Bleifrei-Umbau Zylinderkopf.

Motor-Vergaser-Antrieb
Karlheinz
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Bleifrei-Umbau Zylinderkopf.

Beitrag von Karlheinz » 13.11.2013, 12:19

Hallo Heinkelaner!
Ich beabsichtige den Zylinderkopf eines 103 A2 auf Bleifrei umzurüsten,er hat im Auspuffbereich immer gequalmt.Ich bin mir aber jetzt nach der Demontage von Kopf und Zylinder nicht mehr sicher ob der Qualm nicht von einer undichten Zylinderkopfdichtung herrührt.Der Motor war im linken Bereich um den Zylinder ölig und zwei der Zylinderkopf Muttern waren recht dürftig angezogen.Durch das Gebläse müßte ja aussen am Zylinder verrauchendes Öl ebenfalls nach hinten am Auspuff entlang transportiert werden.
Nun aber zu der eigentlichen Frage,man hört hier und dort immer mal das nach einem Umbau auf bleifrei Ventile und Sitze eine andere(größere)Bedüsung des Vergasers nötig wäre.Hat hier jemand schon Erfahrungen gemacht?Oder gibt`s vielleicht bei Verwendung von Bleifrei sonstige Veränderungen?
Es grüßt Euch Karlheinz.

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heinkel-bernd
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Re: Bleifrei-Umbau Zylinderkopf.

Beitrag von heinkel-bernd » 19.11.2013, 19:32

Servus Karlheinz,

nachdem Du schon 6 Tage vergeblich auf eine Antwort gewartet hast, werde ich Dir mal
"meine Meinung" sagen ! :lol:

Solange die Original-Ventilsitzringe noch in Ordnung und fest sind, würde ich daran nichts ändern !
Ich habe schon einiges über lockere Sitzringe bei Bleifrei-Umbauten gelesen, deshalb lasse ich so lange
es geht, die Finger davon !
Vorbeugend den Bleiersatz dazugegeben, bin ich mit meinen "alten" Sitzringen schon fast 50.000 km,
nicht gerade schonend, gefahren.

Allein beim Einbau von gehärteten Ventilsitzringen (bleifrei) muß die Vergaserbedüsung nicht verändert werden.
Da nach wie vor der gleiche Kraftstoff zum Einsatz kommt, bleibt auch der Zündzeitpunkt gleich !
Lediglich die Vergrößerung des Hubraumes und der Ventile mit Sitzringen und somit eine größere Füllung des Zylinders
kann eine Änderung der Hauptdüse (evtl. auch Leerlaufdüse) erforderlich machen !

Vor dem Aufsetzendes des Zylinders muss unbedingt der feste Sitz der vier Zuganker geprüft werden um das
Anzugsdrehmoment dauerhaft zu gewährleisten !
Die Dichtfläche des Zylinders und des -Kopfes sollten bei nachlassender Dichtwirkung und besonders bei
Verwendung von Massiv- Kupfer- oder Alu-Dichtungen maschinell plangefräst werden !
Eine damit verbundene Verkleinerung des Verdichtungsraumes und des Ventilabstandes zum Kolben kann
mittels stärkerer Kopfdichtungen ausgeglichen weden.
Die Ganzmetalldichtungen haben den großen Vorteil, daß sie die Wärme gleichmäßig und unvermittelt
an den Zylinder abgeben und somit den "Metall-Schwund" im Bereich der Zünkerze und die Gefahr des Verzugs
am Zylinderkopf wesentlich vermindern !

Alle Klarheiten beseitigt ?
Viele heinkelige Grüße
BERND aus Bayreuth

Karlheinz
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Re: Bleifrei-Umbau Zylinderkopf.

Beitrag von Karlheinz » 21.11.2013, 15:22

Hallo Bernd!
Erstmal Danke für Deine Ausführungen.Meine Fragestellung haben ja jetzt einige Forumsbesucher gelesen,da aber außer Deiner Meldung nichts gekommen ist gibt`s vermutlich zu dem Thema auch nichts.Den Bleifrei Umbau will ich eigentlich wegen dem Qualmen des Rollers vornehmen,ich vermute die Ventilführungen sind vielleicht schon zu sehr ausgelaufen.Allerdings ist wie schon im ersten Beitrag bemerkt bei der Demontage von Kopf und Zylinder aufgefallen das dort alles verölt ist und ich könnte mir vorstellen das durch das Kühlgebläse welches ja am Auspuff entlang geleitet wird auch eventuell Rauch entsteht und so nach hinten befördert wird.Beim eventuellen Austausch der Ventilführungen hätte ich dann eben gleichzeitig auf Bleifrei umgerüstet.
Es grüßt Karlheinz aus dem Schwarzwald.

Dittmar
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Re: Bleifrei-Umbau Zylinderkopf.

Beitrag von Dittmar » 21.11.2013, 18:14

Hallo Karlheinz,

ich fahre meinen 103 A 2 schon bleifrei, seit es die Umbaumöglichkeit gibt, also einige Jahre.
Bisher hatte ich noch keine Probleme.
Aber wie vieles beim Heinkel ist auch diese Frage eine reine Ansichtssache.
Wer heilt hat recht. :D :D :D

Gruß
Dittmar

Karlheinz
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Re: Bleifrei-Umbau Zylinderkopf.

Beitrag von Karlheinz » 21.11.2013, 21:32

Hallo Dittmar!
Frage,hast Du den Kopf beim Heinkel Club überholen lassen,oder beim Motoreninstandsetzer?
Kannst Du Dich noch in etwa an die Umbaukosten erinnern?
Es grüßt Karlheinz.

KarstenF
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Re: Bleifrei-Umbau Zylinderkopf.

Beitrag von KarstenF » 10.11.2014, 09:44

Hallo ! Ich greif diesen Threat mal auf, passt zu meiner Frage…
Ist der Zylinderkopfumbau auf Bleifrei immer verbunden mit größeren Ventilen also auf 32/30mm?
Grüße
Karsten

manfred030
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Re: Bleifrei-Umbau Zylinderkopf.

Beitrag von manfred030 » 10.11.2014, 12:47

Moin,
Zylinderkopf auf bleifrei umrüsten ist reine Geldverschwendung nach Meinung eines bekannten Motorenbauers. Er sagt, dass das erst bei Drehzahlen über 6.500 und einer Dauerbelastung durch Vollgas von einer halben Stunde angebracht wäre. Der Vorteil von den Original Sitzringen, da sie so stark ausgelegt sind, ist, dass sie aufgefräst werden können für die größeren Ventile (3o/32). Wichtig dabei ist, dass nicht nur die Sitze vergrößert werden, sondern dass
auch der "Durchgang" am Sitzende entsprechend erweitert wird. Ich lasse diese Arbeiten immer vom Motorenbauer ausführen, da es oft auch erforderlich ist, die Ventilführungen zu erneuern. Ich habe schon eine Anzahl dieser Köpfe verbaut und bisher gab es nie Probleme, selbst bei Laufleistungen von 40.000 Km. Allerdings fügen wir bei jeder Tankfüllung ein Schnapsglas voll 2-Taktöl dem Benzin hinzu.
Manfred
Hilfestellung bei der Reparatur unserer Heinkel

Dittmar
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Re: Bleifrei-Umbau Zylinderkopf.

Beitrag von Dittmar » 10.11.2014, 16:06

Hallo zusammen,

ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich erst jetzt die Frage von Karlheinz vom 21.11.2013 lese. Ich hoffe man verzeiht mir. :oops: :roll: :(

Zunächst die Beantwortung der Frage von Karlheinz: den Umbau habe ich durch meinen vor einem Jahr verstorbenen Schrauber Richard Sandeck machen lassen. Soviel ich weiß, hat er das aber auch nicht selbst gemacht sondern bei einem Motoreninstandsetzer in Aachen machen lassen.

Zurzeit fahre ich meinen 2. (Reserve-) Motor mit nicht umgerüstetem Zylinderkopf. Beim Tanken gebe ich immer 5 ml Zweiakteröl je Liter Benzin in den Tank. Fahre jetzt ca. 1000 km damit und bis auf eine durchgebrannte Kopfdichtung (am Stößelkanal) keine Probleme. So wie Manfred (manfred 030) schreibt,
Zylinderkopf auf bleifrei umrüsten ist reine Geldverschwendung nach Meinung eines bekannten Motorenbauers.
denke ich mittlerweile auch, eine Umrüstung ist nicht erforderlich. Wenn der Motor nicht wesentlich verändert wird läuft er auch so bestens.

Gruß
Dittmar

KarstenF
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Re: Bleifrei-Umbau Zylinderkopf.

Beitrag von KarstenF » 10.11.2014, 21:08

Also nehme ich jetzt daraus mit das eine Umrüstung auf Bleifrei immer die größeren Ventile beinhaltet.
Im Grunde geht es mir eigentlich ja nur um die größeren Ventile. Wenn die Ventilsitze noch fest sind und nicht all zu viel eingearbeitet oder beschädigt sind sollen die drin bleiben meinen ich ebenso.
Weiß jemand die Bezeichnung bzw. Bezugsquelle von den größeren Ventilen oder ist das sozusagen ein Geheimnis? Ich meine vor langem mal gehört zu haben das die Ventile aus einem Renault Auto kommen?

Gruß
Karsten

manfred030
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Re: Bleifrei-Umbau Zylinderkopf.

Beitrag von manfred030 » 10.11.2014, 21:33

Hallo Karsten,
größere Ventile erhälst Du beim Motorenbauer, der Dir die Ventilsitze für die größeren Ventile fräst, denn die müssen angepaßt werden.
Aber: größere Ventile haben nur Sinn, wenn der Ansaugkrümmer geändert wird,d.h. größerer Durchgang und das trifft genauso für den Vergaser zu.
Manfred
Hilfestellung bei der Reparatur unserer Heinkel

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