine wichtige Sache gelernt: Die erforderliche Nockenhöhe: min: 22,7mm und neu 22,9mm bzw. die neuen beim Club haben teilweise eine Nockenhöhe von über 23mm. Wir haben meine Nockenwelle gemessen und festgestellt das diese fast neu ist. ABER leider hat sie zwei raue Stellen(siehe Foto). Kaum zu spüren und es sind auch keine vertiefte Stellen, aber rau. Der Motor soll gut werden und eigentlich sollte man diese nicht mehr einbauen. Aber ich habe drüber geschlafen und werde die wahrscheinlich nun doch wieder verbauen. Einfach zu schade, da sie sonst kaum Verschleiß zeigt. Aber einen Schlepphebel werde ich ersetzen!
Nockenwelle.jpg
Hier der beschädigte Schlepphebel. DIESER LÄUFT ABER NICHT AUF DEM NOCKEN DER ZWEI RAUE STELLEN HAT! Ich hoffe ihr erkennt die abgeplatzte Stelle auf dem Schlepphebel! Wie passiert das und ohne das die Nockenwelle beschädigt worden ist.
Schlepphebel.jpg
Es geht weiter !!!!

Scoot-Bike
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Re: Motor Überholung

Beitrag von Scoot-Bike » 06.03.2020, 19:46

Moin
den kleinen Klopfer kenn ich nur aus geselligen Runden, wobei die Wirte es nicht mögen, wenn kleine Glasflaschen den Tresen beschädigen.

Auf Kurbelwellen darf man nicht klopfen, die Wangen können dabei gestaucht werden und der Rundlauf ist dahin.
Lediglich nach aufsetzen des Lima-Rotors auf den KW-Konus sollen gemäß Montageanleitung, einige Setzschläge per Kunstoffhammer am Umfang plaziert werden. Dann schluckt aber die träge Masse des Rotors die Energie.
Schlimmer erscheint mir aber, das durch das Schlagen auf den Kurbelwellenstumpf, der Lageraussenring des rechten Kurbelwellenlagers ( Loslager )
im kalten Gehäuse verschoben wird und der Passitz leidet. Hier wäre das Erwärmen per Heißluftgeblase oder Gasbrenner auf ca. 100 ° die sinnvolle
Methode, die Verspannung zu lösen.
Schon beim zerlegen des Motors merkt man, ob der Passitz in Ordnung ist oder nicht. Lässt sich die KW ohne großflächige Erwärmung des Lagerbereichs aus dem Gehäuse nehmen, so ist der Lagersitz hin ( das Gehäuse ist dann durch Einbau eines entspr. Rollenlagers aber weiter nutzbar).
Eine Aussage zur Leichtgängigkeit der KW kann man nur treffen wenn sie sich in beiden Lagern befindet. Die C3 Lager haben viel Luft, die KW kann schwenken.
Die Zentrierung der Kurbelwelle im Kurbelgehäuse ist nicht durch einfaches Anziehen der linken Mutter zu erzielen.
Dafür muss man einige Maßketten ermitteln. Die Kurbelwelle über die Wangen messen. Je nach Axialspiel des Pleuls ( ich habe schon zwischen 0,1mm und 0,5mm gemessen / 0,1mm ist zu wenig - Standard scheint 0,3mm zu sein - bei hochdrehendem Sporteinsatz sind die 0,5mm wegen der Kurbelwellendurchbiegung sinnvoll, das Pleul läuft sonst an den Wangen an bzw. wird von den Wangen geklemmt und reisst ab. ). Dann die Stärke des
Nockenantriebsrades ausmessen und die Hälfte des Kurbelwellen-Wangenmaßes hinzuaddieren.
Nun an das Gehäuse. Die Trennfuge der Gehäuse liegt nicht in der Mitte der Zylinder-Aufnahmebohrung. Per massivem Lineal und Tiefenmaß den
Abstand der Trennfuge zum montierten Lagerinnering des rechten KW - Lager und die Lage der Zylinderaufnahmebohrung ermitteln. Anhand der
Zylinder-Aufnahmebohrung kann ich nun die Zentrierung der Kurbelwelle bezogen auf die Zylinder-Aufnahmebohrung errechnen und per Distanzscheiben einstellen. Ggf. muss von dem Nocken-Antriebszahnrad etwas abgedreht werden.

Bis dann.

Curdin
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Re: Motor Überholung

Beitrag von Curdin » 06.03.2020, 20:51

Zum Schlepphebel: das sieht aus, wie wenn die gehärtete Schicht abgeplatzt wäre. Habe ich so noch nicht gesehen.

Zur Nockenwelle: meinst du die zwei dunklen Stellen? Bevor du die einbaust, würde ich sie einem Motorenfachmann zeigen und eine Zweitmeinung einholen. Nicht dass die nach kurzer Zeit zu fest einläuft oder sogar frisst.

Gruess curdin

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