Motor

Motor-Vergaser-Antrieb
KarlGniebel8410
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Motor

Beitrag von KarlGniebel8410 »

Hallo Heinkelfreunde,

ich habe ein Problem mit meinem 103 A2. Mit meinem Roller bin ich ca. 40 Kilometer am Stück gefahren. Der Motor lief ganz Normal. Als ich kurz vor der Heimat über eine Bodenwelle gefahren bin, war plötzlich ein schleifend und ratterndes Geräusch. Der Anlasser drehte den Motor zwar noch, lief aber nicht mehr richtig an. Ich habe dann zuhause den Zylinderkopf abgebaut und den Motor von Hand gedreht, war ohne Probleme möglich. Dann habe ich den Zylinder und Kolben ausgebaut, konnte aber weder am Kolben noch am Zylinder irgend eine Beschädigung feststellen. Auch die Kolbenringe sind meiner Ansicht nach noch O.K. Wenn ich jetzt den Motor von Hand langsam drehe, habe ich das Gefühl, dass bei der 2.Umdrehung des Lüfters, immer an der gleichen Stelle, eine Hemmung da ist. Hat jemand eine Idee was die Ursache sein kann?
Bitte entschuldigt meine Laienhafte Darstellung, bin Anfänger.
Gruß Karl
Rollerchris
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Re: Motor

Beitrag von Rollerchris »

Hallo Karl Griebel
Deine Beschreibung hört sich an als wenn in der Lichtmaschine etwas gebrochen ist oder ein Kohlehalter sich gelöst hat. Ich denke da muß der Motor raus und dann auch noch die Lichtmaschine demontiert werden. Alternativ dazu oder auch zuerst mal die Kurbelwelle von Hand am Pleuel drehen, ob da etwas zu merken oder hören ist. Allerdings hast du dann die Lichtmaschine, immer noch als Fehlerquelle nicht ausgeschlossen.

Mit bestem Rollergruß
Rollerchris
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heinkel-bernd
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Re: Motor

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Karl,

hast Du schon den gesamten LIMA-Deckel auf Risse überprüft ?
LIMA-Deckel 103 A-0 xx.JPG
Ich kann mir vorstellen, dass bei einer Bodenwelle auch das rechte (äußere) Schwingenlager stark belastet
wird.
Dieses wird ja durch den LIMA-Deckel abgestützt, worin sich auch das Lüfterrad und der Unterbrecher befinden.

Du solltest deshalb den Bereich der unteren, großen Passhülse
(da wo die Konsole für das rechte Gummilager verschraubt ist, gelber Kreis)
genauer ansehen !

Falls hier ein Riss zu erkennen ist, streift das Lüfterrad im Deckel und der Unterbrecherabstand stimmt natürlich
auch nicht mehr !

Ich hoffe aber für Dich, dass ich mit meiner Einschätzung unrecht habe, logisch wäre sie meiner Meinung nach aber !

Viel Glück und
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
KarlGniebel8410
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Re: Motor

Beitrag von KarlGniebel8410 »

Hallo Chris, hallo Bernd,

vielen Dank für Eure Einschätzungen. Den Motor habe ich ausgebaut und das Lüftergehäuse abgebaut. Wenn ich am Lüfterrad drehe, kann ich zwei Umdrehungen machen, dann kommt eine kleine Hemmung, die ich leicht überwinden kann. Die Hemmung ist immer an der gleichen Stelle. Wenn ich an der Pleuelstange das Pleuel bewege, so geht das ohne Schwierigkeiten, außer an der Stelle der Hemmung. Ist das vielleicht normal? Die Abnahme der Lichtmaschine übersteigt wahrscheinlich meine technischen und handwerklichen Fähigkeiten. Mal sehen vielleicht finde ich jemand der mir helfen kann. Wenn Euch noch was zum Thema einfällt dann meldet Euch bitte.
Danke Karl
Rollerchris
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Re: Motor

Beitrag von Rollerchris »

Hallo Karl
Leider geht aus deiner Anfrage nicht hervor, aus welcher schönen Ecke du kommst. Entweder du versuchst einmal über einen der Regionalklubs Kontakt zu finden oder du schreibst hier ins Forum welche Postleitzahl du hast. Mit etwas Glück fährt da noch ein Heinkel in deinem Nachbarort :o und der Besitzer kann dir helfen.

Mit bestem Rollergruß
Rollerchris
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BerndSt
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Re: Motor

Beitrag von BerndSt »

Hallo Karl,

zwei Umdrehungen am Viertakter? Für mich "riecht" das nach dem Ventiltrieb. Wäre es an der Lichtmaschine oder am Kurbeltrieb selbst, müsste die Hemmung doch eigentlich bei jeder Umdrehung spürbar sein, oder?

Hast Du schon mal mit einer Taschenlampe auf den Ventieltrieb geschaut? Nachdem der Zylinder eh schon runter ist, solltest Du wenigstens an ein paar Stellen hinsehen können.

Nur so eine Idee...

Viel Erfolg bei der Fehlersuche (und -behebung),
Bernd
SNAFU!
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heinkel-bernd
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Re: Motor

Beitrag von heinkel-bernd »

Servus Karl,
BerndSt hat geschrieben:zwei Umdrehungen am Viertakter? Für mich "riecht" das nach dem Ventiltrieb. Wäre es an der Lichtmaschine oder am Kurbeltrieb selbst, müsste die Hemmung doch eigentlich bei jeder Umdrehung spürbar sein, oder?
Ich glaube BerndSt hat den richtigen "Riecher" :wink:

Vom Ventiltrieb sind aber nur noch die Schlepphebel und die Nockenwelle mit ihrem Steuerrad montiert.
Diese Nockenwelle dreht sich einmal, während sich die Kurbelwelle zweimal dreht !

Wenn Du mit Draht die beiden leichtgängigen Schlepphebel hochbindest, kannst Du besser zur
Nockenwelle sehen und beim Drehen der K.W. evtl. erkennen, wo es "hakt".
Dabei auch das Steuerrad beobachten, ob es evtl. "eiert" :shock:

Ich kann mir aber trotzdem nicht vorstellen, dass eine Bodenwelle eine solche Auswirkung auf den
Ventiltrieb haben kann :?
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth
KarlGniebel8410
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Re: Motor

Beitrag von KarlGniebel8410 »

Grüß Gott Bernd,

danke für Deine Ausführungen. Ich habe den Roller erst seit einem Jahr und bin auch nicht all zu viel gefahren. ca 500km. Er lief wirklich super, hatte keine Nebengeräusche und dann wie aus heiterem Himmel der Schaden. Die Bodenwelle war eine normale Unebenheit der Strasse. Ich glaube eigentlich auch nicht, dass dies der Grund war. Kann es vielleicht sein, dass dem Vorgänger irgend ein Metall-Gegenstand in den Motorraum gefallen ist und dies der Auslöser für das Fiasko ist? Oder etwas abgebrochen ist und im Motor irgend blockiert. Selbstverständlich werde ich die Schlepphebel hoch binden und nach der Nockenwelle schauen.
Vielen Dank für Deine guten Ratschläge, ich bin sehr dankbar für jeden Tipp.
Gruß Karl
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BerndSt
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Re: Motor

Beitrag von BerndSt »

Hallo Karl,

Du wolltest wissen:
Kann es vielleicht sein, dass dem Vorgänger irgend ein Metall-Gegenstand in den Motorraum gefallen ist und dies der Auslöser für das Fiasko ist?
Aber ja doch! Ganz leicht sogar. Der "Klassiker" sind Zylinderkopfschrauben (groß, schwer, hart), die durch den Stösselstangenkanal fallen, weil der Schrauber vergessen hat, dort während der Montage einen Lappen rein zu stopfen. Aber auch schon eine Unterlegscheibe reicht ja, wenn sie reinfällt und danach ungünstig im Öl rumschwappt.

Aber das wirst Du alles nur herausfinden können, wenn Du den Motor zerlegst. Oder Du machst ihn richtig leer, stellst ihn auf dem Kopf und klopfst mit einem Gummihammer vorsichtig darauf herum (während Du immer mal wieder an der Kurbelwelle drehst). Doch was würde das helfen? Fällt etwas raus, weißt Du nur, dass etwas drin war. :wink: Ob das für einen Schaden ursächlich war, kannst Du dann immer noch nicht sicher sagen. Fällt nichts raus, kannst Du nicht sicher sein, dass tatsächlich nichts drin ist (könnte ja auch im Schlamm des Ölsumpfs kleben oder sich im Bereich des Getriebes "verstecken" oder mittlerweile zermalmt sein).

Das ist also alles mehr oder weniger müßig... :( Falls Du nicht finden kannst, wo es klemmt, sollte m.E. der Motor (sicherheitshalber) zerlegt werden. Einer der ersten Schritte dafür ist aber eh die Demontage des Dynastarters. Und den hast Du ja auch noch in Verdacht. Also: runter damit - dann kannst Du diesbezüglich wenigstens sicher sein.

Was Du auf jeden Fall machen solltest (falls noch nicht geschehen): Ölablassschraube ausdrehen und den Abrieb daran untersuchen (die Schraube ist magnetisch und sammelt eisenhaltige Brösel auf). Wenn da gröbere Stückchen dran kleben ist im Motor etwas faul.

Viele Grüße,
Bernd
SNAFU!
KarlGniebel8410
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Re: Motor

Beitrag von KarlGniebel8410 »

Guten Morgen BerndSt,

danke für Deine Antwort. Ich werde Deinen Rat befolgen und den Motor, so gut es geht, zerlegen. Ich muss mir halt einen Abzieher bestellen, um die Lima auszubauen. Eine Mutter hat schon beim Ölwechsel im Frühjahr an der magnetischen Ölablaßschraube gehängt. Wahrscheinlich ist dem Vorgänger irgend was in den Kanal gefallen. Ich werde die Reparatur in den nächsten Tagen in Angriff nehmen und hoffe, dass ich das schaffe.
Nochmals vielen Dank
Gruß Karl
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