Seite 5 von 6

Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Verfasst: 07.07.2019, 21:11
von haile
hi,

nicht zu vergessen, dass der strom auch irgendwo herkommen muss. auch e-biken ist nicht umweltfreundlich!

Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Verfasst: 08.07.2019, 07:39
von velorex350
Carsten Ko. hat geschrieben: 07.07.2019, 17:08 Hallo Zusammen,
Ich bin seit kurzem stolzer Besitzer eine Heinkel Touristen und habe die Vision einen Zweiten zu restaurieren und mit e-Antrieb auszustatten.
Es ist toll das sich schon einige damit beschäftigt habe. Meine Fragen:
Gibt es ein gemeinsames Projekt oder macht jeder sein eigenes Ding?
Wie weit ist die Umsetzung?
Gibt es Konstruktionsfaten (Step, Iges, DWG, JT) von der Heinkel Tourist?
Kann man sich noch irgendwie einbringen?

Grüße Carsten
Mehr so vom Spieltrieb getrieben wollte ich ein Cezeta Dreirad auf Elektro umbauen und auf 45km/h downgraden. Technik gibt es bei Alibaba zu kaufen. Nach einem Gespräch mit dem TÜV habe ich das Thema allerdings eingestellt. Alleine die Kosten für die EMV-Prüfung können bis zu 3000€ betragen lt. TÜV.
Ähnlich: in Tschechien hat eine Firma mal Cezeta's umgerüstet, ist aber davon abgerückt und baut jetzt neue Roller, optisch an den alten angelehnt. https://cezeta.com/
Das Batteriepack ist riesig, keine Ahnung wo das im Heinkel hin soll um zumindest 80-100km zu erreichen.

Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Verfasst: 08.07.2019, 18:50
von Carsten Ko.
Hallo,
Danke für die schnelle Rückmeldung. Ich werde diese Idee nicht ganz verwerfen aber dafür geht noch viel Zeit ins Land. Als erstes werde ich mal versuche den Heinkel Tourist in 3D aufzubereiten. Mal sehen wo ich Zeichnungen bzw. schon vorhandene Konstruktionsdaten herbekomme, denn alles nachzumessen und dann in 3D zu designen ist ziemlich aufwendig.
Also wenn jemand Daten oder Zeichnungen hat wäre es klasse wenn die bereitgestellt werden könnten.

Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Verfasst: 29.11.2020, 19:19
von AlexBaum
Hallo zusammen,

auch ich überlege seid längerem meinen 103 A2 auf elektrischen Antrieb umzubauen. Nach dem ich vor kurzem den Chat hier im Forum gefunden habe, war ich richtig angefixt. Ist denn irgendwer schon beim Umbau oder gibt es sogar schon einen fertigen elektrisch angetriebenen Heinkel-Roller?

In den letzten Wochen hatte ich dann auch mal intensiver im Internet recherchiert.
Hatte mir dann ein paar Daten von vergleichbaren Rollern (Trinity Jupiter; Kumpan 1954 Ignite; beide Doppelschwinge und 2 Federbeine) aus dem Netz geholt und mir dann darauf aufbauend ein Konzept gestrickt.
Bin dann mit meinen Ideen an den TÜV herangetreten und habe erst mal einen Dämpfer bekommen. Ich lernte, das schweißen am Rahmen möglich ist, aber doch mit einigen kostenintensiven Prüfungen verbunden sein könnte. Lohnt sich wohl erst bei einer Kleinserie.

Ok, dann zurück zum Anfang und noch mal alle eure Berichte gelesen.
Im Moment sehe ich drei Möglichkeiten:
1) Minimaleingriff: Motoreinbau im Bereich des Zylinders. Reicht der Freiraum dann noch für die Akkus etc. ?
2) Wie Curdin anregte, statt Motor eine große Grundplatte als Halterung für Akkus und Anschluss für die alte Schwinge und einem Nabenmotor. Gefällt mir gut, stelle mir nur die Frage, ob neben der alten Schwinge genug Platz für die alte Bremse und Motor bleibt und das Hinterrad dann noch mittig ist. Da muss man sich wohl intensiver mit der Radnabe samt Bremse befassen. Evtl. mit ein paar neu gefertigten Drehteilen umsetzbar?
3)Wie 2, nur jetzt wieder mit Doppelschwinge. Position Hinterrad und Bremsenprobleme wären damit kein Thema mehr. Sind wir wieder bei der Befestigung der Federbeine.
Auf den Bildern von Klaus ist der Einbau einer Doppelschwinge von Herkules in einen A1 zu sehen. Hier sieht es so aus, als ob da ein zusätzlicher Rahmen an den Heinkel geschraubt wurde. Ob das zulässig wäre?
Die vorgeschlagene Zündapp Schwinge hatte auch zwei Federbeine oder? Dann müsste das Achsmaß von 200 mm für einen Nabenmotor vorhanden sein. Ist das so? Ich habe im Netz keine Maße gefunden.
Irgendwie komme ich immer wieder zurück zum Trinity Jupiter. Ob man die Schwinge und die Federbeine nutzen kann?

Noch ein paar Fragen zu den Links, Bildern:
Über die Elektro-Kabine findet man zwar noch ein paar Artikel im Netz, aber nicht mehr bei RWE. Hat jemand den Bericht noch?
Gibt es einen Kontakt zum Erbauer Albert Heinen?
Gibt es die Bilder von Klaus noch irgendwo mit einer höheren Auflösung? Wäre sehr interessant. Gibt es zu dem Projekt noch mehr Infos?

Hier noch der Link zum Jupiter. Dort befinden sich im Downloadbereich ein paar interessante Informationen. Musterzulassung, Hinterradausbau mit nahezu freiem Blick auf die Schwinge...
https://www.trinity-electric-vehicles.d ... ER-JUPITER

Schöne Grüße
Alex
0160/94942682

Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Verfasst: 14.02.2021, 18:45
von HPD71665
Hallo zusammen,

vier Jahre ist es in der Zwischenzeit her, als das Thema E-Umbau eines Heinkel-Rollers im Forum aufkam. Seitdem dümpelt das Thema im Forum so vor sich hin und es kam nur wenig an die Oberfläche. Damit sich etwas bewegt, möchte ich euch zeigen, was mich in den vergangenen vier Jahren mal mehr und mal weniger beschäftigt hat und mache mit meinem E-Projekt den Anfang darüber zu berichten.

Nach einigen Machbarkeitsstudien, die ich mit angefertigten Holzmodellen ausgelotet habe, wagte ich den Umbau und bestellte nach und nach Teile wie den E-Motor, Zahnriemen, Batterien, Batterietrennschalter,….

Grundprinzip bei mir ist, dass der Rahmen und die Schwinge unangetastet bleiben. Der E-Motor ist auf einem Heinkel-Rumpfmotor aufgesetzt. Das Getriebe bleibt erhalten.
Blick-unter-Kofferkasten-1.jpg
Blick-unter-Kofferkasten-2.jpg
vollgefüllter-Kofferkasten.jpg
Der Umbau ist jetzt soweit fortgeschritten, dass ich am letzten Wochenende die erste Testfahrt in unserer Straße gewagt habe. Angefahren bin ich wie gewohnt im ersten Gang und weiter durchgeschaltet bis in den dritten Gang. Dabei erreichte ich eine Geschwindigkeit von 50 km/h. Mehr ging in unserer Straße nicht. Theoretisch, müsste eine Höchstgeschwindigkeit von min. 75 km/h erreichbar sein.

Weitere Testfahrten werden zeigen, welche Höchstgeschwindigkeit und Reichweite möglich sein werden. Zuvor müssen jedoch noch einige Restarbeiten erledigt werden, sobald die Teile endlich kommen. Dazu gehört der Einbau des Batterie-Managementsystem (BMS) und das Batterieladesystem. Die Verlegung der Kabel muss auch noch optimiert werden. Und, zu guter Letzt, muss auch noch der Segen vom TÜV erreicht werden.

Gruß Peter

Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Verfasst: 14.02.2021, 19:05
von schwobawolfgang
Tolle Sache!
Endlich einer der anpackt!
Bleib weiter dran.
Grüßle

Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Verfasst: 14.02.2021, 19:50
von phenomeno
Unglaublich lieber Peter. Toll, toll, toll.... Mehr kann man dazu einfach nicht sagen.
Ich bin so gespannt auf weitere Infos......

In absoluter Spannung.....

Gruß
Denny

Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Verfasst: 14.02.2021, 22:49
von AlexBaum
Hallo Peter,

das ist ja super! Echt Klasse!!!

Ich bin noch bei meine ersten "Studien" und ich merkte schon, wie der Elan nachließ.
Aber jetzt geh ich noch mal ran!

Bei dir sieht es so aus, als hättest du wahnsinnig viel Platz. Da muss ich wohl auch mal ein Model 1:1 bauen.

Wäre schön zu hören/lesen welche Komponenten (Motor, Akku, Ladegerät etc.) du verwendest.
Ich habe mein Konzept an dem Kabinenumbau angelehnt und da auch ein paar gute Tipps bekommen.

Ich drück dir die Daumen das es auch mit dem TÜV klappt.

Schöne Grüße
Alexander


Bild

Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Verfasst: 15.02.2021, 01:46
von anh
Schön zu sehen, wie das Projekt vorankommt.
Anh

Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Verfasst: 15.02.2021, 09:00
von verbert
Lieber Peter!

Das sieht beeindruckend aus. Alle Achtung! :!: :D :!: Und ich denke, wenn die Welt wieder normal ist, dann werden wir wohl reden müssen, denn erstens habe ich viele Fragen zu Deinem Projekt und zweitens wäre das wohl auch was für mich. Ich finde Deinen Ansatz großartig, nach Möglichkeit viel von der alten Heinkel-Technik zu bewahren und dennoch einen modernen Antrieb zu realisieren. Denn ich mag die alte Technik ja – aber die neue eben auch. :D Die völlig ausgeweideten „Voltimer“ lassen mich jedoch oft in einem Gemütszustand zurück, den Goethe besser beschreiben kann, als ich:

Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust,
die eine will sich von der andern trennen:
Die eine hält in derber Liebeslust
sich an die Welt mit klammernden Organen;
die andre hebt gewaltsam sich vom Dust
zu den Gefilden hoher Ahnen.


Wenn Du noch Hilfe brauchst, zum Beispiel, eine je nach Ladezustand von grün über gelb nach rot durchlaufende LED als Kontrolllicht im Tacho oder was auch immer, melde Dich.

Viel Erfolg weiterhin!

Spannungsgeladene Grüße aus Wiesbaden Volker