Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Motor-Vergaser-Antrieb
RainerHeinkel
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Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von RainerHeinkel » 31.07.2017, 06:57

Hallo liebe Heinkel Freunde

Ich bin neu im Club, und habe mir einen 103A0 gekauft.
Den möchte ich Original lassen und fahren. Ich suche noch ein Restaurationsobjekt.
Motor und Getriebe kann defekt sein. Der Roller soll zum Elektroroller umgebaut werden.
Hat schon jemand Erfahrung mit solch einem Umbau ??
Motor, Regler und Akku werde ich bei einem sehr guten Hersteller aus China kaufen.
( Es gibt auch einen deutschen Importeur ) Der größte Aufwand wird die Konstruktion der
Motorhalterung und der Schwingenaufnahme sein. Es kommt eine Schweißkonstruktion
odereine gefräste Konstruktion aus einem Aluminiumblock in Frage.
Vielleicht könnte man eine kleine Serie auflegen. Evtl. könnte man auch mit der Fachhochschule
für Mechatronik in Göppingen zusammen arbeiten. Vielleicht gibt es im Club auch einen Konstrukteur
aus dem Maschinenbau, der in Rente ist und sowas konstruieren könnte.
Der Motor und der Regler soll ca. 6KW haben und kommt von Golden Motor in China.
Bis 7 KW gibt es bei diesem Hersteller Motoren mit Luftkühlung.

Gruß aus Göppingen Rainer

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anh
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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von anh » 31.07.2017, 17:50

Endlich haben wir ein Thema für das Sommerloch!

A2Koeln
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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von A2Koeln » 31.07.2017, 18:19

Hallo Rainer,
die Idee finde ich gut, ist sicher mehr als das Füllen von Sommerlöchern :D
Da zukünftig sicher ein Rollerüberschuss zu erwarten ist, könnte ich mich ebenfalls für die elektrische Variante erwärmen. Material zum Umbau sollte dann zur Verfügung stehen und die Akzeptanz beim täglichen Fahren würde auch gesteigert.
Ich hätte auch nichts gegen einen Motor aus China.
Zuletzt geändert von A2Koeln am 01.08.2017, 19:34, insgesamt 1-mal geändert.
Heinkelgrüße von
A2Köln

RainerHeinkel
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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von RainerHeinkel » 31.07.2017, 20:12

Tja, ich habe mir schon gedacht das meine Idee nicht unbedingt auf Begeisterung stößt.
Wir sollten aber immer daran denken das z.B. unser Bürgermeister von Tübingen
schon Abfrackprämien für 2 Takter bezahlt, wenn ein E Roller gekauft wird.
Wenn sich die Firma Heinkel damals von der Zukunft verschlossen hätte,
würde heute keiner diesen tollen 4 Takt Roller fahren.
Irgendwann kommt der Tag wo Oldtimerfreunde ihren Sprit in der Apotheke kaufen müssen,
um ein paar Runden zu drehen. Da wäre es doch schön, einen Zweitroller mit E Antrieb zu haben,
um die täglichen Fahrten zu erledigen. Oder nicht ??
Danke A2 Köln für Deine positive Einstellung. Ich werde auf jeden Fall einen Prototyp bauen
( kann etwas dauern weil ich ein kleines Unternehmen habe, und immer im Stress bin )
Wenn jemand ein Fahrgestell ( Rahmen hinten mit Schwinge und Motor ) anbieten könnte, wäre mir schon
sehr geholfen. Für die Anpassungsarbeiten brauche ich keinen kompletten Roller.
Ideal wäre ein Tourist der noch in großer Stückzahl am Markt ist.

LG Rainer

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KlausHeuer
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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von KlausHeuer » 31.07.2017, 21:07

Also ehrlich gesagt, finde ich die Idee einerseits recht interessant als Machbarkeitsstudie.

Aber anderseits läuft es mit eiskalt den Rücken runter, unseren Heinkel als Emobil zu sehen und zu hören. Ich bin technisch wirklich interessiert und ziehe mit, wenn es machbar ist aber das sehe ich als Abschlachten eines Kulturgutes an. Über die Hürden einer Zulassung beim deutschen TÜV mache ich mir erst gar keine Gedanken...das werden die nie zulassen, sowas abzunehmen. Da werden mehr Gutachten (vom Material angefangen, über Schweissnähte und Akkutechnik gefordert werden, als man je beibringen kann) um es dann komplett abzulehnen.

Zudem in diesem Bereich auch noch die Chinesen zu unterstützen, naja.... ich habe jahrelang an Dax NAchbauten geschraubt und deren Qualität war alles andere vertrauenswürdig und gut. Alleine schon das Motoröl roch nach WanTan Suppe und wurde immer sofort entsorgt. Über Schweissnähte, Materialbeschaffenheit, Qualität der Motooren und wie das Ding dann lieblos zusammengenagelt wurde, schweige ich mich lieber aus.

Wenn man ein Emobil fahren möchte, bietet BMW z.B. ein Fahrzeug an. Andere Hersteller ziehen nach und von Piaggio gibt es bereits Hybride. Der Markt bringt da in den nächsten Jahren sicherlich noch sicherlich viel mehr. Dann lieber auf ein solches Fahrzueg wechseln und den Heinkel seinen Einzylinder lassen. Alleine der Sound ist den Sprit wert.

Meine subjekive Meinung: Heinkel mit Benzin laufen lassen, und wenn man ein Emobil fahren möchte, sich einmal auf dem Markt schlau machen...

Sorry für die harten Worte, aber ist halt meine Meinung zu dem Thema.

Grüsse Klaus

RainerHeinkel
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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von RainerHeinkel » 01.08.2017, 07:44

OK, ich kann Diene Meinung verstehen.
Aber wir sollten die Chinesen nicht unterschätzen. BMW lässt seine Einzylinder in China fertigen. Die hochgelobten BOSCH Motoren
für Pedelecs kommen aus China. Die Honda DAX Nachbauten gibt es von verschiedenen Herstellern ( gute und schlechte )
Den Motor, den ich einbauen möchte ( Golden Motor China ) braucht sich vor keinem Europäischen oder Amerikanischen Motor zu verstecken.
( Bürstenlos und Feingewuchtet mit deutschen Lagern und bestem Thermomanagement )
Alle ( deutschen ) Elektroroller kommen aus China. Klar würde mir der Sound auch fehlen.
Ich fahre außer dem Heinkel div. Vespas, eine Yamaha RD 350, eine 2 Ventiler BMW und ein Puch Moped.
Bei allen Fahrzeugen würde mir der Sound fehlen. Aber der Heinkel ist wegen der Größe des Motorraums
ideal zum umbauen. Motor und Akkus finden genügend Platz.
Es geht mir ja darum, einen Oldtimer mit E Antrieb zu fahren, und keinen neuen E Roller.
Natürlich werde ich meinen 103A0 Original lassen und ein Restaurationsobjekt umbauen.
Es gibt in Deutschland verschiedene Firmen, die Käfer, Fiat 500, Goggos, Messerschmitt usw. umbauen.
Der Tüv sagt folgendes : das zulässige Gesamtgewicht darf nicht überschritten werden, ein Notschalter muß eingebaut sein,
die Serienleistung und die Höchstgeschwindigkeit darf nicht überschritten werden.
In der Tschechei gibt es einen Kultroller aus den 60 ern ( Name fällt mir gerade nicht ein ) der als E Roller neu aufgelegt wird.
In Californien gibt es eine Firma die Käfer, Bullis, und Porsche 356 auf E Antrieb mit über 100 PS umrüstet. ( natürlich mit 4 Scheibenbremsen )
Die gehen weg wie warme Semmeln. Auch die Simson Schwalbe wird als E Moped gebaut.
Ich werde das Projekt auf jeden Fall durchziehen ( kann 2 Jahre dauern ) und auf einem Heinkeltreffen präsentieren.

Gruß an alle Heinkler

Rainer

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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von anh » 01.08.2017, 08:52

Als das Thema noch wirklich neu war, haben die Azubis von RWE eine Kabine umgebaut
War damals eines der ersten strassenzugelassenen e-mobil in D
Also mach mal und berichte hier

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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von KlausHeuer » 01.08.2017, 17:38

Na, dann wünsche ich mal viel Erfolg.

Halt uns einfach mal auf Laufenden, interessant ist das Projekt auf jeden Fall. Vor allem die Meinung des TÜV würde mich unteressieren....hier in Frankfurt fährt einer mit einem IWL Troll, der auch auf Elektro umgebaut wurde rum. Nach dem Umbau hat er nur noch ein Versicherungskennzeichen, und das Ganze mit 45 km/h. Wie auch immer er das geschafft hat...

Zu den Daxen, aus China gibt es keine "guten" Dax Nachbauten. Das ist alles nur Buntmetall, wenn man einen orginalen Motor danben stellt. Die Drehzahlen, die ein Daxmotor aushält...da fliegt jeder China Motor direkt auseinander. Problem ist nicht die Bauart, sondern die verwendeten Materialien und die Verarbeitung. Aber das nur am Rande und hat nicts mit Deinem Projekt zu tun.

Grüsse Klaus

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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von Curdin » 02.08.2017, 14:03

Hallo Rainer
einen Umbau auf Elektroantrieb finde ich persönlich. sehr interessant. Das geistert mir auch schon einige Zeit im Kopf herum. Ich finde aber auch, dass ein alter Heinkel nicht zerstört werden sollte. Nun wird es eben schwierig diese beiden Welten unter eine Karosserie zu vereinen. 8)

Mein Ansatz bis Anhin war immer, dass ich, wenn ich so einen Umbau einmal in Angriff nehmen werde - der Umbau so gemacht werden müsste, dass er reversibel ist. Heisst für mich: es muss eine Motor/Schwingeneinheit gebaut werden, welche an den bestehenden Rahmenhalterungen angebracht wird. Anstelle des Tanks müsste eine Batteriehalterung/Fach in Form einer tiefgezogenen Einheit zu liegen kommen. Die restlichen Komponenten wie Motorsteuerung, usw. müssten sich auch im Bereich Gepäckfach unter dem Sattel unterbringen lassen.

Bei mir "scheiterte" dies bis Anhin an den hohen Kosten (habe schon zig Seiten im Internet durchforstet) und was natürlich noch aussteht wäre eine Schweizer Zulassung.

Gruess curdin

RainerHeinkel
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Re: Umbau eines Heinkelrollers auf Elektroantrieb

Beitrag von RainerHeinkel » 02.08.2017, 15:36

Hallo Curdin

Schön von Dir zu hören.

Natürlich wird der Rahmen etc. nicht verändert.
Aber eine Originalscgwinge muß schon herhalten.
Der Aufwand einer neuen Schwinge wäre zu groß.
Die Kosten sind natürlich kein Schnäppchen.
Ich rechne das Material ( incl. eines LIPO Akkus
mit 48 Ah ) mit ca 3000,00 € bei super Qualität.
( Golden Motor : Motor und Regler, Magura Gasdrehgriff )
Für den Akku habe ich mich noch für keinen Anbieter entschieden.

Gruß aus Göppingen

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